Werbepylon und Kirchturm über 30 Meter

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Alle Gemeindevertreter begrüßen die geplante Ansiedlung von Nordfrost im Industriegebiet Gottesrain III. Der "Full Service-Dienstleister in der Logistik" plant Lagerhallen rechts der Landesstraße nach Bernsfeld, um Lebensmittel gefrostet oder gekühlt zu lagern. In der Behandlung des Bauleitplanverfahrens in Ausschuss und Gemeindevertretung wurde jetzt allerdings Erstaunen darüber geäußert, dass die Hallen bis zu 35 Meter hoch werden können. Solche hohen Häuser kennt man in Mücke bislang nicht. Die Drehleiter der Feuerwehr ist deshalb auch nur auf eine Rettungshöhe von 23 Metern ausgelegt.

Alle Gemeindevertreter begrüßen die geplante Ansiedlung von Nordfrost im Industriegebiet Gottesrain III. Der "Full Service-Dienstleister in der Logistik" plant Lagerhallen rechts der Landesstraße nach Bernsfeld, um Lebensmittel gefrostet oder gekühlt zu lagern. In der Behandlung des Bauleitplanverfahrens in Ausschuss und Gemeindevertretung wurde jetzt allerdings Erstaunen darüber geäußert, dass die Hallen bis zu 35 Meter hoch werden können. Solche hohen Häuser kennt man in Mücke bislang nicht. Die Drehleiter der Feuerwehr ist deshalb auch nur auf eine Rettungshöhe von 23 Metern ausgelegt.

Allerdings stehen in der Gemeinde schon Bauwerke, die noch deutlich höher sind, als die geplanten Lagerhallen. In unmittelbarerer Nähe zum Industriegebiet steht beispielsweise ein Werbepylon neben der Firma Hürner, der rund 40 Meter hoch ist. Seine Höhe wird etwas dadurch kaschiert, dass sich das Fundament in einer Senke befindet und der Sockel von Büschen umgeben ist. Und ein sehr altes Bauwerk ist auch über der 30-Meter-Marke: Der Turm der Kirche in Nieder-Ohmen ist nach Angaben von Malermeister Erhard Günther rund 32,50 Meter hoch.

Im Ausschuss sowie in der Gemeindevertretung wurde deutlich, dass Bürgermeister Matthias Weitzel und die Koalition aus FW und SPD die Großinvestition nicht mit Auflagen gefährden möchten, die Grünen wollten hingegen zu optischen, naturschützerischen und energetischen Aspekten Auflagen haben, die kostenintensiv sein können. Zum Bauleitplanverfahren Gottesrain III erläuterte der Bürgermeister, das Vorhaben sei auf einem guten Weg. Nach einer ersten Offenlage sei festzustellen, dass die kleinen Probleme (schafft der Kreisel zusätzlich 100 Lkw am Tag?) sehr gut zu bewältigen seien. Grundsätzlich führte Dr. Udo Ornik für die Grünen aus, dass man für das Projekt sei, aber auf ein Mindestmaß an Berücksichtigung in Hinblick auf den Naturschutz bedacht sei. Das betreffe unter anderem die seitliche Abstandsregelung der bis zu 35 Meter hohen Gebäude. Man sei für die Fassadenbegrünung, wie vom Kreis-Bauamt vorgeschlagen, und rege auf dem Dach eine Anlage zur Gewinnung regenerativer Energie an. Außerdem stellte er die Frage, was passiere, wenn das Gutachten zum Kreisverkehr einen Umbau nahelege. Wer trage dann die Kosten? Dabei geht es nur um eine vierte Abfahrt, sagte der Bürgermeister. Wenn Stau sei, verkrafte der Kreisel auch viel mehr Verkehr als im Durchschnitt.

Weitzel legte auch dar, er sei gegen die 35 Meter Abstandsfläche, denn das mindere die Nutzfläche um immerhin rund eineinhalb Hektar. Die Anregung zur Fassadenbegrünung tangiere auch die Anlieferung von frischen Lebensmitteln etwa wegen Ungeziefers unmittelbar an der Halle. Zudem sei die Frage, welche Begrünungspflanze 35 Meter hoch wachse. Fotovoltaikanlagen seien eine Frage der Statik, das sollte man dem Investor überlassen. Die Grünen und die CDU hatten als Argument für eine Auflage (auch teilweise oder prozentual nach Dachfläche) das Argument angeführt, es handele sich mit den Kühl- und Gefriereinrichtungen schließlich um eine sehr energieintensive Anlage.

Die Änderungsanträge der Grünen fanden keine Mehrheit.

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