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Dennis Bär freut sich über den erfolgreichen Surf-Abschluss am Huntington Beach, Südkalifornien.

Surfen und Studieren

Mücke-Ober-Ohmen (pm). Für Dennis Bär ging dieser Tage sein Auslandssemester in den USA mit den Abschlussprüfungen im Fach Wirtschaftswissenschaften zu Ende. Seit August studierte der 22-jährige Ober-Ohmener an der Universität Fullerton im Großraum Los Angeles.

Neben den thematischen Herausforderungen absolvierte der sportbegeisterte Student der Gießener Justus-Liebig-Universität nebenher einen Surf-Kurs. "Das Auslandsstudium war inhaltlich herausfordernd, aber die vielen Leute, die ich kennenlernte und das, was ich dort erleben durfte, war einfach klasse", resümiert Bär, der 2012 in Grünberg Abitur machte. "Ich möchte andere motivieren, ebenfalls einmal ein Semester im Ausland zu verbringen, das ist etwas ganz anderes, als sozusagen vor der Haustür zu lernen".

Dennis weiß aber auch, dass er selbst einige Hürden zu überwinden hatte, bis er die Zusage für seinen Wunschort hatte. Die California State University Fullerton erhebt – wie in den USA auch bei staatlichen Hochschulen üblich – einen Semesterbeitrag von mehreren 1000 Euro. Dazu kommen Kosten für Flug und Aufwendungen. Dennis Bär war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung, die befähigten Studenten bei Auslandsstudienzeiten unter die Arme greift. Wichtig waren überdurchschnittliche Sprachkenntnisse. Dennis war aufgrund seines Englisch-Leistungskurses in Grünberg optimal vorbereitet. "Eine zentrale Aufgabe bei meinem Studienfach Wirtschaft ist die Zusammenfassung wissenschaftlicher Texte in englischer Sprache". Auch gehöre es dazu, Bilanzen etwa von Großkonzernen zu interpretieren und Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Das Lernen an der kalifornischen Hochschule mit vielen Hausaufgaben und häufigen Test sei etwas anders als in Deutschland mit größeren zeitlichen Abständen und dafür höheren Ansprüchen.

Tricks im "Soccer" gezeigt

Das Visum gab es nach der Zusage der Gast-Uni und Belegen zur Finanzierung. "Alle Vorbereitungen haben sich gelohnt, neben den reinen Lehrinhalten habe ich noch sehr viel mehr gelernt", hebt der Student im fünften Semester hervor. Er lernte Mitstudierenden aus China, Südamerika und den USA kennen. Erster Anknüpfungspunkt war der Sport. Fußball (soccer) ist in den USA schon eine der wichtigsten Sportarten, das wurde abends von den Studenten gerne mit Dennis "von Weltmeister Deutschland" gespielt. Einige Tricks konnte der Spieler der FSG Ober-Ohmen/Ruppertenrod/Ulrichstein seinen Mitspielern zeigen. Völlig neu war für den sportbegeisterte Mücker das Surfen.

Für den zusätzlichen Kurs an der Hochschule muss man früh aufstehen: Um 7 Uhr ging es an den Huntington Beach. Körperliche Fitness mit Streckentauchen und Luft-Anhalten von 30 Sekunden ist Voraussetzung.

Fast jedes Wochenende fuhr man in Groß-Sportstätten für Basketball, Fußball, Baseball und Football in Los Angeles, um die besondere, amerikanische Atmosphäre bei den Wettkämpfen aufzunehmen. Gelegentliche Ausflüge im Südwesten der USA wie nach San Francisco oder zum Grand Canyon habe man zusammen organisiert. Und das notwendigerweise mit "überschaubarem Finanzaufwand", deshalb wurde mit jungen Leuten aus allen Nationen in Youth-Hostels genächtigt und dabei so manche "Sprachbarriere" überwunden. Bei den inneramerikanischen Flügen musste die Sporttasche reichen, um Zuschläge zu vermeiden. "Ich konnte während dieser Zeit viele spannende Orte sehen und die Vielfalt der Staaten entdecken," freut sich Dennis.

An der Hochschule war das Lernen optimal möglich, denn alles ist um einen großen Platz, den Campus, angesiedelt, weite Wege sind selten. Vom Wohnheim sind es mit dem Fahrrad nur wenige Minuten. Zusätzlich zu den staatlichen Mitteln lebt die Hochschule von großzügigen Spenden ehemaliger Studenten und Wirtschaftsführern.

Dennis wird in dieser Woche, wenn er die Prüfungen absolviert, sein Zimmer übergeben und sich verabschiedet hat, nach New York fliegen, um sich dort mit seiner Freundin zu treffen. Mit ihr hat er sich fast ein halbes Jahr nur per Videotelefon verständigen können. Die Wehmut über den Abschied vom "kalifornischen Traum" wird durch Weihnachten in New York wohl nachlassen. Anfang Januar ist Dennis wieder bei seiner Familie und Freunden in Ober-Ohmen.

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