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Beispiel für sinnvolle Verdichtung: Im Neubaugebiet Wallenbach sind gegenüber von Schule, Sporthalle und Hallenbad ein Lebensmittelmarkt und ein Seniorenheim angesiedelt.

Regionalplan

Welche Ortsteile von Mücke sollen künftig zentral sein?

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Trendwende: Ende 2018 gab es in Mücke 9340 Bürger, rund 70 mehr als vor zehn Jahren. Seit 2008 war die Einwohnerzahl kontinuierlich gefallen.

Und um das Leben dieser Menschen ging es im Ausschuss im Vorfeld des neuen Regionalplanes Mittelhessen. Einen Fragebogen des RP hatte die Verwaltung vorab ausgefüllt, in der Sitzung ging es um Bewertungen und Änderungen.

Eine Diskussion gab es um den Begriff zentraler Ortsteil, dazu waren Flensungen, Merlau und Nieder-Ohmen genannt worden. Die FW regte an, als zentralen Punkt eher Flensungen und Merlau zu benennen. In Nieder-Ohmen sei es bei der Infrastruktur leider zurückgegangen. Dort solle man die bauliche Entwicklung nicht in Richtung Bernsfeld betreiben, sondern sehr langfristig eher einen Zusammenschluss von Merlau und Nieder-Ohmen. Dort könne dann auch ein Kindergarten entstehen.

Dr. Hans Heuser (CDU) wandte ein, die drei Dörfer seien fast schon zusammengewachsen. Es könne nicht sein, dass Nieder-Ohmen einen Status wie beispielsweise Höckersdorf erlangt.

Bauabteilungsleiter Thomas Heidlas legte dar, den Fragebogen müsse man allgemein so verstehen, dass er die Basis sein kann, den Bedarf an Siedlungs- und Gewerbefläche im Sinne von Mücke zu beeinflussen. Das bedeute, wenn man jetzt den Ort A benennt, müsse man sich nicht auf A festlegen, das signalisiere nur einen grundsätzlichen Bedarf. Das lasse sich über ein Abweichungsverfahren regeln.

Zu Gewerbefläche regte Günter Zeuner (FW) an, diese in interkommunaler Zusammenarbeit zu entwickeln, wie das Grünberg vormache. Das könne man zum Beispiel mit Homberg ausloten. Dem gegenüber favorisiert Dr. Anneliese Brunn (CDU), die Fläche hinter dem Areal Gottesrain in Richtung Wald zu nutzen. Die Anregung von Anneliese Brunn hielt Heuser für richtig, eine Gewerbefläche vor Bernsfeld (von Atzenhain aus, von der Verwaltung angeregt) für "grundfalsch". Außerdem wird noch bei Atzenhain eine Gewerbefläche gewünscht.

Dr. Udo Ornik schloss sich den Ausführungen von Heuser an, mit der Definition von zentralen Punkten lege man fest, wohin möglichst wenige Menschen von anderen Orten der Großgemeinde fahren müssten. Eine Zusammenarbeit sei allerdings in organisatorischer Hinsicht denkbar, sie werde auch gefördert.

Zeuner relativierte, man habe nichts gegen Nieder-Ohmen, aber man verspreche sich so ein größeres Gewicht bei der Definition zentraler Ort. Hinter Gottesrain I und II kann zunächst kein weiteres Gewerbegebiet ausgewiesen werden, weil die Hochspannungsleitung dagegen spricht. So etwas lässt sich aber immer verlegen, wahrscheinlich aber mit hohen Kosten.

In der Ausschusssitzung wurde deutlich, dass Mücke als Standort sehr gefragt ist. So strebt ein Investor aus Atzenhain an, in diesem Ort Märkte anzusiedeln, die Rede ist unter anderem von Obi, Rossmann und Aldi. Allerdings wird dazu die Hürde gesehen, dass man in Mücke nicht die nötige Kaufkraft gegenüber dem RP nachweisen kann. Zudem werde die seither gewachsene Struktur in Merlau/Flensungen gefährdet.

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