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Ruine und Wege ausgebessert

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Von: Jutta Schuett-Frank

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Viele Helfer sind dabei, die geliebte Burgschoan auf Vordermann zu bringen. © Jutta Schuett-Frank

Mücke-Nieder-Ohmen (sf). Der Ortsbeirat Nieder-Ohmen mit Ortsvorsteher Jörg Matthias an der Spitze hatte sich am Samstag ein echtes Großprojekt vorgenommen. Viele freiwillige Helferinnen und Helfer waren dazu gekommen, um den Ortsbeirat bei seinem Vorhaben, die geliebte Burgschoan auf Vordermann zu bringen, zu unterstützen.

Die Burgschoan ist für die Nieder-Ohmener ein besonders wichtiger Platz. Es ist ein schönes Fleckchen Erde mit Geschichte, dort werden Gottesdienst abgehalten, oder neuerdings auch Trauungen, der Himmelfahrtsfrühschoppen mit dem Entenrennen und vieles mehr. Das Stückchen Land liegt beschaulich mitten im Ort an der Ohm, und dort gibt es viel Sonne wenn sie denn scheint, aber auch die mächtigen Bäume spenden ihren entsprechenden Schatten. Auch im neuen Mücke-Flyer ist die Burgschoan als Sehenswürdigkeit gekennzeichnet.

Im August 1986 wurde bei Baggerarbeiten im Zusammenhang mit der Verlegung eines Abwasserkanals das Fundament eines Rundturms freigelegt. Es handelt sich dabei um die Reste einer Burg, die auf der »Burgschoan« in Nieder-Ohmen gestanden haben soll. Die »Burgschoan« ist eine künstliche Insel, die von der Ohm östlich und von dem Mühlgraben der ehemaligen Schmittermühle westlich gebildet wird. Das Turmfundament ist 13 Meter breit, hat eine Wandstärke von 3,10 Meter, und der Durchmesser des Innenrunds beträgt rund sieben Meter. Nach Abschluss der Arbeiten in den 1980er Jahren wurde das Fundament mit Natursteinen aufgemauert und die Insel als Naherholungsgebiet angelegt. Dieser Platz ist heute umgeben von einer idyllischen Parkanlage und frei zugänglich.

Alle Helfer bringen Werkzeuge mit

Auch gibt es auf der Burg- shoan einen Pavillon und eine Bogenbrücke aus Holz. Doch in den Monaten der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie war das idyllische Fleckchen ein wenig in einen Dornröschenschlaf verfallen. Der eigentliche Fußweg durch den Park war nicht mehr zu erkennen, und auch der Pavillon brauchte einen neuen Anstrich, ebenso die Bogenbrücke.

Am Samstagmorgen startete dann die Mannschaft, und zuerst wurde mit einem Radlader der Weg wieder freigeräumt. Die Erde wurde abgetragen und dann auf einen Wagen geschaufelt. Per Hand sind dann die Seitenkanten wieder frei gekratzt worden, die man zuvor nicht mehr gesehen hatte. Andere Helfer wiederum waren damit beschäftigt, das Fundament freizulegen. Es gab für jeden reichlich Arbeit, und alle packten kräftig zu.

Der neue alte Weg wurde dann mit rotem Schotter wieder aufgefüllt und festgewalzt. Thorsten und Jochen Walter hatten Radlader und Hänger gestellt, Ortsvorsteher Jörg Matthias seinen Traktor und alle anderen hatten ihre Handarbeitsartikel, wie Schaufel, Rechen oder Pickel dabei. Bei den vielen Helfern waren auch ganze Familien dabei.

Wer viel ehrenamtlich arbeitet, muss sich auch stärken. So bedankte man sich bei Gerhard Semmler und Michael Zeilen, denn sie übernahmen die Kosten der Kaltgetränke, bei Bürgermeister Andreas Sommer sagte man Dankeschön für das Frühstück. Das Restaurant »Froschkönig« aus Ermenrod spendete ferner für jeden »Arbeiter« einen Hackbraten.

Wer jetzt durch den Park schlendert, wird einen großen Unterschied merken. Mit einem guten Miteinander arbeiten, kann an einem Tag Großes bewirken.

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