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Arm in Arm für eine bessere Zukunft: Das hat sich der neugründete "Klimafairein" für Oberhessen auf die Fahne geschrieben. Fotos: ks

Klimaschutz

Neuer Verein will die Oberhessen für nachhaltigeren Lebensstil begeistern

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Und was machst Du für den Klimaschutz? Das wurde Thorsten Reichel von seinen Kindern gefragt. Er musste erst einmal schlucken, dann dachte er nach. Das neue "Kind" ist der "Klimafairein".

Proppenvoll war es, obwohl die Teilnehmer gar nicht genau wussten, was auf sie zukommt. Reichel, im Hauptberuf bei der OVAG, und bekannt von der Bürgergenossenschaft Hallenbad Nieder-Ohmen, hatte "ein paar Bekannte und Freunde informiert, die haben andere mitgebracht." So füllten rund 200 Teilnehmer das Bernsfelder Gemeinschaftshaus. "Das Interesse war riesengroß," ist er immer noch verblüfft. In der Präsentation wurde dann das gut gehütete Geheimnis gelüftet. Vorher hatte aber Klimaschützer-Ikone Greta Thunberg in einem Video erklärt, warum es so wichtig ist, umzusteuern.

Helmut Langohr vom Vorstand des neuen "Klimafaireins" ergriff dann das Wort: "Wir wollten etwas Verrücktes machen und haben diesen Verein gegründet." Ganz so verrückt geht es dann doch nicht zu, höchst professionell wurde bereits im Vorfeld am perfekten Marketingauftritt für den jungen Verein gearbeitet. Das ging soweit, dass schon Shirts mit dem Vereinslogo gekauft werden konnten und für die Besucher Tüten mit Blühwiesen-Samen bereitlagen. "Wir haben drauf geachtet, dass die Saatmischung in Hessen gut gedeiht," so Langohr. Prominente Fürsprecher hat der neue Verein auch schon, darunter ist "Deutschlands bekanntester Förster" Peter Wohlleben.

"Wir haben 1000 Ideen und was jetzt fehlt, seid Ihr," animierte Thorsten Reichel die Zuhörer, Mitgliedschaften im neuen Verein zu zeichnen. Bisher ist es eine "handverlesene" Truppe, die aber rasch wachsen soll, hat sich der Verein doch als Wirkungsgebiet neben dem Vogelsbergkreis noch dem Raum Gießen und den Wetteraukreis ausgesucht.

"Wir brauchen ein neuen Lifestyle", so Reichel, der die Säulen der Vereinsarbeit vorstellte. So will man bis 2030 oberhessenweit eine Million Bäume pflanzen.

Geplant sind darüber hinaus ein regionales Netzwerk von Klimaaktivisten, im kommenden Frühjahr will man bei einem ersten "Faireins-Fest" zusammenkommen. Weitere Vorhaben und Ideen betreffen einen Kinoabend, eine Weihnachtsbaumaktion, ein Klimacamp im Zeltlager Eckmannshain, ein "Foodfestival", Projekttage an Schulen und in Kitas oder Workshops. Darüber hinaus möchte man eine mobile Kochschule rollen lassen. Es werde ständig so viel Negatives berichtet, sagte der 2. Vorsitzende Mark Philippi, dem wolle man etwas Positives entgegensetzen, auch wenn der Verein nach seinen Worten "nicht den Wohlstand abschaffen will." Junge Leute machten dann auf der Bühne deutlich, warum schnelles Handeln so wichtig ist, um den blauen Planet vor einer schlimmen Zukunft mit Wassermangel, Klimakriegen und weiterem Artensterben zu bewahren. Klar ist für sie: "Wir bewegen uns auf verdammt dünnem Eis."

Bei Grillwürstchen, veganer Suppe und Musik vom "Feldataler Iren" Gerry Gelvin konnten sich die Teilnehmer nachher noch unterhalten - und Mitgliedsanträge ausfüllen. Zudem konnten sich die Besucher erste Anregungen holen, wie man im Haushalt etwas für den Umweltschutz tun kann, etwa mit Ökowaschmitteln. Zudem freute sich der Verein bereits über eine erste große Spende (2000 Euro) von Badbetreiber Alexander Schmeh.

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