Der Turmfalke wird öfter am Einflugloch hoch droben auf dem Kirchturm gesehen. FOTO: HSO
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Der Turmfalke wird öfter am Einflugloch hoch droben auf dem Kirchturm gesehen. FOTO: HSO

Nach drei Jahren erster Mieter

  • vonHerbert Schott
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Feldatal-Groß-Felda(hso). Kirchtürme erfüllen als optischer Mittelpunkt eines Dorfes eigentlich die Funktion, weithin sichtbar die Uhrzeit anzuzeigen und für die Glocken einen Platz zu bieten, die dann zu verschiedenen Anlässen erklingen. Bei der Renovierung des Glockenturmes im Jahr 2017 in Groß-Felda war man der Meinung, dass der Kirchturm aber auch ganz praktisch zu einem Zuhause für viele Tierarten werden könnte.

Denn viele Vogelarten siedeln sich gerne in der Nähe von Menschen an. Turmfalken, Fledermäuse oder Schleiereulen nutzen Kirchtürme und alte Scheunen in den Städten und Dörfern als Ersatz für natürliche Bruthöhlen in Felsen oder Bäumen.

So dachte damals bei der Renovierung des Glockenturmes auch eine Gruppe von Naturschützern des örtlichen Obst- und Gartenbauvereines und sorgte dafür, dass die Schallluken nicht wieder verschlossen wurden und durch ein Einflugloch die Besiedlung eines extra gefertigten Brutkastens für Schleiereulen oder Turmfalken möglich wurde.

Bald Brutpaar?

Lange hat man nichts mehr von der Aktion gehört und nach schließlich drei Jahren machte jetzt die Nachricht bei den damaligen Initiatoren Runde: "Turmfalken haben den Nistkasten besiedelt." In der Morgensonne sieht man den Vogel in seinem Einflugloch sitzen, um sich durch die Sonnenstrahlen wärmen zu lassen. Er scheint aber seine neue Heimat zu mögen, denn nach Ausflügen in die Umgebung kehrt er immer wieder zurück und zeigt sich am Einflugloch. Bleibe zu hoffen, dass es zur Familiengründung und zum Brutgeschäft kommt und ein gemütliches Zuhause gefunden wurde.

Hier noch ein kurzer Steckbrief zum neuen Mieter auf dem Groß-Feldaer Kirchturm: Turmfalken gehören zur Ordnung der Greifvögel. Es gibt Zwergfalken und "eigentliche Falken". Der Turmfalke gehört zu den "eigentlichen Falken". Er ist rund 35 cm groß und gehört damit in Deutschland zu den kleinen Greifvögeln. Seine Spannweite beträgt 75 Zentimeter. Im Flug erkennt man ihn an seinen langen, spitzen Flügeln. Man kann ihn aber auch an seinen hellen und lauten "kikikikiki"-Rufreihen erkennen, die er vor allem im Flug ausstößt.

Der Turmfalke ernährt sich vorwiegend von Feldmäusen und Wühlmäusen, aber auch von Eidechsen und Insekten und gelegentlich von Regenwürmern. Turmfalken bleiben als Paar zumeist ein Leben lang zusammen und sind bereits nach einem Jahr geschlechtsreif.

Das Weibchen legt zwischen Mitte April und Mitte Mai vier bis sechs Eier und brütet 29 Tage lang. Nachdem die Jungen geschlüpft sind, werden sie gut vier Wochen lang gefüttert. Nachdem sie das Nest verlassen haben, werden sie noch weitere vier Wochen von den Eltern begleitet und gefüttert. Danach verlassen sie ihren Geburtsort und suchen sich ein eigenes Revier.

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