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Nachtfahrverbot für Lkw?

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Von: Kerstin Schneider

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Seit Monaten bekommen die Bürger die Belastungen durch den Schwerlastverkehr für den Autobahnbau zu spüren. Mit den Behörden soll jetzt über ein mögliches Durchfahrtsverbot für besonders betroffene Straßen verhandelt werden. © Christian Endres

Seit Monaten bekommen die Bürger die Belastungen durch den Autobahnbau zu spüren. Die Stadt will gegensteuern und Verbesserungen erwirken. Wie die genau aussehen werden, ist noch unklar. Einer der Vorschläge ist ein Nachtfahrverbot für Lkw. Auch Pläne für eine Umgehungsstraße scheinen wieder aktuell.

Kann eine Umgehungsstraße die Anwohner an den Hauptverkehrsstraßen in der Homberger Kernstadt entlasten? Der Vorschlag ist im Zuge des Autobahnbaus wieder aktuell geworden. Der Bau- und Umweltausschuss befasste sich am Donnerstag mit Überlegungen zu einer Machbarkeitsstudie Umgehung Ostring.

Ein ganz dringender Handlungsbedarf wird aber nicht gesehen. Zudem koste eine solche Studie bis zu 70 000 Euro, sagte Bürgermeisterin Claudia Blum. Die Frage sei auch, wo eine solche Umgehung denn entlanglaufen soll, wandten Ausschussmitglieder ein. Bei einer Anbindung über den Güntersteiner Weg bringe das nur eine Verlagerung der Verkehrsbelastung, aber keine Verbesserung. Zudem könnte eine Straßenführung am Wald hinter dem Campingplatz mit Vorstellungen für ein neues Baugebiet kollidieren.

Wenn sich bereits vorab herausstellt, dass eine Umgehung nicht möglich ist, dann solle man kein Geld für eine Machbarkeitsstudie zum Fenster hinauswerfen. Zu klären sei auch, wer die Kosten für eine solche Studie trägt.

Umgehung kontra Baugebietspläne

Die Ausschussmitglieder kamen einstimmig überein, zunächst die geplante Verkehrszählung abzuwarten. Dazu solle die Stadt einen Radarkasten am Ostring aufhängen, um dort Daten zu erheben.

Ein weiterer Auftrag aus der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments lautete: Die Fassadenpegel an den am stärksten durch Baustellenverkehr belasteten Häusern in Berliner, Marburger und Michelbachstraße sollen gemessen werden. Bürgermeisterin Blum erinnerte an das Ziel, in Verhandlungen mit der Bau-Arge zu erreichen, dass die Baustellenverkehre gerade nicht durch die Ortslagen führen. »Das Ergebnis dieser Verhandlungen sollten wir abwarten.« Nun soll auch geklärt werden, wer im Falle solcher Messungen die Kosten übernimmt. Aus Sicht von Ausschussmitgliedern kann das nicht die Stadt sein. Messungen der Luftschadstoffe sollen zurückgestellt werden, bis feststeht, wo der Baustellenverkehr für die Autobahnarbeiten künftig entlangführen soll.

Mit den zuständigen Behörden soll ein mögliches Durchfahrtsverbot für den Schwerverkehr erörtert werden, so eine einstimmige Beschlussempfehlung.

Das soll für Berliner und Marburger Straße und Ostring gelten. Hier könnte es aber Schwierigkeiten geben, hieß es aus der Runde, denn auch die Firma Kamax wäre dann betroffen. Deshalb müsse parallel dazu auf mögliche Alternativen wie etwa ein Nachtfahrverbot oder eine Beschränkung auf Tempo 30 gesetzt werden.

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