Zigarrenraucher sehen sich selbst als Genussmenschen

Mücke (sf). Vor einigen Tagen trafen sich die "Freunde der guten Zigarre" im Pavillon der Gaststätte "Zur alten Mücke", um ihrem Hobby zu frönen und an einer Informationsveranstaltung in Sachen Tabak teilzunehmen

Mücke (sf). Vor einigen Tagen trafen sich die "Freunde der guten Zigarre" im Pavillon der Gaststätte "Zur alten Mücke", um ihrem Hobby zu frönen und an einer Informationsveranstaltung in Sachen Tabak teilzunehmen. Organisiert hatte den Seminarabend Werner Röhrig. Steffen Rinn, der die Zigarrenmanufaktur 1993 gründete, wusste sehr viel über Tabak speziell aus Kuba zu referieren. Rinn hat die langjährige Erfahrung im früheren Familienunternehmen Rinn & Cloos in Heuchelheim gewonnen. Zuerst ging Rinn auf die Geschichte des Tabaks ein. Seit Columbus ihn 1492 auf Kuba entdeckte, erlangte der Tabak, der in Kuba ohne Kultivierung wuchs, binnen kurzer Zeit große Verbreitung und hohes Ansehen.

Mit der Zeit wurden laut Steffen Rinn neue Arten entwickelt, um beispielsweise auf die durch Klimaveränderungen hervorgerufenen Probleme in der Pflanzenzucht zu reagieren. Geerntet werden 15 bis 18 Blätter je Pflanze, wenn die Blattfarbe gelb zu werden beginnt. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Grumpen (vertrocknete Blätter am Boden) eingesammelt. Mit dem fortschreitenden Reifeprozess werden in Abständen von jeweils einer Woche die nächsten zwei bis vier unteren Blätter geerntet. Dieser Vorgang wird über vier bis sechs Wochen wiederholt, bis alle verwendbaren Blätter abgeerntet sind.

Das wertvollste Erntegut ist das Sandblatt, absteigende Qualitätsstufen sind Mittelgut, Hauptgut, Obergut und Grumpen. Je höher das Blatt an der Pflanze gewachsen ist, um so höher der Gehalt an Alkaloiden. Steffen Rinn stellte einige Zigarillos und Zigarren vor, auch solche, wo das Deckblatt und das Umblatt aus Kuba stammten. Kubanischer Tabak sei hocharomatisch und spritzig im Geschmack. Auch die Unterschiede von Shortfiller und Longfiller wurden erläutert.

Shortfiller sind die gerissenen Tabakblätter, sie sind in Europa üblich und können direkt geraucht werden. Longfiller müssen noch angeschnitten werden und bestehen aus ganzen Blättern. 1722 gab es die erste deutsche Zigarrenherstellung und in den Jahren 1830 bis 40 wurde die Zigarrenherstellung in Mittelhessen von vielen Fabriken übernommen.

Die technische Herstellung einer Zigarre sei für den Geschmack nicht ausschlaggebend, sondern die Qualität des Deckblattes und des Umblattes. Bei "Don Stefano" in Wettenberg werden auch private Labels auf Wunsch produziert. "Zigarren sind Produkte zum Genießen und sie werden nicht über Lunge geraucht", so Referent Steffen Rinn in seinem Vortrag, für den ihm abschließend gedankt wurde.

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