Die Abfuhr der Mülltonnen wird teurer, die Gebühren steigen in zwei Schritten. FOTO: JOL
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Die Abfuhr der Mülltonnen wird teurer, die Gebühren steigen in zwei Schritten. FOTO: JOL

Müllentsorgung wird teurer

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Müllentsorgung wird für fast alle teurer, nur Haushalte mit fünf Personen kommen in diesem Jahr glimpflich davon. Ansonsten gibt es eine Gebührenanhebung in zwei Schritten in diesem und dem nächsten Jahr, wie die ZAV-Versammlung mit großer Mehrheit beschloss.

Am Ende wurde es ein klares Ergebnis für eine deutliche Anhebung der Müllgebühren noch für dieses Jahr: Bei sechs Neinstimmen von FWG, AfD und Grünen setzten SPD, CDU und FDP in der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Vogelsbergkreis (ZAV) neue Gebühren für das Jahr 2020 durch. In der Abstimmung über eine weitere Gebührenerhöhung für die Jahre 2021 bis 2023 gab es neun Gegenstimmen von FWG, Grünen, AfD und aus der CDU. Zudem beschloss die Versammlung, eine Wiedereinführung von Gebühren für Grünschnitt zu prüfen.

Hintergrund sind die höheren Beträge, die für die Nachsorge der Bastwald-Deponie oberhalb von Schwalmtal in die Rücklagen gesteckt werden müssen. Denn das Zinsniveau ist so gering, dass die Verzinsung des angesparten Kapitals nicht mehr ausreicht. Zudem kommt der Grünschnitt teuer und Altpapier bringt kaum noch Erlöse.

Für CDU und FDP erinnerte Dr. Hans Heuser daran, dass sich die Versammlung bereits seit Oktober des Vorjahres mit den Gebühren beschäftigt. Man müsse Defizite aus den Vorjahren auffangen, Probleme wie die Rücklagen zur Deponie-Nachsorge müssten behoben werden.

"Wir wussten, dass wir Gebühren erhöhen müssen", sagte Heuser. Der Abfall werde dafür gut, günstig und ökologisch sinnvoll entsorgt. Seit Grünschnitt ohne einen Kostenbeitrag abgegeben werden kann, habe sich die Menge verdreifacht, weshalb, sei ihm immer noch ein Rätsel. In einem Antrag von CDU, FDP und SPD wird eine Untersuchung der Beratungsfirma gefordert, wie viel es bringt, wenn für einen Kubikmeter Grünschnitt fünf Euro entrichtet werden müssen.

Dr. Olaf Dahlmann sagte, der SPD falle eine Gebührenerhöhung "nicht leicht". Es sei aber gesetzlich vorgegeben, die Gebühren so zu gestalten, dass sie die Kosten decken.

Gegenrede kam von Lothar Bott für die Freien Wähler. Er bemängelte, dass einige Fragen ungeklärt seien. So habe der ZAV schon früher gegensteuern müssen, kostensparende Anträge seiner Fraktion seien in früheren Jahren abgelehnt worden. Unklar sei, wie viel aus dem dualen System eingenommen werde, und wann die Einnahmen aus der Papiersammlung verbucht würden. Gabriele Szepanski von den Grünen betonte, die politischen Entscheidungen der Vorjahre hätten zu der Schieflage geführt. "Es wurde nicht rechtzeitig gegengesteuert." Dr. Birgit Richtberg (CDU) vermisste eine klare Strategie, die auch Fragen des Klimawandels aufnehme. Ulrich Höhn (SPD) hob positiv hervor, dass die Gebührenverteilung familienfreundlich sei.

Vorsteher Rainer-Hans Vollmöller wies den Vorwurf Richtbergs zurück. Der ZAV laufe nicht den Entwicklungen hinterher. Vielmehr sei die Bundesregelung zu den Rücklagen von oben gekommen, was Löcher in die Kalkulation reiße. Die Abgeordneten in der Versammlung hätten selbst die Entscheidungen getroffen, die über die Jahre hinweg zu den niedrigen Gebühren führten. "Tut nicht so, als wärt ihr nicht beteiligt", rief er den Abgeordneten zu. Abfallentsorgung koste Geld und das für Generationen, wenn man die Kosten für die Nachsorge in der Bastwald-Deponie betrachtet. Einstimmig brachte die Versammlung die Überprüfung von Grünschnitt-Gebühren auf den Weg. Ulf-Immo Bovensmann (FWG) regte dabei an, zu prüfen, wie viel kostendeckende Entgelte für Grünschnitt bringen.

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