Notfallsanitäter sind Mangelware

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Mücke (rs). "Ich kann das verstehen", sagt Markus Müller, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes Mittelhessen mit Sitz in Marburg. "Die Enttäuschung bei den Ehrenamtlichen ist riesengroß, aber für die Hauptamtlichen muss man eine solide Basis zur Arbeit haben." Müller setzt dem aus der Nieder-Ohmener DRK-Gliederung geäußerten Unmut (siehe Artikel oben auf dieser Seite ) eine Reihe von Argumenten entgegen, die von der Verfügbarkeit qualifizierten Personals über Ausbildungsvoraussetzungen bis hin zur Erreichbarkeit der Menschen im großen Flächenkreis Vogelsberg reichen.

Mücke (rs). "Ich kann das verstehen", sagt Markus Müller, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes Mittelhessen mit Sitz in Marburg. "Die Enttäuschung bei den Ehrenamtlichen ist riesengroß, aber für die Hauptamtlichen muss man eine solide Basis zur Arbeit haben." Müller setzt dem aus der Nieder-Ohmener DRK-Gliederung geäußerten Unmut (siehe Artikel oben auf dieser Seite ) eine Reihe von Argumenten entgegen, die von der Verfügbarkeit qualifizierten Personals über Ausbildungsvoraussetzungen bis hin zur Erreichbarkeit der Menschen im großen Flächenkreis Vogelsberg reichen.

Denn in den vergangenen Jahren ist der Rettungsdienst im Vogelsbergkreis kontinuierlich ausgebaut worden, das geht auch mit mehr Personal einher. Deshalb sei es bereits vor der Ausschreibung im DRK klar gewesen, dass man sich mit der gegebenen Personaldecke realistischerweise nicht für den ganzen Kreis bewerben könne. Um Fachpersonal zu bekommen, müsse man kontinuierlich ausbilden. Aber auch das sei im Vogelsbergkreis schwierig, denn die Einsatzzahlen liegen unter den Vorgaben, nach denen eine Ausbildung als sinnvoll angesehen werde. Deshalb werde der praktische Alltag durch eine Simulationsausbildung am zentralen Schulungszentrum in Marburg-Cappel ergänzt. Im Vogelsbergkreis seien 36 Auszubildende zum Notfallsanitäter nötig, untermauerte Müller die Lage mit Zahlen, es seien aber nur 24 vorhanden. Mit der von der JUH betreuten Wache kämen noch drei hinzu. Und man muss aus Sicht von Müller langfristig denken: "Die Region muss sich selbst versorgen können mit Nachwuchs." Zudem: Wenn man Personal ausgebildet habe, müsse man es halten können. Denn auch Krankenhäuser hätten Interesse an den jungen Fachkräften.

Weil alle Rettungsorganisationen unter den Personalproblemen leiden, bleibt nach Ansicht von Müller nur die Zusammenarbeit, um die Bevölkerung zu versorgen. So habe man in den vergangenen Jahren mit der Johanniter-Unfallhilfe vertrauensvoll zusammengearbeitet und werde dies im Fall der Rettungswache Nieder-Ohmen auch machen. "Es gibt nicht mehr die Schlacht zwischen den Organisationen", unterstrich Müller, "die Aufgaben müssen gestemmt werden".

Die Hilfsorganisationen denken laut Müller nicht in Kreisgrenzen, sondern agieren entsprechend der Praktikabilität des Rettungswesens für die Bevölkerung und auch für das Personal. Nieder-Ohmen werde von der JUH betreut, weil deren Stützpunkte in Grünberg und Reiskirchen in relativer Nähe lägen. Das bedeute für Menschen und Material kurze Wege bei Einsatz und Ausbildung.

Die Substanz der Rettungswache in Nieder-Ohmen ordnete Müller als sanierungsbedürftig ein, zudem habe sich ergeben, dass eine Stationierung auf der anderen Seite der Vogelsbergbahn sinnvoller sei. Deshalb hat die JUH ja auch übergangsweise im alten Bahnhof Nieder-Ohmen Quartier bezogen, sucht nach einem Grundstück für eine Rettungswache jenseits der Vogelsbergbahn.

Wenn man nicht auf Nieder-Ohmen verzichtet hätte, hätte Homberg zur Disposition gestanden. Aber Nieder-Ohmen habe das Plus der nahe gelegenen JUH-Standorte.

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