Am Waldrand zum Gleental gab es einen Polizeieinsatz mit Bezug zu den Baumbesetzungen.
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Am Waldrand zum Gleental gab es einen Polizeieinsatz mit Bezug zu den Baumbesetzungen.

Wer nahm das Baumhausholz mit?

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Der umstrittene Bau der Autobahn 49 rückt näher. Die Zeichen sind unüber- sehbar. An verschiedenen Stellen haben Vorarbeiten für den Bau begonnen und jüngst gab es einen Polizeieinsatz im Dannenröder Forst, hinter dem einige Fragezeichen stehen.

Seitens der Baumbesetzer kam jetzt der Hinweis auf einen Polizeieinsatz, der sich schon am vergangenen Samstagabend ereignet hat. Dabei wurde im Waldgebiet nahe des Schmitthofs bei Lehrbach Baumaterial für weitere Baumhäuser abtransportiert. Das bestätigt das Polizeipräsidium Mittelhessen, das zuständig für die Koordination von Einsätzen rund um den Autobahnbau im hiesigen Bereich ist.

Die Polizeistation in Alsfeld sei am Samstagnachmittag von Mitarbeitern der Wasserbetriebe Mittelhessen verständigt worden, weil im Wald zwischen Lehrbach und Dannenrod Bretter und Hölzer abgelegt worden waren, so der Polizei-Pressesprecher.

Eine Streife sei dann zum Dannenröder Forst gefahren und habe an einem Wegrand mehrere Holzbalken, Wellbleche sowie Dachlatten und Bretter festgestellt. "Zur Eigentumssicherung und Gefahrenabwehr wurden die Sachen dann dort von dem zuständigen Bauhof weggebracht", so der Polizeisprecher. Es habe keine weiteren Vorkommnisse gegeben. Unklar ist aber, welcher Bauhof dort sein vermeintliches Eigentum gesichert hat. Eine Nachfrage der Alsfelder Allgemeinen Zeitung bei den Verwaltungen in Kirtorf und Homberg ergab, dass dort von dem Vorgang nichts bekannt ist.

Der Kirtorfer Bürgermeister Andreas Fey und der Homberger Hauptamtsleiter Markus Haumann sagten übereinstimmend, dass die Bauhöfe der beiden anliegenden Kommunen nicht in das Geschehen eingebunden waren. Aus Reihen der A 49-Gegner hieß es, etwa 20 Polizeibeamte mit drei Fahrzeugen seien bei dem Einsatz am Waldrand in Richtung Gleental dabei gewesen. "Vermummte Gestalten in einem Zivilfahrzeug" hätten die Balken und Bretter abtransportiert.

Vorbereitungen für Bau angelaufen

Aufmerksam beobachten zahlreiche Homberger zudem laufende Bauarbeiten an der Landstraße von Homberg nach Appenrod. Etwa in der Mitte der Strecke, in Höhe der geplanten Auffahrt Homberg zur A 49, hat ein Bagger dieser Tage bereits eine größere Fläche geräumt. Sattelschlepper bringen Schotter heran, um den Platz zu befestigen, eine Kameraanlage überwacht das Areal unweit der Pumpstation für die Gasleitung "Open Grid". Mit der Gasleitung haben die vorbereitenden Arbeiten zu tun, bestätigt die Deges, Planungsgesellschaft für den Autobahnbau. Die Autobahn überquert auf der Kuppe zwischen der Landstraße und Maulbach nämlich die dort verlaufende Ferngasleitung. Zur Bauvorbereitung wird das 1,20 Meter starke Rohr neu verlegt. Die nun freigeräumte Fläche an der Landstraße soll wohl als Lagerplatz für die Gasröhren dienen.

Bestätigt ist inzwischen auch, dass im Vorgriff auf die eigentlichen Bauarbeiten an der Autobahn noch ein Stück Wald bei Maulbach gefällt wird.

Dort will die Betreiberfirma der Hochspannungsleitung, die Firma Avacon, zusätzliche Bäume entlang der Lichtung entnehmen. Im Januar hatte es bereits Fällarbeiten entlang der Stromtrasse gegeben, um die Masten vor dem Autobahnbau zu versetzen. Die Firma teilte auf Anfrage mit, dass zurzeit geklärt wird, wie viel Wald nun noch gerodet werden muss. "Es könnte sein, dass wir bis zu einem Hektar fällen müssen." Aus Sicherheitsgründen solle die Leitung im Abstand zur Autobahn gehalten werden.

So will man vermeiden, dass im Winter Eisbruch auf die Fahrbahn fällt. Auch kann man dann bei Reparaturen an der Leitung, die allerdings sehr selten seien, oder bei regulären Wartungsarbeiten auf eine Autobahnsperrung verzichten. Im Januar habe es hierzu noch kein abgestimmtes Konzept gegeben, deshalb sei es nun zu den Veränderungen gekommen.

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