Haushalt

Millionen für mehr Einwohner in Mücke

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Die Mücker Gemeindevertreter haben über Ausgaben für Nordfrost, Brunnenbau und Neubaugebiete beraten. Die Ansiedlung von Firmen und Familien hat ihren Preis.

Ein neuer Betrieb bringt Arbeitsplätze und bietet die Chance, irgendwann Gewerbesteuer einzunehmen. Aber vorher muss kräftig investiert werden, wie die Ansiedlung des Gefriergut-Logistikers Nordfrost in Atzenhain zeigt. Bürgermeister Andreas Sommer beziffert die absehbaren Investitionen auf vier Millionen Euro, um das Gelände für die riesigen Kühlhäuser zu erschließen und den neuen Brunnen auszubauen. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung stellte er die Eckpunkte für den Doppelhaushalt 2019/20 vor, wobei bislang sieben bis acht Millionen Euro an Investitionen vorgesehen sind. "Das ist anspruchsvoll", betonte Sommer und er gab sich skeptisch, ob zusätzlich Geld für ein Baugebiet in Atzenhain drin ist. Denn es sind bereits Baugebiete in Flensungen, Sellnrod und Groß-Eichen in Vorbereitung, deren Erschließung viel Geld erfordere.

Kita-Gruppe am Flensunger Hof?

Bei zwei Baugebieten geht es voran. Das Gemeindeparlament fasste einstimmige Satzungsbeschlüsse für die Gebiete Flensunger Hof II und Groß-Eichen Am Graben II. In Groß-Eichen werden 14 Bauplätze entstehen, die eine durchschnittliche Größer von 580 Quadratmetern haben. Ebenso wurde der Bebauungsplan Flensunger Hof II als Satzung beschlossen. Angrenzend an das Wohngebiet Flensunger Hof entstehen in der Verlängerung der Straße Am Mittelpunkt sogar 32 Neubaugrundstücke, die im Durchschnitt rund 625 qm groß sind. In Richtung der Bundesstraße besteht die Möglichkeit, einen Lärmschutzwall aufzuschütten.

Kosten entstehen nicht allein durch Baugebiete. So hat die CDU beantragt, einen neuen Kindergarten zu errichten, um der Nachfrage gerecht zu werden. "Die Gemeinde ist attraktiv", freute sich Dr. Hans Heuser, junge Leute siedelten sich in Mücke an. Deshalb solle der Gemeindevorstand prüfen, ob eine zentrale Kita im Bereich Wallenbach oder Anbauten an die bestehenden Einrichtungen sinnvoller sind.

Den Vorstoß unterstützt Bürgermeister Sommer, man müsse beim Aufstellen des Haushaltsplans die Investitionen einplanen. Grob gerechnet kostet ein Neubau rund 3,5 Millionen Euro, dazu kommen 400 000 Euro für das Grundstück. Wenn dann zehn Erzieherinnen und eine Küchenkraft beschäftigt werden, sind pro Jahr weitere 500 000 Euro einzuplanen. Allerdings sei es schwierig, abzusehen, wie viele Kinder in einigen Jahren hingehen. Der von der CDU vorgeschlagene Waldkindergarten könne mit dem Flensunger Hof kurzfristig umgesetzt werden. Der Flensunger Hof würde eine Gruppe zu 25 Kindern "sofort annehmen". Dafür muss aber das Interesse der Eltern erkundet werden. Günter Zeuner regt an, zu prüfen, ob Räume der Grundschule Oberes Ohmtal genutzt werden können. Die Diskussion geht im Ausschuss weiter.

Kostenträchtig sind zwei größere Baumaßnahmen. So werden für den Feuerwehrstützpunkt rund 1,38 Millionen Euro aufgewendet, wie einer Übersicht von Bauamtsleiter Thomas Heidlas zu entnehmen ist. Für Fahrzeughallen und Bereitschaftsräume geht er von 932 000 Euro Baukosten aus, für den Mehrzweckraum sind es rund 445 000 Euro. Die andere Großbaustelle ist im Gemeinschaftshaus Nieder-Ohmen. Dort macht Heidlas wenig Hoffnung, bis zur Faschingskampagne fertig zu sein. Im Gebäude sei "eine Unmenge an Leitungen" brandschutztechnisch abzuschotten". Das Bauende sei noch unklar.

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