Ein Ferienhaus aus Holz zwischen Lavendel und Grillplatz: Dana Albers setzt im Wochenendgebiet bei Atzenhain auf Naturnähe. Auf Wunsch gibts Brötchenservice oder eine Kräuterwanderung. FOTOS: HEIDER

Urlaub

Waldhaus mit Wohlfühlgarantie

Mieter finden auf dem Tisch einen Wiesenblumenstrauß oder ein Glas selbst gekochte Marmelade. Dana Albers setzt in ihrem "Waldseechalet" in Atzenhain auf Naturnähe und Nachhaltigkeit.

Wenn die Gäste das Ferienhäuschen betreten, atmen sie mit Begeisterung den Duft von Douglasienholz ein. "Dann sind sie umgehend entspannt", erzählt Dana Albers lebhaft. Als Tourismus-Profi mit Leib und Seele will sie ihre Gäste "glücklich machen".

Seit rund einem Jahr betreibt sie im Wochenendgebiet ihr Projekt "Wald(h)auszeit". Ein Herzensprojekt, wie sie sagt, und: "Reich wird man damit nicht." Als sie mit ihrem Lebensgefährten das erste Mal auf dem Gelände stand, reifte schnell der Entschluss, es zu kaufen. Seitdem haben beide viel Arbeit und auch Geld auf dem großen Grundstück investiert. Aber bereuen? Auf keinen Fall. Das Paar hat beschlossen, für den Eigenbedarf bald ebenfalls ein Holzhaus zu errichten.

Auch die Betreiberin einer Internet-Reiseagentur hat in den vergangenen Monaten die Corona-Krise massiv gespürt: "Seit März gab es nur Stornierungen. Jetzt geht es wieder los." So hatte sie in den zurückliegenden Wochen mehr Zeit, sich auf ihr Projekt am idyllischen Holzwiesenteich (eine alte Grube aus dem Tagebergbau) zu konzentrieren. "Es ging recht schnell und das Haus war ziemlich gut gefragt. Das hat mich selbst ein wenig gewundert."

Zwischenzeitlich hat sie auch Geschäftsreisende beherbergt, die nicht in einem anonymen Hotel absteigen wollten. Zurzeit gibt es einen kleinen Boom und viele kurzfristige Anfragen, weil angesichts der weiter bestehenden Unsicherheiten Deutschlandurlaub im Trend liegt. "Corona spielt uns da schon ein bisschen in die Karten", sagt Albers. Ihre Gäste kommen beispielsweise aus Gießen, Frankfurt, aber auch aus der Schweiz und aus Dubai. "Ich hole mir die Welt nach Hause. Und nicht wenige wollen gern wiederkommen." Sie genießen die Ruhe (von der nahen Autobahn hört man nicht viel), Spaziergänge im Wald oder versuchen sich im Stand-up-Paddeling am nahen See. Die Ausrüstung können sie sich bei Dana Albers leihen, genauso wie Fahrräder.

Bei Bedarf können die Gäste mit Picknickkorb loswandern, Tipps für schöne Strecken hat Albers genug: "Ich bin selbst jeden Tag im Wald unterwegs." Sie hat die Erfahrung gemacht, dass die meisten Besucher "einfach mal total abschalten wollen." Dazu gehört, dass das WLAN auf Wunsch deaktiviert werden kann.

Abends kann man beim Barbecue und am Lagerfeuer entspannen, für das die Gastgeber alles vorbereiten. Auch ein Einkaufsservice wird auf Wunsch angeboten. Demnächst wird noch ein Saunafaß installiert. Zudem können Yoga-Kurs, Kräuterwanderung oder Ernährungsberaten vermittelt werden.

Vielleicht könne die Krise dazu führen, den Lebensstil auch in Sachen Reisen zu ändern, wieder in der näheren Umgebung zu bleiben, die Natur zu genießen. Albers war nach eigenen Worten schon immer bemüht, ihren Kunden eine etwas andere Art des Reisens nahezubringen, "aber wenn jemand eine Kreuzfahrt machen möchte, dann soll er das tun." Einen Hauch seines Lieblingsreiseziels hat sich übrigens ihr Lebensgefährte vor die Tür geholt: Dort soll ähnlich wie in der französischen Provence bald ein großes Lavendelfeld erblühen.

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