Kostümierte auf und am Rand der Strecke des Mücker Umzuges: Am Sonntag werden bis zu 20 000 Zuschauer erwartet. FOTO: SF
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Kostümierte auf und am Rand der Strecke des Mücker Umzuges: Am Sonntag werden bis zu 20 000 Zuschauer erwartet. FOTO: SF

Umzug

Mücke am Sonntag wieder Zentrum der närrischen Bewegung

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Am Sonntag startet in Mücke einer der größten Faschingsumzüge der Region. Für die Organisatoren ist das viel Arbeit.

?Über 100 Zugnummern gibt es am Sonntag im Fastnachtsumzug Mücke, andere in Mittelhessen haben höchstens um die 70. Warum ist Mücke in nicht einmal 30 Jahren so groß geworden?

"Weil das einfach Mücke ist" lautet die selbstbewusste Antwort aus dem Organisatorenkreis. Außerdem haben die beiden das Ereignis organisierenden Vereine, die Flensunger Fastnachts-Vereinigung (FFV) und der Merlauer Carnevals Verein (MCV) eine lange Tradition, der MCV entstand in den 1960er Jahren in Anlehnung an den Mainzer Karneval, und der FFV aus einer Fastnachtsabteilung des FC Mücke. Und im Laufe der Jahres sind närrische Vereinigungen aus allen Ortsteilen noch dazu gestoßen.

?Bei der inzwischen 29. Veranstaltung geht dem Umzug ein Maskottchen voran: Wie kam es dazu, und warum heißt es Steini?

Die Organisatoren wollten eine einprägsame Symbolfigur schaffen. Für die Namensfindung hatten sie in die Kindergärten Vorlagen mit einem auszumalenden Elefant gebracht, und die Kleinen sollten einen Namensvorschlag dazu schreiben. Steini gefiel den Organisatoren am besten, denn ein bedeutender Mücker Fastnachter heißt so ähnlich: der ehemalige Zugmarschall Ingo Stein. In der nächsten Kampagne wird dann wieder ein neues Maskottchen ausgewählt und ein neuer Name gesucht.

?In den letzten Wochen wurde die Vereinsförderung von den Gemeindevertretern diskutiert. Ein Anstoß kam dazu von Fastnachtsvereinen. Warum?

Die Vereinsförderung ist aus Sicht der Fastnachter fast ausschließlich auf Sportvereine ausgerichtet. So könne beispielsweise nicht für den Seniorenbereich eine Unterstützung nachgefragt werden. Man bekomme nur für die aktiven Jugendmitglieder einen Zuschuss (seither vier Euro). Die Organisatoren bedauern, dass das enorme Engagement Erwachsener über die seitherigen Vereinsförderrichtlinien nicht gewürdigt werden kann.

?Was ist in diesem Jahr neben dem Maskottchen anders?

Die Organisatoren haben Auflagen für den Jugendschutz bekommen. Wie auch bei anderen öffentlichen Veranstaltungen (Kirmes, Discoabend...), hatte es bei Umzügen Vorfälle mit alkoholisierten Jugendlichen gegeben. Deshalb bekommen jetzt alle teilnehmenden Vereine und Gruppen verschiedenfarbige Bändchen für ihre Mitglieder. Entsprechend dem Ampelsystem erhalten Jugendliche bis 16 Jahre ein rotes Bändchen, die Gruppe der 16- bis 18-Jährigen ein gelbes Bändchen und die älteren ein grünes. Dazu haben die Veranstalter auch ein Plakat mit dem Motto "Jugendschutz - wir machen mit" erstellt, das an den Verkaufsständen ausgehängt wird. Den Veranstaltern ist aber klar, dass sie nicht für alles verantwortlich sein können, denn die Erfahrung lehrt, dass Jugendliche auch Getränke mitbringen oder bereits angeheitert kommen.

?Warum hat der eine organisierende Verein den Begriff Karneval und der andere Fastnacht im Namen?

Für den Merlauer Carnevals Verein (MCV) ist der Mainzer Karneval Vorbild. Fremdensitzungen und Jugend in der Bütt sind an das große Vorbild angelehnt. Bei der Flensunger Fastnachts-Vereinigung (FFV) liefen die Anfänge über den FC, wurden FC-Fastnacht genannt. Da war es naturgemäß nicht weit zum FFC.

?Wie kommt man am besten zum Umzug, und wo kann man parken?

Parken kann man entlang den Zufahrtsstraßen und den extra dafür frei gegebenen Parkplätzen von Firmen. Ein gerne genutztes Verkehrsmittel ist auch die Bahn. Denn der Bahnhof Mücke liegt in der Mitte der Zugstrecke. Auch viele der teilnehmenden Gruppen reisen auf der Schiene an. Die Organisatoren raten, rechtzeitig zu kommen, die Stände sowie Gastronomie an der Strecke öffnen bereits um 11 Uhr (der Zug startet um 13.11 Uhr).

?Was sind die Hotspots des Mücker Umzuges?

Es gibt zwei Stellen mit Vorstellen der Gruppen. Die erste ist beim Landhotel Gärtner unmittelbar vor dem Bahnübergang, die zweite am berühmten Merlauer Turm kurz vor der Auflösung des Zuges. Dort ist auch davon auszugehen, dass Tanzgruppen tanzen und Musikzüge aufspielen. Abschließender Höhepunkt ist das 2500 Personen fassende Zelt am Sportplatz Merlau. Ein Programm gibt es nicht, die 2500 Narren werden sich auch so vergnügen können. Allerdings gibt es Faschingsmusik durch NMC und DJ Raphael sowie Moppel. Übrigens: Essen wird vor dem Zelt angeboten, gezapft wird drinnen und draußen.

?Wie oft gehen die Schranken des Bahnüberganges während des Umzuges runter?

"Wenn wir Glück haben nur einmal", sagen die Organisatoren. Es kann aber bis zu dreimal sein, je nachdem, wie schnell sich der Umzug mit 1650 Teilnehmern bewegt.

?Wie finanzieren die Veranstalter den großen Umzug?

Es gibt zwar Sponsoren, aber die meisten Einnahmen werden über den Eintritts-Button erzielt. Der kostet 2,50 Euro und kann bereits im Vorfeld beim Rewe-Markt Brückner erworben werden. Kinder sind von einem Eintrittsgeld übrigens ausgenommen.

?Wie hoch ist die Quote der Narren, die einen Eintritts-Button kaufen?

"Zu gering", lautet die eindeutige Antwort der Organisatoren. Sie schätzen, dass es lediglich der Hälfte der Zuschauer macht. "Die meisten haben ihren Geldbeutel vergessen", nennen die Veranstalter als Ausrede, wenn entlang der Strecke Buttons verkauft werden sollen. Die Veranstalter appellieren an Besucher, einen Eintrittsbutton zu erwerben, um den Fortbestand des Umzuges zu sichern. So würden teilnehmende Gruppen freiwillig das Eintrittsgeld entrichten. Bezahlt werden müssen Zelt, der Sicherheitsdienst, die Dixi-Toiletten, die Absperrungen, die Musikzüge und die Busse für sie sowie die Verpflegung der 150 Helfer aus Feuerwehren und DRK.

?Am Ende werden auch noch einige Akteure prämiert. Worum geht es dabei?

Es gibt vom Veranstalter eine Prämierung für die größte Gruppe, den schönsten Motivwagen und die schönste Fußgruppe. Bei den Gruppen werden die Preise traditionell vom NCC (Nieder-Ohmen) und dem FGA (Atzenhain) eingeheimst. Denn sie treten in der Regel mit jeweils deutlich über 100 Teilnehmern auf.

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