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Heinz-Günther Horst (l.) und Armin Müller haben die Sitzgruppe am Lutherweg bei Ober-Ohmen neu gestrichen. Von dem Platz aus hat man eine herrliche Aussicht.

Sitzgruppe aufgefrischt

  • VonJutta Schuett-Frank
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Mücke-Ober-Ohmen (sf). Die beiden Frührentner Heinz-Günther Horst und Armin Müller haben dieser Tage die Sitzgruppe am Lutherweg in Ober-Ohmen von hohem Bewuchs frei gemäht und mit einem neuen Anstrich versehen. Die Idee kam den beiden schon im vergangenen Jahr, als sie vom Standort der Sitzgruppe aus den Kometen »Neowise« beobachtet haben.

Von der Sitzgruppe aus, die sich nur wenige Meter unterhalb von den Windkraftanlagen »Am grauen Berg« befindet, hat man nicht nur einen herrlichen Blick bis in den Taunus, man kann von dort aus auch sehr gut den Sternenhimmel beobachten.

Sterne beobachten

Für Hobbyastronom Armin Müller und seinen naturverbundenen Freund Heinz-Günther Horst war klar, »dieser wunderbare Fleck Erde verdient eine Aufwertung«. Jetzt endlich war es dann so weit: Nachdem ihnen immer wieder das Wetter einen Strich durch ihr Vorhaben gemacht hatte, konnten die Männer bei herrlichem Sonnenschein Sense, Farbe und Pinsel zum Einsatz bringen. In wenigen Tagen soll noch ein zweiter Anstrich erfolgen.

Es bleibe zu hoffen, dass noch viele Wanderer und Pilger den Platz künftig zur Rast aufsuchen und einen Abstecher nach Ober-Ohmen machen, um sich etwa in dem imposanten Chorturm aus dem 13. Jahrhundert, der sogenannten Elisabethkapelle, die sehenswerten Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert anzusehen. Die Bildnisse von heiligen Frauen, allen voran Elisabeth, sind von besonderem historischen Wert. Am Eingang der Kapelle erhalten Pilger auch ihren Stempel.

Noch eine kleine Anekdote: Die beiden fleißigen Anstreicher fanden bei ihrer Arbeit Reste einer Brotzeit und vermuteten scherzhaft, »dass diese vielleicht von Martin Luther stammen könnten, als er sich hier vor rund 500 Jahren bei einer Rast stärkte«. Nach genauerem Hinsehen entpuppten sich die Hinterlassenschaften allerdings als neuzeitliche Wurstreste im Kunstdarm.

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