Industriegebiet

Von Maxi-Autohof zu Maxi-Investition

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Die Firma Nordfrost baut in Mücke. Dass zwischen erster Nachfrage und erstem Spatenstich nur eineinhalb Jahre liegen,ist auch der weitsichtigen Bodenbevorratung zu verdanken.

Rund eineinhalb Jahre nach der ersten guten Nachricht über eine außergewöhnliche Gewerbeansiedlung sind die ersten Arbeitsschritte im Industriegebiet Gottesrain bei Atzenhain auszumachen. Bereits die Zahl der angelieferten Baumaschinen macht die Dimension des Tiefkühllagers von Nordfrost deutlich: Bagger, Raupen und Lastwagen wurden gleich mehrfach abgeladen. Es geht immerhin um 13 Hektar Fläche in leichter Hanglage, die im ersten Schritt für die bis zu 35 Meter Gebäude begradigt und erschlossen werden müssen. Außerdem ist die Anbindung herzustellen. Sie erfolgt vom Kreisel vor dem Schnellimbiss aus.

Der Bauabteilungen des Vogelsbergkreises und auch der Gemeinde Mücke haben in den vergangenen Monaten den Weg für den ersten Bauabschnitt des Großprojektes in der Größenordnung eines mittleren zweistelligen Millionenbetrages geebnet, wie beim symbolischen ersten Spatenstich Ende des Vormonats gesagt worden war. Am Mittwoch Abend befassten sich die Gemeindevertreter mit mehreren Ausschüssen unter anderem indirekt mit der Thematik, denn der zu beratende Nachtragshaushalt für 2018 hat unter anderem den Bau eines zweiten Trinkwasserbrunnens bei Atzenhain zur Folge, um die neue Gewerbeansiedlung hinreichend zu versorgen. Der seitherige Brunnen gibt nicht genügend her.

Erste Ansiedlung 1998

Dass sich die Firma Nordfrost aus dem norddeutschen Schortens jetzt mit rund 200 Arbeitsplätzen ansiedeln kann, ist der langfristigen Planung der Gemeinde zu verdanken. Im ersten Abschnitt war nur der Maxi-Autohof der Auslöser, die seitherigen Bauabschnitte eins und zwei wurden im Verlauf mehrerer Jahr schrittweise von der Gemeinde veräußert und bebaut.

Dabei kam es zur Aussiedlung von Mücker Betrieben aus Platzgründen (etwa das Autohaus im ersten Bauabschnitt) oder auch zu Neuansiedlungen von Firmen, die auf deinen direkten Autobahnanschluss angewiesen sind. Unter diesem Aspekt kam beispielsweise eine Firma aus Homberg nach Mücke. Das wirkte sich sämtlich positiv für Mücke aus, sei es durch Gewerbesteuer oder Arbeitsplätze. Nimmt man nur den Maxi-Autohof. Ende 1998 hatte die Betreibergesellschaft KMS über 21 Millionen D-Mark (über zehn Mio. Euro) investiert, und bereits drei Jahre nach der Eröffnung verzeichnete man nur dort 51 Vollzeit- und 36 Teilzeitkräfte.

Als das Gewerbe- und Industriegebiet Gottesrain mit seinen seither zwei Abschnitten Ende der 1990er Jahre aufgelegt wurde, war die Fläche rechts der nach Homberg führenden Landstraße als Reserve in ferner Zukunft eingeordnet worden. Auch die Besiedlung der beiden südlichen Abschnitte brauchte einige Jahre.

Vor diesem Hintergrund war die Gemeinde 2016 bei den ersten Kontakten mit Nordfrost nicht im Besitz der insgesamt 130 000 Quadratmeter, die im Regionalplan Mittelhessen als Vorranggebiet für Industrie- und Gewerbeplanung abgebildet sind. Nur rund 70 000 Quadratmeter dort befanden sich im Eigentum der Gemeinde. In der letzten Amtszeit von Bürgermeister Matthias Weitzel konnte die Kommune von den seitherigen Eigentümern die restlichen Flächen für die geplante Ansiedlung übernehmen.

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