Mitglieder des "klimafaireins" informieren sich am Eckmannshain nahe Ulrichstein über das Pflanzen von Bäumen. FOTO: AU
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Mitglieder des "klimafaireins" informieren sich am Eckmannshain nahe Ulrichstein über das Pflanzen von Bäumen. FOTO: AU

Umwelt

Mücker "Klimafairein" will dem angeschlagenen Wald helfen

  • vonDieter Graulich
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Mitglieder des "klimafaireins" wollen bald mit ihrem Baumpflanzprojekt loslegen. Das Ziel: "Eine Million Bäume für Oberhessen."

"Eine Million Bäume für Oberhessen - klingt nach einem guten Plan, oder? Was wir dafür brauchen? Zeit und Menschen. Denn für jede neue Mitgliedschaft pflanzen wir einen Baum oder schützen den Bestand." So wirbt der Anfang Dezember des Vorjahres im Mücker Ortsteil Bernsfeld gegründete "klimafairein Oberhessen" um neue Mitglieder.

Eines sei klar: Bäume bieten Tieren und Pflanzen einen Lebensraum, sie filtern das Wasser und sie reinigen die Luft, indem sie Kohldioxid binden. "Und sie stehen für die Natur in Oberhessen." Darum richtet der Verein seinen Fokus auf sie. Zur Aufforstung nehmen die Aktiven Kontakt mit allen oberhessischen Kommunen auf und stimmen sich mit Experten ab.

Mit Bedacht suche man geeignete Flächen für das "Eine-Million-Bäume-Projekt", das oberhessische Klimaziel bis zum Jahr 2030. Dazu will der Verein gemeinsam mit Fachpersonal eine Forststrategie erarbeiten. Hierzu sei es zwingend notwendig, genug Pflanzerfahrung unter fachmännischer Anleitung zu sammeln. "Wir haben ein großes Ziel, das wir mit den Mitgliedern des Klimafaireins schaffen wollen."

Pflanzerfahrung sammeln

Erste Pflanzerfahrung sammelten jetzt der 2. Vorsitzende Mark Philippi und Beisitzerin Marlen Philippi (Groß-Eichen) zusammen mit dem zustän- digen Revierbeamten Peter Kraus und dessen sechsköpfigen Pflanztrupp aus der Slowakei in der Ulrichsteiner Gemarkung oberhalb des Zelt- lagers Eckmannshain. Peter Kraus ging beim Ortstermin zunächst auf die Aufforstungsarbeiten allgemein ein. So habe das Sturmtief Sabine, das im Februar auch über Hessen hinweg fegte, allein im Staatswald des Forstamtes Schotten über 35 000 Festmeter Sturmholz hinterlassen. Auch die Kommunen im Bereich des Vogelsberges hatten große Schäden zu beklagen. Im Stadtwald Ulrichstein fielen rund 500 Festmeter Windwurfholz den Orkanböen zum Opfer. Neben solchen Schadereignissen wie im Bereich des Waldortes Eckmannshain machen vor allem die zahlreichen Einzelwürfe den Forstleuten große Sorgen, da diese oft Ausgangspunkte für den Befall mit Borkenkäfern bilden. Dadurch können ganze Fichtenbestände vernichtet werden. Das slowakische Team bepflanzt zurzeit die rund zwei Hektar große Windwurffläche, die bereits im Februar dieses Jahres durch einen eingesetzten Harvester geräumt worden war. Rund 800 Festmeter Fichtenholz lagern derzeit noch in Poltern am angrenzenden Forstweg. Die eingesetzten Waldarbeiter pflanzen mit einem sogenannten Hohlspaten rund 4000 Fichten und 1000 Douglasien auf der vom Windwurfholz freigeräumten Kulturfläche. Arbeit ist für die Waldarbeiter reichlich vorhanden. Allein im Bereich der Revierförsterei Ulrichstein werden dieses Frühjahr über 30 000 Pflanzen gesetzt. Je nach Standort sind dies neben Fichte und Doug- lasie auch Erle, Bergahorn, Vogelkirsche und Elsbeere.

Reichlich Arbeit

Zum Schutz der Kulturpflanzen gegen Verbiss-, Schlag- und Fegeschäden, vor allem des Rehwildes, müssen durch die Arbeiter zusätzlich aufwendige Kulturgatter errichtet beziehungsweise Robinienstäbe als Einzelschutz gesteckt werden. "Wir haben sehr viel gelernt und werden, sobald die derzeitige Krise überwunden ist, unseren Mitgliedern Termine für künftige Pflanzaktionen mitteilen", diese Bilanz zogen die Vorstandsmitglieder des "klimafaireins Oberhessen", Mark und Marlen Philippi, am Ende des Ortstermins.

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