In Ober-Seibertenrod kommt der Nikolaus mit einem guten Engel und Knecht Ruprecht. FOTO: SF
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In Ober-Seibertenrod kommt der Nikolaus mit einem guten Engel und Knecht Ruprecht. FOTO: SF

Nikolaus kommt mit Blaulicht

  • vonHannelore Diegel
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Vogelsbergkreis(eva/sf). Am Sonntagabend flackerten in vielen Dörfern die Blaulichter von Feuerwehrfahrzeugen. Aber es war weder ein Feuer ausgebrochen noch ein Unfall passiert. Feuerwehrleute kamen als "Blaulicht-Nikolaus" zu den Kindern in den Ortschaften und überreichten unter anderem Süßigkeiten. Ab 17 Uhr fuhren die Blauröcke durch Gemünden-Ehringshausen, und freudige Aufregung lag über dem ganzen Ort. War die Resonanz schon alleine in Ehringshausen sehr groß, nahmen sogar Kinder aus Nachbargemeinden teil, weil sich die geplante außergewöhnliche Aktion auch sehr schnell in den Orten rings um Ehringshausen herumgesprochen hatte.

Gemeinsam mit ihren Eltern machten die Kinder auf den Straßen vor ihren Häusern mit Laternen auf sich aufmerksam, damit der "Blaulicht-Nikolaus" im hell erleuchteten Feuerwehrauto vorfahren und jedem Kind ein kleines Geschenk überreichen konnte. Insgesamt hat Nikolaus Alexander Diegel-Bräuer, wie er berichtet, rund 90 Päckchen (gesponsert von den Mitgliedern der Einsatzabteilung) an die Kinder verteilen können.

Die Feuerwehr-Einsatzabteilung wollte mit der Aktion zwar in erster Linie in der kontaktarmen Corona-Zeit den Kindern eine Freude bereiten, aber auch gleichzeitig Werbung für die Feuerwehr und insbesondere den Nachwuchs in der Jugendfeuerwehr machen. Denn im kommenden Jahr geht die Jugendarbeit wieder los, und weil in der Ehringshäuser Jugendfeuerwehr gerade ein Generationswechsel stattfindet, braucht man Nachwuchs und hofft, dass sich viele Kinder ab neun Jahre dafür entscheiden.

Auch in Mücke-Höckersdorf finden die Treffen der Mini- und Jugendwehr nicht statt, und die sozialen Kontakte liegen brach. Deshalb hat man sich von der Jugendfeuerwehr Gedanken gemacht und für die einzelnen Gruppen Päckchen gepackt. Gemeindejugendwartin Michaela Wießner hat also 212 Päckchen geschnürt und sie den örtlichen Nikoläusen übergeben. In den Päckchen waren Süßigkeiten sowie ein Knautschball, und die Minis erhielten Handwärmer sowie Süßigkeiten. Die Kinder waren gebeten worden, einen Stiefel vor die Haustüre zu stellen, dieser wurde dann befüllt. Alles war kontaktlos organisiert.

Höckersdorfs Jugendwartin Vanessa Kunadt und ihre Mitstreiterin Agnes Büttner hatten für die Kinder kleine weitere Geschenke besorgt. Diese wurden individuell auf das Alter abgestimmt. Am Nikolausabend fuhr man mit leiser Weihnachtsmusik durch das Dorf und Nikolaus Tobias Horst verteilte die 37 Geschenke.

Weihnachtsmusik aus Lautsprechern

In Merlau hatten die Eltern Geschenke für ihre Kinder im Feuerwehrhaus abgegeben, und die Feuerwehr hatte zudem für alle Mitglieder der Jugend- und Kinderfeuerwehr ein weiteres Päckchen.

Die Sellnröder Jugendfeuerwehr mit Janine Lutz und Christina Ellrich hatte viel zu tun. Zum einen wurden die Päckchen der Gemeindejugendwartin verteilt und ergänzt durch Apfel, Nuss und Mandelkern mit Mandarinen. Der Mannschaftstransportwagen wurde umgerüstet und war wunderschön beleuchtet, im Wageninnern lagen die Päckchen. Nikolaus Gustav Emrich hatte viele Helfer und Lichtträger, die ihn bei seinem Rundgang unterstützten. Weihnachtsmusik kam aus den Lautsprechern, und 60 Kinder freuten sich über die schönen Geschenke.

"Am Nikolaustag verbreiten auch kleine Dinge eine große Freude", lautete einer der Sprüche, die die Feuerwehrleute von Ulrichstein-Ober-Seibertenrod auf die 31 Päckchen geschrieben hatten. In all den Jahren vorher organisierte die Maijugend eine große Nikolausparade auf dem Dorfplatz am Dorfgemeinschaftshaus, was dieses Jahr ausfallen musste. Gepackt wurden alternativ Nüsse, Mandarinen sowie Süßigkeiten, und dann gab es noch einen Lebkuchenmann mit einer Pfeife. Für die Babys wurden Obstgläschen verpackt.

Dreiergruppe mit Handwagen

Mit einem schwer beladenen Handwagen machten sich die drei Gesellen auf den Weg. Oft wird der Nikolaus vom Knecht Ruprecht begleitet. Dieser übernimmt dann den strafenden Part mit der Rute. Aber auch ein Engel ist oftmals an der Seite des Heiligen Nikolaus. In dieser Rolle verteilte Sebastian Volp die Geschenke, der gute Engel war Christoph Frank und an ihrer Seite lief Markus Volp als Knecht Ruprecht mit. Mit Handwagen und einer großen Schelle zum Klingen machten sie sich auf den Weg, um die Kinder zu beschenken.

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