Pflanzaktion in der Nähe des Petershainer Hofes. FOTO:SF
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Pflanzaktion in der Nähe des Petershainer Hofes. FOTO:SF

40 neue Bäumchen für den Wald

  • vonJutta Schuett-Frank
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Ulrichstein-Bobenhausen(sf). Der Jugendtreff aus Bobenhausen mit Pfarrer Detlef Metz hatten sich für die jüngste Pflanzaktion herrliches Wetter ausgesucht. Der Jugendtreff ist recht aktiv in der Kirchen- gemeinde, so Metz. Man trifft sich einmal im Monat hauptsächlich zu Spieleabenden, in der Sommerzeit wird etwas im Freien unternommen, so wurde der jüdische Friedhof besucht. Das Pflanzen von Bäumen im heimischen Wald war ein Anliegen der Jugendlichen.

Bericht über "Pflanzfrauen"

Doch wegen Corona wurde das Projekt verschoben, bis es kürzlich stattfinden konnte. Gemeinsames Ziel war der Petershainer Hof und dort übernahm Revierförster und Jugendpädagoge Hessen Forst, Rainer Hellwig, die Leitung.

Die erste Anlaufstelle war der ehemalige Pflanzgarten. Dort erzählte Hellwig den Jugendlichen etwas über die Bedeutung der damaligen sogenannten Pflanzfrauen. Im Wald gewachsene Stecklinge wurden ausgezogen und wieder frisch verpflanzt. Hellwig lobte die Jugendlichen, dass sie sich mit einer Pflanzaktion im Vogelsberger Wald einbringen.

Trotz des guten Bodens sei auch hier der Wald am Kränkeln, durch heiße Sommer, wenig Wasser und den Borkenkäfer. In der Nähe des Petershainer Hofes habe man einen großen Fichtenbestand verloren und dieser soll wieder aufgeforstet werden.

Zuerst rüsteten sich die Mädchen und Jungen mit Grab- gabeln und Grabschaufeln aus und dann zeigte ihnen Revierförster Hellwig die Heran- gehensweise. Man muss sehr achtsam mit dem Wurzelwerk sein. Pfarrer Metz dankte dem Revierförster, dass er die Pflanzaktion ermöglichte. Es kam auch die Rede auf die Libanon-Zeder, die könnte, so Hellwig, bald hier heimisch werden. Nach einer kleinen Blattkunde schritt man dann zur Tat. Mit den "selbstgeworbenen Wildlingen" (so die Fachbezeichnung), die in mehreren alten Originalpflanz- taschen Platz fanden, ging es auf die Lichtung.

Bergahorn und Spitzahorn, Wildkirche, Buchen und Eichen wurden gepflanzt. Der Berg- und Spitzahorn sowie die Esche verbreiten sich wie im Fluge. Ihre Samen verteilt der Wind und deshalb findet man sie fast überall in den Wäldern. Es wurden dann große Löcher ausgehoben und die Bäume vorsichtig eingesetzt. Die vielen feinen, kleinen Wurzeln wurden behutsam in das Erdreich ein- gebracht.

Manschette gegen Wildverbiss

Nur wenn das ganz ordentlich gemacht wird, hat der Baum gute Chancen, zu überleben. Zum Schutz vor Wildverbiss wurden Manschetten angebracht, die in einigen Jahren entfernt werden. "Der Vogelsberg hat einen nährstoffreichen Boden, dieser bietet einen optimalen Lebensraum für Kräuter, Gras und so fühlen sich auch die heimischen Wildtiere dort wohl, diese wiederum knabbern gerne an Jungpflanzen", führte Rainer Hellwig aus. Nach getaner Arbeit, die weitaus schwerer war als ursprünglich angedacht, trat man den Fußmarsch zurück an das alte Pflanzhaus an.

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