Kinderbetreuung

Mücke braucht dringend mehr Kindergartenplätze

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Ende der Landflucht? In Mücke werden drei neue Baugebiete ausgewiesen und jetzt wird der Neubau eines Kindergartens angeregt – möglicher Standort in der Wallenbach in Nider-Ohmen.

Die Mücker Kindergärten sind im Umbruch. Immer mehr und immer jüngere Kinder werden betreut, aus Pausenräumen wurden bereits Schlafräume. Andernorts werden Bettchen aufgeschlagen und wieder abgebaut. Das kann so nicht länger weitergehen. "Bauliche Verbesserungen müssen her, wir müssen neu bauen", betonte Bürgermeister Andreas Sommer am Mittwoch Abend in einer Ausschusssitzung. In diesem Sinne liegt der Gemeindevertretung am kommenden Mittwoch auch ein CDU-Antrag vor.

Und von SPD und Freien Wählern ist seit Juni ein Antrag im Geschäftsgang, in dem es um die Bedarfsplanung bei der Kinderbetreuung geht. Bürgermeister Sommer weist indes auf die noch anstehenden Beratungen hin: "Ob ein Neubau oder vielleicht fünf Anbauten – da ist noch alles offen."

Sommer nannte auch einige Zahlen. So liegen für die Einrichtung in Nieder-Ohmen 53 Anmeldungen vor, es gibt aber nur 24 Plätze. In den anderen gemeindlichen Einrichtungen gibt es ebenfalls weniger Plätze als Anfragen dafür. Nur in der Kita Ruppertenrod "ist noch etwas Luft". Insgesamt werden derzeit rund 290 Kinder in den kommunalen Kindergärten betreut. Es gibt aber noch den evangelischen Kindergarten in Ober-Ohmen und den in Sellnrod, der von einem Verein getragen wird, und darüber hinaus eine Reihe von Tagesmüttern.

Und dann hatte der Bürgermeister noch eine weitere Zahl parat, die bedenklich stimmen muss. Von den Erzieherinnen sind in letzter Zeit sehr viele Krankmeldungen eingegangen. 2015 waren es im Durchschnitt noch 8,5 Prozent gewesen, mittlerweile ist man bei zwölf Prozent angekommen.

Das liege über dem Schnitt in der Gemeindeverwaltung insgesamt. Sommer hält es für möglich, dass die belastende Raumsituation dazu beigetragen haben kann. Aber es gibt noch andere Erklärungsansätze. Erzieherinnen können sich bei kranken Kindern angesteckt haben. Deshalb habe man bei Hygienemaßnahmen nachgerüstet.

Der Antrag der CDU-Fraktion sieht vor, dass der Neubau eines Kindergartens grundsätzlich beschlossen werden sollte. Dazu sollen der Gemeindevorstand und die -verwaltung eine Planung mit Kostenaufstellung und Finanzierungsübersicht vorlegen. Im Falle eines möglichen Neubaues sieht die CDU den Bereich Wallenbach zwischen Merlau und Nieder-Ohmen als geeignet an. Denn dort ist wegen des Neubaugebietes der größte Zuwachs an jungen Familien zu erwarten.

Und blickt man noch weiter in die mögliche Siedlungsentwicklung, so bleibt festzustellen, dass Neubaugebiete zwischen Hallenbad und Merlau sowie am Ortsrand von Nieder-Ohmen in Richtung Bernsfeld möglich sind.

Denn diese beiden Gebiete sind bereits verkehrlich sehr gut angeschlossen. Für beide potenziellen Neubaugebiete würde ein Kindergarten Wallenbach zentral liegen.

Ein Aspekt im CDU-Antrag ist, dass geprüft werden soll, ob die neue Kinderbetreuungseinrichtung als Waldkindergarten oder Bauernhofkindergarten geführt oder als Teil der Einrichtung eine Tagespflegestelle angegliedert werden soll.

Was einen Waldkindergarten anlangt, so hatte das Bürgermeister Andreas Sommer in seinem Wahlprogramm von 2017 angeregt.

Das benachbarte Homberg unterhält einen solchen Naturkindergarten am Schloss. In Mücke wurde Ende 2013 ein Waldkindergarten abgelehnt, beantragt hatten ihn die Grünen. Argumente der Gegner damals: Es gibt genügend Waldtage in den Kitas. Sogenannte Bauernhofkindergärten sind im Gespräch in Schlitz und Linden (Kreis Gießen).

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