Glücksmoment

Therapiepferd kehrt aus Klinik zurück

  • schließen

Pferd Gloria ist wieder da und Larissa glücklich. Über das besondere Verhältnis der jungen Frau aus Atzenhain zu ihrer vierbeinigen Freundin hat die Allgemeine bereits berichtet.

Gloria ist ein Therapiepferd, wenn auch nicht gezielt dafür ausgebildet. Denn eigentlich ist die 27 Jahre alte Stute bereits seit sechs Jahren aus dem normalen Reitbetrieb ausgemustert. Doch dann trat Larissa Deneke in ihr Leben. Die 19-Jährige aus Atzenhain hat von Geburt an das Pseudo-Lennox-Syndrom, das zu epileptischen Anfällen im Schlaf führt. Larissa kann, ähnlich Menschen mit Autismus, kaum Kontakt zu anderen Menschen aufbauen (die AAZ berichtete). Sie spricht mit ihrer Mutter, ihrem jüngeren Bruder und Gloria, aber wenn andere Menschen hinzukommen, verfällt sie ins Schweigen.

Da ist ein Pferd wie Gloria immens wichtig und Gabriela Deneke ist über sie heilfroh. Die Stute ist die beste Freundin ihrer Tochter. Ihr vertraut sie ihre Sorgen an, nebenbei bekommt die Mutter so manches mit, was die 19-Jährige bewegt und vorher nicht erzählt hat. Deshalb war die Behandlung nach einer schweren Verletzung so wichtig für Larissa, eine Spendenaktion will die beachtlichen Kosten abfangen.

Alte Vertrautheit ist wieder da

Das Ganze begann vor rund sechs Jahren, als die Denekes bei der Suche nach einem Pferd für Larissa die Stute fanden. Seither ist das Tier ihre beste Freundin. Die innige Verbindung wurde belastet, als sich das Tier im Dezember einen großen Riss an der Brust zuzog. Ob sie jemand verletzt hat oder ob sie sich an einem spitzen Gegenstand verwundet hat, ist immer noch unklar. Aber die Stute musste für Wochen in die Tierklinik. Nun ist die Wunde verheilt und die Familie holte den Vierbeiner ab. Larissa war an jenem Tag schon um 5 Uhr hellwach und wollte zu Gloria. "Sie war total aufgeregt," erinnert sich ihre Mutter.

In der Tierklinik hat sie dem Tier eine Decke aufgelegt und sie geputzt: "Sie war glücklich, Gloria wieder mitnehmen zu können." Denn in der Tierklinik konnte die junge Frau nicht so unbefangen mit dem Pferd sprechen. "Wenn ein paar Studenten herumwuseln, wird sie schon wieder ganz still", sagt Mutter Gabriela Deneke. Nun ist die alte Vertrautheit wieder da. Beim jüngsten Besuch des Tierarztes im Stall beruhigte Larissa das Pferd. "Du brauchst keine Angst haben, der Arzt will nur gucken und ich passe auf, dass nichts geschieht".

Allerdings sind die Kosten der Behandlung recht hoch und nur durch eine Spendenaktion der Stallgemeinschaft Grünberg-Lumda konnten bislang 2200 Euro Behandlungskosten abgedeckt werden. Noch ist ein Betrag von 1300 Euro offen und die Nachsorge kostet ebenfalls Geld, wie Deneke bestätigt. Sie betont, wie wichtig die Spenden waren, um Larissas beste Freundin gut zu behandeln. Für die nächsten Wochen muss das Pferd in einer Box auf einem Hof in Grünberg-Weitershain unterkommen, bis die Wunde komplett abgeheilt ist. Auch das ist eine finanzielle Belastung für die Familie.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare