Windkraftanlagen

Lückenschluss am Waldrand bei Nieder-Ohmen

  • schließen

Ist ein Windsparbrief besser als ein Sparbuch? In Mücke könnte man dann beim Sonntagsspaziergang am Kratzberg zuschauen, wie sich neue Windkraftanlagen für die Anleger drehen.

Im Vogelsbergkreis stehen bereits so viele Windkraftanlagen, da ist es erstaunlich, dass sich doch immer noch ein Plätzchen findet: Das Plätzchen im Fall von Mücke heißt Vorranggebiet 5412 und wird im Teilregionalplan Energie Mittelhessen zwischen den Orten Atzenhain und Nieder-Ohmen dargestellt. "Mehrere Anfragen liegen der Gemeinde vor", hatte Bürgermeister Andreas Sommer Anfang des Jahres zum Gebiet am Kratzberg mitgeteilt. Man merke jetzt einen Boom auf die letzten Vorrangflächen. Dabei handele es sich um Flächen außerhalb des Waldes und in Privatbesitz. Die Windräder hätten eine Höhe von bis zu 240 Meter. Wie der Name Kratzberg schon anzeigt, liegt die windhöfige Fläche in direkter Nähe zur beliebten Sonntagsspaziergang-Strecke der Nieder-Ohmener und zum Areal der bundesweit bedeutenden Luftsportgruppe. Bei der mittleren Anlage könnten zwei Gemeindeparzellen positiv betroffen sein, berichtete Sommer. Deshalb könnte auch die Gemeinde versuchen, Nutzen daraus zu ziehen, meinten in der Ausschusssitzung die Gemeindevertreter Dr. Udo Ornik (Grüne) und Günter Zeuner (FW).

Und die Bürger? "Wir wollen alle Bürger mitnehmen", stellte Rim Bel Hadj Salem bei der letzten Gemeindevertretersitzung heraus. Die Projektleiterin Projektentwicklung Wind der juwi AG stellte des Vorhaben des Unternehmens vor und hob auf landwirtschaftliche Wurzeln sowie Erfahrung ab: Die Firma hat gerade in Thüringen ihre 1000. Anlage erstellt. Die Firma hat verschiedene Bürgerbeteiligungsmodelle. Auf eine Anfrage der Alsfelder Allgemeinen Zeitung bei der juwi AG teilt das Unternehmen mit, "unser Anliegen ist es, möglichst viele Menschen von der Wertschöpfung vor Ort profitieren zu lassen. Dies kann über klassische finanzielle Beteiligungen geschehen, wir etwa über Windsparbriefe, die wir in Zusammenarbeit mit einer regionalen Bank anbieten oder über einen regionalen Stromtarif, der Anwohnern einen attraktiven Stromtarif gewährt." Allerdings schreibt die juwi AG auch: "Die Entscheidung hierzu ist aber noch nicht gefallen. Die Gemeinde profitiert in der Betriebsphase von Steuereinnahmen der Betreibergesellschaft und über Infrastrukturabgaben, zum Beispiel für Straßen- und Wegenutzung."

Bauantrag kommt 2020

Im Frühjahr/Sommer 2020 wird mit dem Einreichen des Bauantrages gerechnet, dann beginnt das förmliche Verfahren. Die Flächensicherung ist sehr weit fortgeschritten, was auch die Voraussetzung für den Beginn der Gutachter-Arbeit ist. Die Größenentwicklung der modernen Windkraftanlagen kann man am Kratzberg bereits seit einigen Jahren sehr gut sehen: Die ersten Windkraftanlagen sehen im Vergleich zu den drei neuen sehr klein aus, und der Bürgermeister sprach bei den zukünftigen von solchen mit einer Gesamthöhe bis etwa 240 Meter. Die juwi AG will sich da noch nicht festlegen, denn man befinde sich in einem sehr frühen Planungsstadium, sodass der exakte Anlagentyp und folglich die genaue Dimensionierung der künftigen Anlagen noch nicht feststehe. Es würden aber Binnenlandanlagen der neuesten Generation. "Diese zeichnen sich aus durch große Rotordurchmesser (circa 150 Meter), hohe Nabenhöhen (circa 160 Meter) und eine mittlere Generatorleistung (4-Megawatt-Klasse) aus", teilt die juwi AG mit. Durch diese Dimensionierung und Anlagenkonfiguration sind die drei geplanten Anlagen im ausgewiesenen Windvorranggebiet 5412 des Teilregionalplans Südhessen in der Lage, auch im Binnenland wirtschaftlich, sauber und sicher Strom zu produzieren."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare