Wenn’s nicht raus auf die Straße geht, dann wird halt im "Trockendock" gefeiert. Prinzenpaar und weitere Narren lassen sich die Laune in Mücke am Ende nicht verderben. Der Umzug war vorher wegen der Wetterprognose abgesagt worden. FOTOS: SF
+
Wenn’s nicht raus auf die Straße geht, dann wird halt im "Trockendock" gefeiert. Prinzenpaar und weitere Narren lassen sich die Laune in Mücke am Ende nicht verderben. Der Umzug war vorher wegen der Wetterprognose abgesagt worden. FOTOS: SF

Narren müssen drinnen bleiben

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
    schließen

Lange Gesichter am Sonntagmittag bei den Narren, die beim Mücker Umzug feiern wollten. Wegen der Wetterlage fiel er aus. Bei vielen war die Enttäuschung groß. Aber es gibt auch einen Trost.

Wird aus dem heftigen Lüftchen am Ende ein dicker Sturm? Das war die entscheidende Frage am Sonntagvormittag bei der Krisensitzung in Mücke. Nach Beratung der für die Sicherheit Verantwortlichen fiel die Entscheidung: Der Faschingsumzug und die anschließende Abschlussveranstaltung im Festzelt wurden wegen der herrschenden Wetterverhältnisse und der weiterhin schlechten Prognose abgesagt. Gegen 11 Uhr stand fest: der Mücker Umzug kann keine Runde durch die Kerngemeinde machen und damit viele Narren in Verzückung versetzen.

Bei der letzten Sicherheitsbesprechung mit Vertretern der Vereine in der Umzugs GbR, DRK, Feuerwehr, Polizei, Bürgermeister und Ordnungsamt kam man überein, wegen der angesagten Sturmlage gebe es keine andere Möglichkeit, als das von vielen schon sehnlich erwartete Ereignis abzusagen. "Wir sind alle sehr traurig," meinten Verantwortliche von der Umzugs GbR gegenüber dieser Zeitung. Denn dem Umzug gehen wochenlange umfangreiche Vorbereitungen voraus.

Aber die Sicherheit ging vor, unter Umständen müssten Organisatoren ansonsten mit ihrem privaten Vermögen haften, sollte ein Unglück passieren, was nie ausgeschlossen werden kann, wenn sich beispielsweise Wagenaufbauten oder Dachziegel selbstständig machen. Doch nicht nur der Umzug an sich schien gefährdet. Auch die sich anschließende Feier im Festzelt drohte bei angekündigten Sturmböen bis zu 100 Kilometern pro Stunde vom Winde verweht zu werden. Zwar habe der Festwirt versprochen, dass das Zelt bis 120 km/h sturmsicher ist, doch diese Nagelprobe wollten die Verantwortlichen lieber nicht machen.

Finanzieller Schaden

Der finanzielle Schaden durch die Absage ist groß. So müssen allein im Vorfeld an den Festwirt 20 000 Euro abgeführt werden, dieses Geld ist in den "Sand gesetzt". Zudem wurden für mindestens 15 000 erwartete Zuschauer Umzugsbuttons gekauft. Als die angekündigte Wetterlage den Verantwortlichen keine andere Wahl ließ, war die Zugaufstellung bereits in vollem Gange. Schon viele der Zugteilnehmer und Gruppen waren samt Wagen angereist und in fröhlicher Erwartung, wenn auch mit bangem Blick auf den Himmel, der scheinbar zunächst nur Regen "im Angebot" hatte.

Von den Wagen seien zum Zeitpunkt der Absage "schon 30 Prozent" da gewesen, hieß es. Und auch die Feierwütigen reisten an, eine echte Herausforderung für die Veranstalter, die die enttäuschten Narren vertrösten mussten. "Die stürmten ran und wir mussten Ihnen sagen, geht wieder und sucht euch ein anderes Plätzchen zum Feiern." Was viele dann auch in der Umgebung gefunden haben, darunter auch aus Nachbargemeinden angereiste Fußgruppen.

Für die vielen Helfer des Umzugs begannen dann schon die Aufräum- und Abbauarbeiten, um rechtzeitig alles wieder sauber zu bekommen. Der "Mücker Turm", von dem aus man einen besonders guten Blick auf das Zuggeschehen hat, war erst gar nicht komplett aufgebaut werden, wohl in weiser Vorausahnung.

Verständnis für Entscheidung

"Die Verantwortlichen haben es sich wirklich nicht leicht gemacht, den Umzug abzusagen", sagte Bürgermeister Andreas Sommer. Der Flensunger Faschingsprinz hatte sein Schiff übrigens ins firmeneigene "Trockendock" verlegt und dort waren die Narren nicht verlegen und ließen eine Party steigen. Es hatte sich in Faschingskreisen herumgesprochen und peu à peu trudelten noch weitere Narren ein.

In den sozialen Netzwerken äußerten etliche Verständnis für die Entscheidung für die Absage, andere verwiesen auf Umzüge, die stattgefunden haben, so in Gießen oder Frankfurt. Weil das perfekte Feiervergnügen dem Wetter zum Opfer fiel, haben die Organisatoren bekannt gegeben, dass der Zug im Sommer nachgeholt wird.

Abgesagt wurde am Sonntag auch der Umzug im Alsfelder Stadtteil Angenrod.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare