Sportlich erfolgreich und feste Größe im Vereinsleben

Mücke–Nieder-Ohmen (ng). Der Schützenverein Nieder-Ohmen beging mit einem gelungenen und sehr gut besuchten Kommersabend im Dorfgemeinschaftshaus sein 50-jähriges Bestehen.

In den fünf Jahrzehnten wuchs der kleine Verein zu beachtlicher Größe heran. Er verfügt über zehn Schießstände (10 Meter Distanz) für Luftdruckdisziplinen, sechs (50 m) für Kleinkaliber-Disziplinen und zehn für Kurzwaffen (25 m), davon fünf als Raumschießanlage. Neben dem sportlichen Erfolg ist besonders die Pflege der Geselligkeit wichtig. Zentral ist dabei das Vereinsheim und die Beteiligung an Kirmes-Veranstaltungen.

Vorsitzender Markus Enders hieß die zahlreichen Gäste willkommen. Er sagte, 50 Jahre sind eine lange Zeitspanne, aber im Hinblick auf die Tradition der Schützenvereine und Schützengilden handelt es sich um einen kurzen Zeitraum. Schützengilden entstanden in einer Zeit, als Bürger ihre Städte mit Waffengewalt verteidigten. Die Gründer haben am 3. August 1962 einen Verein mit sportlichen und geselligen Zielen gegründet. Der Schützenverein hat seinen Platz in der Nieder-Ohmener Vereinsgemeinschaft.

Schießen als Sport erfordert Konzentration und Disziplin sowie ein "ruhiges Händchen". Der Verein verzeichnet große Erfolge, in allen möglichen Disziplinen des Deutschen Schützenbundes. Die Gastronomie des Schützenvereins sei eine Voraussetzung der Vereinsfinanzierung. Der Verein war für viele eine Familienergänzung, so Enders. So lobte er den Einsatz von Kerstin Nöcker, die Ende des Jahres auf 25 Jahre Vorstandsarbeit zurückblickt, "eine beachtliche Leistung". Man schaue schwierigen Zeiten entgegen, die man bewältigen werde.

Werner Wißner stellte die Vereinsgeschichte detailliert vor. Günter Wurm hat die Fotos aufbereitet, die er dabei vorstellte. Fotos stellte auch Kurt Reetz bereit. Am 3. August 1962 trafen sich 16 Freunde des Schießsportes in der Gastwirtschaft Döll, dem späteren Vereinslokal, um den Schützenverein zu gründen. Vorsitzender wurde Erhard Kratz, Schießwarte waren Willi Reitz und Walter Jung, Rechner Heinrich Wilhelm Tröller Schriftführer Willy Tröller, Beisitzer Arthur Ziegenhain und Willi Emmrich. Mitgründer waren Hermann Kratz, Helmut Jäger, Werner Enders, Karl Reitz, Erich Wißner, Willi Herber, Heinrich Völzing, Karlheinz Neeb, Heinrich Sauer, Erhard Kratz, Werner Wißner.

An der Spitze des Vereins gab es schon im Jahr nach der Gründung eine Veränderung, Willy Tröller übernahm den Vorsitz für fast 20 Jahre. Ihm folgten Karl-Heinz Reichert, Rainer Langer, nochmals Willy Tröller, dann Rainer Kauer und bis heute Markus Enders. Der tatkräftige Vorstand habe sich große Verdienste um den Verein erworben. So hat Walter Jung von 1962 bis 1999 im Vorstand in verschiedenen Aufgaben mitgearbeitet.

Geschossen wurde zunächst nur mit dem Luftgewehr. Die finanzielle Lage war sehr angespannt, weil Beiträge und Schießgeld zunächst einzige Einnahmen darstellten. Schon nach einem knappen halben Jahr konnte der Verein vier Zuganlagen und drei Luftgewehre sein eigen nennen. Bereits am 29. April 1963 befasste man sich mit dem Bau eines KK-Schießstandes. Nachdem verschiedene Standorte verworfen wurden, kam man zu dem heutigen Gelände an der Straße nach Elpenrod. Eine Mitgliederversammlung hat am 22. November 1963 den Bau beschlossen. Ende 1966 war der Stand fertig, der Elektroanschluss wurde bis zur Einweihung im August 1967 realisiert.

Die Durchführung von Veranstaltungen in den folgenden Jahrzehnten und die Bewirtschaftung des Schützenhauses erbrachten eine gute finanzielle Basis für den Betrieb der Anlagen. Die meisten Baumaßnahmen wären ohne Unterstützung von Gemeinde, Kreis, Land und Verbänden nicht zu realisieren gewesen. Geholfen haben viele Firmen und Aktive wie Willi Reitz und Karl Tröller.

1970 errichtet man den Luftgewehrschießstand, 1972 wurde der Wirtschaftsbetrieb konzessioniert, Leitung durch Kurt Reetz, Reiner Kauer, Franziska Kauer, Jutta Tröller und Bettina Nagel. Im selben Jahr errichtete man den ersten Sportpistolenstand. 1973 veranstaltete der Verein die erste Vereinskirmes und löste so die finanziellen Probleme. Die Wasserversorgung schuf man in Eigenleistung mit Hilfe von Ernst Ruckelshaußen. 1977 traten die ersten Schützinnen dem Verein bei und es gab aufwendige Arbeiten im Vereinsgebäude. 1981 setzte der Verein für Frauen das passive Wahlrecht um, Christa Wißner wird erste Damenvertreterin.

1986 leistete man die Sanierung des Schützenhausdaches in Eigenleistung, so Wißner. 1991 wurde das gerade mal vier Jahre alte Gerätehaus durch Brandstiftung vernichtet. 1997 ging der Verein die Raumschießanlage an, die 2000 errichtet war. 1999 stellte man die Klärteiche fertig. An beiden Maßnahmen hat Erhard Hopp maßgeblich mitgewirkt – besonders bei Planung und Bauleitung. Hauptsächlich an der Planung war seine Frau Uschi in hohem Maße beteiligt. 2002 installierte man eine neue Heizungsanlage. Ab 2010 ist der Verein jährlich an der Kirmes beteiligt. Den Vorstand bilden neben Enders Manuel Wurm als Stellvertreter, Maike Philipp als Rechnerin, Bettina Nagel als Vereinswirtin, Kerstin Nöcker als Schriftführerin, Jan Siegfried, Dennis Heinrich und Rainer Horst als Schießwarte.

Wißner erwähnte als sportliche Erfolge die Hessenmeistertitel von Bettina Kauer im LG-3-Stellungskampf, Martin Reetz mit Luftgewehr, Yvonne Kratz mit Sportpistole und Bernhard Ernst am Revolver .44 Magnum. Kerstin Nöcker habe mit einem sehr guten Ergebnis bei der Hessischen Meisterschaft Zimmerstutzen das Limit für die Deutsche Meisterschaft erreicht.

Erfreulich liefe die Jugendarbeit durch den vorbildlichen Einsatz von Jens Tröller, Kerstin Nöcker und Jan Siegfried. Da habe man ein hohes Niveau erreicht. Bei Veranstaltungen und Arbeitseinsätzen seien etliche Mitglieder oft mit der ganzen Familie vertreten.

In Grußworten wiesen Landrat Manfred Görig und Bürgermeister Matthias Weitzel, auf die Bedeutung der Jugendarbeit hin. Ortsvorsteher Helmut Reitz überreichte als Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Nieder-Ohmen Präsente. Für den Schützenkreis Laubach überbrachte Iris Mattes (Wohnfeld). ein Grußwort und Präsente vieler Vereine des Schützenkreises.

Gründungsmitglieder und Mitglieder mit 50-jähriger Zugehörigkeit wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Werner Wißner, Willi Reitz, Helmut Jäger (verhindert Erich Wißner), Hermann Kreicker, Herbert Höres, Erhard Reitz. Markus Enders hob besonders den Einsatz der Helfer für die Feier hervor. Großer Dank ging an Kerstin Nöcker für die Organisation des Abends.

Der Posaunenchor Nieder-Ohmen unter Leitung von Frank Sodtke eröffnete mit "Preludio", "Marsch Festwetter" und "Lady Madonna" die Veranstaltung. Der Gesangverein "Ancora Amena" unter Leitung von Stefan Spielberger trug zum Gelingen mit "Philosophen Blues", "Heute hier, Morgen dort" und "Pata pata" stimmungsvoll bei.

Nächste Veranstaltungen sind das Ortspokalschießen am 1. September ab 13 Uhr und der Kreisschützenball am 17. November, mit Musik, Tanz und Sektbar.

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