Bleibt geschlossen: Die Ausgabestelle der Tafel.
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Bleibt geschlossen: Die Ausgabestelle der Tafel.

Notbetrieb bei Alsfelder Tafel

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Die Einschränkungen im öffentlichen Leben durch Corona treffen auch soziale Einrichtungen wie die Alsfelder Tafel hart. Viele Helferinnen und Helfer gehören den Risikogruppen an und Lebensmittel werden zeitweise rar. Deshalb wird zurzeit nur wenig Ware verteilt.

In normalen Zeiten versorgt die Alsfelder Tafel rund 250 Haushalte mit frischen Nahrungsmitteln, die vom Lebensmittelhandel und von Geschäften gespendet werden. Doch die Corona-Einschränkungen treffen derzeit auch die soziale Einrichtung hart. Mit Rücksicht auf die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist die Sammlung und Verteilung von Obst, Gemüse, Milchprodukten und Weiterem zurzeit nicht möglich, wie Vorsitzender Mathias Köhl auf Anfrage der Alsfelder Allgemeinen Zeitung sagt.

In den letzten 14 Tagen waren lediglich Sonderaktionen am Güterbahnhof möglich, die vom Modegeschäft Galfe organisiert werden. Dabei konnten Kunden beim Einkauf spenden, davon wurden Lebensmittel gekauft, die vom Galfe-Team an zwei Samstagen verteilt wurden. "Wir sind happy, dass es jetzt zweimal klappt", freut sich Mathias Köhl. Denn der reguläre Betrieb der Tafel ruht derzeit.

"Unsere Fahrer sind in der Regel über 60 Jahre alt und gehören deshalb in die Risikogruppe", sagt Köhl. Dasselbe gilt für die Mitarbeiter in der Ausgabe an der Georg-Dietrich-Bücking-Straße.

Ein Problem: Bei der Ausgabe in den bislang genutzten Räumen können Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden. Auch das Angebot der Geschäfte hat durch die Vorratskäufe der regulären Kunden gelitten. Es war schwierig, Obst und Gemüse zu bekommen, weil in den Läden mehr eingekauft wurde, berichtet Köhl. Es war auch nur begrenzt möglich, haltbare Lebensmittel zu bekommen, weil die ebenfalls stark nachgefragt waren.

Nun müssen die 550 Kunden der Tafel von ihrer kleinen Rente oder von Sozialleistungen leben, und das sei nicht einfach. Unter den Empfängern sind auch einige Menschen, die ein schmales Gehalt durch die Spenden der Tafel aufstocken müssen, um ihre Familie zu ernähren.

Wie es weitergeht, ist für Köhl und das Tafel-Team noch nicht so klar. Denn es gibt immer wieder kurzfristig neue Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Da muss die soziale Einrichtung flexibel reagieren. Das ist bei 250 Empfängerhaushalten nicht einfach. Für die Verteilaktionen am Güterbahnhof mussten die Mitarbeiter alle Betroffenen abtelefonieren. "Da waren wir zwei bis drei Tage beschäftigt", berichtet Köhl. Um die Arbeit weiterführen zu können, werden weitere Helfer gesucht. Besonders gefragt sind jüngere Aktive, da haben sich auch einige gemeldet. "Es reicht aber noch nicht", fasst es Köhl zusammen. Denn immerhin müssen Abholungen von Lebensmittel mit Transportern bei Geschäften, das Sortieren und Verteilen der 250 Portionen organisiert werden. Dabei ist viel Handarbeit gefragt.

Wer sich einbringen möchte, erfährt mehr über die Internetseite tafel-alsfeld.de, per Telefon unter 06631/793998.

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