Großübung

Was tun, wenn der Wald brennt

  • Rolf Schwickert
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Am Freitag hat Landrat Görig Vollalarm für die Feuerwehren ausgelöst: Bei der Waldbrandübung sind am Wochenende hunderte Einsatzkräfte in Mücke unterwegs.

Die Lage scheint ernst und sehr bedrohlich: Weil die zivilen Rettungskräfte an ihre Grenzen kommen, stellt der Landrat den Katastrophenfall fest und richtet daraufhin an das Landeskommando Hessen in Wiesbaden einen Antrag auf Unterstützung. Und das Übungsszenario erscheint durchaus realistisch: An den heißen Apriltagen Mitte des Monats war es bereits zu mehreren Flächenbränden im Wald gekommen, die die Feuerwehren rasch ablöschen konnten. Kommt es aber zu einem großen Flächenbrand, dann ist es sinnvoll, wenn die Einsatzkräfte eine Zusammenarbeit vorher geprobt haben. Deshalb üben Feuerwehren immer wieder mit anderen – auch gemeindeübergreifend. Eingebunden sind oft DRK und THW. Dass auch Truppenteile der Bundeswehr dabei sind, ist allerdings selten. Deshalb trifft es sich gut, dass derzeit eine von zwei hessischen Kompanien der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte gerade in Stadtallendorf übt. Die Aktiven in den beiden jeweils rund 100 Personen starken Kompanien sind nach Angaben von Stabfeldwebel Bernd Völp vom Landeskommando Hessen alle Reservisten, die sich körperlich fit halten müssen und militärisch als Allrounder zu verstehen sind. Sie treffen sich mehrfach im Jahr zu Übungen, die mal ein Wochenende oder auch eine Woche dauern können. Jedes Bundesland verfügt über solche Kräfte, je nach Größe sind es ein bis vier Kompanien.

Die beiden Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien Nordhessen und Südhessen sind ein Element der Territorialen Reserve der Bundeswehr und unterstützen die Streitkräfte bei Wach- und Sicherungsaufgaben von Einrichtungen der Bundeswehr. Auch wenn die Soldaten als Allrounder unterwegs sind, für das Löschen von Waldbränden sind sie nicht ausgebildet. Bei der Übung wird deshalb geprobt, dass sie im Katastrophenfall allgemeine Aufgaben übernehmen, um Feuerwehrleute oder andere Hilfskräfte zu entlasten.

Das läuft auf verkehrslenkende Maßnahmen hinaus, die Soldaten erkunden das Gelände und bauen Kommunikationsstrukturen auf. In diesem Sinne ist an der Übung der Aufklärungs- und Verbindungszug Hessen beteiligt, den man als "die Augen und Ohren der Truppe" versteht.

Unterstützt wird die Übung auf ziviler Seite von der Bundespolizei Hünfeld, der Polizei Hessen, dem Forstamt Schotten, der Brandschutzaufsicht des Landratsamtes Vogelsbergkreis, der Ordnungsbehörde der Gemeinde Mücke, dem Technischen Hilfswerk Alsfeld, dem Deutschen Roten Kreuz Alsfeld sowie den Feuerwehren Mücke, Grünberg, Homberg, Ulrichstein und Gemünden.

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