Für neue Pandemien rüsten

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Alsfeld (pm). Nun sei auch Landrat Görig für den Neubau des Alsfelder Krankenhauses, heißt es in der jüngsten Pressemitteilung der Linksfraktion im Kreistag. »Weil vorher zur Sanierung des alten Gebäudes angeblich keinerlei Alternativen bestanden, lagen dazu auch keine Untersuchungen und Daten vor«, erklärt Dietmar Schnell. »Jetzt hat die Firma Andree Consult Material nachgeliefert und nennt gewichtige Argumente für einen Neubau«, so Schnell weiter.

Widerspruch klären

Trotz eines enormen finanziellen Aufwandes von mindestens 75 Millionen Euro für die Sanierung und einer Bauzeit über den langen Zeitraum von 15 Jahren bei laufendem Betrieb würden nach Abschluss des Projekts erneute Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen anstehen. Für die gesundheitliche Versorgung der Patienten sei kein zeitgemäßer Standard im alten Gebäude erreichbar. Mit einem Neubau könnten adäquate Strukturen geschaffen werden.

Neben den 75 Millionen Euro für das Sanierungskonzept des alten Krankenhausgebäudes berechnet Andree-Consult etwa 66 Millionen für einen Neubau zuzüglich einiger Millionen Euro für notwendige Maßnahmen am alten Gebäude, damit es bis zur Fertigstellung des Neubaus weiter betrieben werden kann. »In einem Gutachten von 2012, ebenfalls von Andree-Consult, waren Kosten für den Umbau des Krankenhauses 21 Millionen Euro veranschlagt und für den Neubau von 26 Millionen Euro. Diesen Widerspruch zu den jetzt genannten Summen sollten die Vertreter von Andree-Consult aufklären«, meint Michael Riese. »In der bisherigen Diskussion über das Krankenhaus wird aber ein Aspekt für die Planung nicht ausreichend gewürdigt. Man muss aus der Covid-19-Pandemie auch für den Krankenhausbetrieb Lehren ziehen«, sagte Riese. Die jetzige Virusverbreitung werde vor dem Hintergrund der Globalisierung, des Bevölkerungswachstums und auch des Klimawandels nicht die letzte sein.

Bettenzahl beibehalten

Das bedeute schlichtweg, dass das Alsfelder Krankenhaus auf die Behandlung und Unterbringung infizierter Patienten vorbereitet sein müsse. Dies betreffe die Stationen, die Notaufnahme, die Intensivmedizin und die digitale Infrastruktur der Medizin. Vor diesem Hintergrund solle auch die Reduzierung der Bettenzahl überdacht werden.

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