Nicht bis zum Schluss warten

  • vonHannelore Diegel
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Selbstbestimmt vorsorgen für Unfall, Krankheit und das Alter durch Verfügungen und Vollmachten, daran hat sicher jeder schon gedacht. Doch nur allzu gerne schiebt man die Entscheidung vor sich her. Um der Unsicherheit entgegenzuwirken, hatte der VdK Ingrid Michel, Geschäftsführerin des Vereins für Selbstbestimmung und Betreuung Osthessen des Sozialverbandes VdK eingeladen. Sie gab im Dorfgemeinschaftshaus den interessierten Besuchern einen Überblick, wie man unter den geltenden gesetzlichen Voraussetzungen die richtige Vorsorge treffen kann und sollte.

Selbstbestimmt vorsorgen für Unfall, Krankheit und das Alter durch Verfügungen und Vollmachten, daran hat sicher jeder schon gedacht. Doch nur allzu gerne schiebt man die Entscheidung vor sich her. Um der Unsicherheit entgegenzuwirken, hatte der VdK Ingrid Michel, Geschäftsführerin des Vereins für Selbstbestimmung und Betreuung Osthessen des Sozialverbandes VdK eingeladen. Sie gab im Dorfgemeinschaftshaus den interessierten Besuchern einen Überblick, wie man unter den geltenden gesetzlichen Voraussetzungen die richtige Vorsorge treffen kann und sollte.

Je besser die Möglichkeiten der modernen Medizin zur Verlängerung des Lebens werden, desto größer wird bei vielen Menschen das Bedürfnis, selbst darauf Einfluss nehmen zu können, welche lebensverlängernden Maßnahmen ergriffen und welche unterlassen werden sollen.

Fremdbestimmung vermeiden

Mit einer Patientenverfügung kann und sollte man festlegen und bestimmen, was medizinisch unternommen werden soll, wenn man sich selbst nicht mehr äußern kann. Wenn im Ernstfall ein Bevollmächtigter schwerwiegende Entscheidungen (Beispiel: Weiterbeatmung) treffen muss, ohne den Willen des Patienten zu kennen, dann sei dies "hammerhart". "Wichtig ist daher, die Verfügung zu erstellen, wenn man noch gesund ist und nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist", betonte Ingrid Michel.

Eine Patientenverfügung alleine reicht nicht aus, weil zum Beispiel ohne zusätzliche Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung die Vertretung gegenüber Behörden und Versicherungen, eine Aufenthaltsbestimmung oder die Regelung von Vermögensangelegenheiten nicht gewährleistet ist.

Und wenn erst einmal jemand aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigungen seine Anliegen nicht mehr selbst regeln kann, dann gehe es ganz schnell und es werde vom Gericht ein Betreuer bestellt, betonte Ingrid Michel.

Eine solche Fremdbestimmung durch Behörden kann man vermeiden, indem man in einer Vorsorgevollmacht eine Person benennt, die im Fall des Falles die notwendigen Entscheidungen treffen soll.

Ingrid Michel erläuterte die Punkte, auf die man achten muss. Um sicher zu gehen, dass die Entscheidungen in der Vorsorgevollmacht im Ernstfall nicht angezweifelt werden, rät Ingrid Michel, diese beim Ortsgericht, der Betreuungsbehörde oder bei einem Notar beglaubigen zu lassen. Ebenso ratsam und wichtig sei es, die Vollmacht bei der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. Denn was nütze eine Vorsorgevollmacht, wenn sie im Ernstfall nicht gefunden wird. "Das Zentrale Vorsorgeregister hilft den Gerichten und Ihnen", sagte sie. Zur Dokumentation der Eintragung im Zentralen Versorgungsregister erhält jeder der dort registriert ist, eine persönliche Chip-Karte, die bei der Krankenversichertenkarte aufbewahrt werden sollte.

"Jeder Arzt ist froh, wenn eine Verfügung vorliegt", sagt Michel und riet, sowohl die Verfügung als auch die Vollmacht, mit denen man auch die Angehörigen entlastet, immer zu aktualisieren. Dazu genüge es, mit Unterschrift und Datum die gemachten Angaben und Entscheidungen, wenn denn alles dabei bleiben soll, zu bestätigen. Neben der Beantwortung von Fragen zum Thema stellte Michel die Notfallbox vor, die auf Anfrage über den VdK Atzenhain zu beziehen ist. Die "Notfallbox" ist ein kleiner, aber effizienter Helfer für Rettungskräfte. Mittels zweier Aufkleber (einer an der Haustür und ein weiterer am Kühlschrank) wissen Rettungskräfte, dass sich eine Box im Kühlschrank befindet. Im Notfall spart das den Helfern Zeit und rettet womöglich Leben.

In der Rettungsdose werden auf einem Zettel alle notwendigen Informationen für einen Notfall notiert. Wichtig ist immer, die Informationen auf dem aktuellen Stand zu halten.

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