Jugendhilfe

Platz für Hausaufgaben und Spiel

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Nicht jedes Kind findet in seiner Familie Bedingungen für einen guten Start ins Leben. Wo vieles schiefläuft, springt die Jugendhilfe Feldatal ein. Sie hat in Merlau einen Neubau eingeweiht.

Bei der Jugendhilfe Land Feldatal ist der Neubau der Außenstelle eingeweiht worden. Rolf Schmidt, Vorsitzender des Fördervereins, begrüßte neben vielen Mitarbeitern auch die Bürgermeister Matthias Weitzel, Lothar Bott und Dietmar Krist sowie den künftigen Bürgermeister Andreas Sommer. Über die Jugendhilfe werden Kinder und Jugendliche betreut, die es im familiären Umfeld schwer haben. Der Verein wurde 1950 gegründet. Das Angebot des Jugendheims Feldatal richtet sich an junge Menschen, die aufgrund belastender Lebenserfahrungen, traumatischer Erlebnisse, fehlender familiärer Unterstützung und/oder sozialer Fehlentwicklungen mit pädagogischer und therapeutischer Betreuung in ihrer emotionalen, sozialen und kognitiven Entwicklung gefördert werden sollen. Die Jugendhilfe gehört auch zu den großen Arbeitgebern der Gegend, sie hat 54 Beschäftigte in den unterschiedlichsten Bereichen, davon sind 36 vollzeitbeschäftigt.

Als man sich in 2009 für einen Standort in Mücke entschieden hatte, sei der Verein mit offenen Armen empfangen worden, freute sich Schmidt. Barrieren zu den Nachbarn entstanden erst gar nicht. "Es ist wichtig, dass die Bevölkerung mitgenommen und informiert wird," meinte er. Gleichzeitig sagte auch auch, dass einige anfangs dem Projekt der Wohngruppen nicht so getraut haben.

Doch habe man heute mit allen Nachbarn ein freundschaftliches Miteinander. Manchmal werden die Kinder von Anwohnern eingeladen. Versucht wird, die Familien der Kinder in Aktivitäten einzubeziehen. Der Neubau bietet künftig eine Tagesbetreuung und er wird besonders in den Mittags- und Nachmittagsstunden belegt sein. Die Kinder werden gut betreut, mit ihnen wird zudem Freizeit gestaltet. Rolf Schmidt betonte jedoch, dass man ein ideales Elternhaus niemals ersetzen könne. Der neue große Raum kann auch für Kindergeburtstage genutzt werden oder zur Hausaufgabenbetreuung. Weiter gibt es im Neubau eine Nasszelle, ein Familienzimmer sowie ein Büro für das ambulante Team, dessen Mitarbeitern im Vogelsberg unterwegs sind. Das Jugendfamilienhaus bietet somit "Hilfe unter einem Dach".

Auf dem Dach des Neubaus wird noch eine Photovoltaikanlage installiert und im April wird ein Elektroauto bei der Jugendhilfe Einzug halten. Es ist für kurze Fahrten gedacht. Das Außengelände, informierte Schmidt, wird erst im Frühjahr fertiggestellt, denn die Wetterlage war im Herbst einfach zu feucht. Es soll auch wieder eine große Rasenfläche entstehen.

Sollte sich der Speiseraum künftig als zu klein erweisen, dann ist angedacht, die Terrasse zu einem überdachten Wintergarten umzufunktionieren. Lobende Worte hatte Rolf Schmidt für die Gemeinde Mücke und das Bauamt, der Bauantrag sei schnell und reibungslos über die Bühne gegangen. Die Heizung im Gebäude findet sich übrigens an den Decken. Die Platten sind Infrarot-Strahler und man kann die Temperatur eines jeden Raumes sogar per Smartphone steuern. Der Neubau umfasst 125 Quadramter und investiert wurden 250 000 Euro, teilte Schmidt noch mit.

Bürgermeister Matthias Weitzel freut sich, mit der Jugendhilfe Feldatal eine gute Institution in der Gemeinde zu haben, die auf 65 Jahre wertvoller Arbeit blicke. Er dankte Rolf Schmidt, der sehr viel geleistet habe. Auch der Kontakt zu Vereinen und zur Feuerwehr sei sehr gut. Dafür sprach er auch ein Lob an das Mitarbeiter-Team aus.

Anschließend konnten die Besucher die Räume sowie das Haupthaus besichtigen und es gab Kaffee und Kuchen.

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