Kostengünstig heizen und angenehme Wärme schaffen

Mücke (pm). Der Arbeitskreis Energie von "Mücke 2020" lud kürzlich zu einem Vortrag über "Energieeffizientes Heizen mit Holzöfen" ein. Kerstin Michna erläuterte dabei, wie wichtig Wärmespeicherung ist.

Mücke (pm). "Wir sitzen hier wie die Made im Speck," mit dieser sehr positiven Situationsbeschreibung leitete Dipl. Forstingenieurin Kerstin Michna kürzlich einen Vortrag zum Thema "Energieeffizientes Heizen mit Holzöfen" ein. Gemeinsam mit Ofenbau-Meister Roland Lange, mit dem sie in Lauterbach die Firma "Individueller Ofenbau" betreibt, erläuterte sie auf Einladung des Mücke-2020-Arbeitskreises "Energie", woran man beim Aufstellen einer mit Holz betriebenen Heizung denken muss. Das ist sehr viel, wie sich an dem Abend in der Gaststätte "Cactus" herausstellte, aber eines muss man nicht sonderlich beachten: Wo das Holz herkommt, denn das liegt im Vogelsberg sprichwörtlich vor der Haustüre. Und deswegen hatte Kerstin Michna auch das Bild von der Made im Speck bemüht.

Zunächst gab die Diplom-Forstingenieurin eine Zustandsbeschreibung, in der sie darauf hinwies, dass derzeit noch viele Öfen aus vergangenen Jahrzehnten in Betrieb sind, die sie als "Holzfresser" bezeichnete. So seien früher Heizanlagen als Kachelöfen verkauft – und natürlich auch akzeptiert worden – die zwar in der Front die eine oder andere preiswerte Kachel aufweisen, aber im Innern über keinerlei ernsthaftes Speichermedium verfügen.

Die sehr nett anzuschauenden Kaminöfen charakterisierte Kerstin Michna gar als "Fön", die die warme Luft maximal rasch aus dem Raum schafften, den sie eigentlich heizen sollten. Schließlich machte die Expertin auch noch eine wichtige Schwachstelle aus: den Heizer. Denn oftmals mangele es an der genügenden Luftzufuhr für eine geordnete Verbrennung, und bei der Verwendung von zu nassem Holz werde die Energie nur unzureichend ausgebeutet, könne auch der Ofen Schaden nehmen.

Speicherwärme strahlt über Stunden

Als effektiv bezeichnete Kerstin Michna Öfen mit einem großen Speichermedium oder die Grundöfen, nach deren Prinzip im alpenländischen Raum schon seit Jahrhunderten erfolgreich geheizt werde. Solche Öfen mit beispielsweise Schamotte als Speichermedium geben über viele Stunden eine kurzwellige horizontale Strahlung ab, die durch die Haut gehe, den Körper erwärme. Wegen dieses besonderen Effektes sollte man einen Holzofen mit gutem Speicher möglichst in die Mitte eines Raumes stellen.

Die am häufigsten aufgestellten Holzöfen sind nach Angaben von Kerstin Michna Kombianlagen, die sowohl Warmluft abgeben als auch auf der Basis eines Speichers Strahlungswärme. Sie passten auch in das Schema, dass Holzöfen mehr und mehr als Möbel verstanden würden, die über den Wert als Wärmespender hinaus einem Raum noch eine besondere Note verleihen sollten. In diesem Zusammenhang würden gerne Sichtfenster auf die Brennstelle verbaut, wogegen nichts einzuwenden sei, wenn der Faktor Wärmespeicher stimme. Bei guten Anlagen geht die Expertin von zehn bis zwölf Stunden Strahlungswärme aus.

Stark im Trend sind derzeit Holzheizungen mit Wassertechnik als Pufferspeicher. Sie können auch umschaltbar zwischen Raum- und Wassererwärmung erstellt werden. Auf diese Weise erhalte man als Nutzer eine zeitliche Unabhängigkeit, denn warmes Wasser könne man über einen längeren Zeitraum abrufen. Immer mehr nachgefragt werden auch elektronische Abbrandsteuerungen, die die Luftzufuhr automatisch herunterregeln und dabei einen geringeren Holzbedarf sowie eine sauberer Abluft bewirken. In gut gedämmten Häusern lassen sich mit optimierten Holzfeuerstätten bis zu 150 Quadratmeter Wohnfläche heizen.

Auf die richtige Trocknung achten

Sicher kostet ein Holzofen mit gutem Speicher schnell mal 10000 Euro, aber der Brennstoff Holz habe je Raummeter den Heizwert von 200 Liter Öl, rechnete Kerstin Michna vor, und koste gleichwohl nur etwa die Hälfte. Wer dann beim Brennholz selbst Hand anlege, komme noch günstiger weg. Allerdings müsse dann der Trocknungsprozess richtig laufen, denn feuchtes Holz bedeute doppelten Verbrauch. Richtig gelagert mit steter Luftzufuhr könne man jede Holzart innerhalb von zwölf Monaten auf unter 15 Prozent Restfeuchte heruntertrocknen.

Bei dem Vortragsabend waren nur wenige Interessenten gekommen, weshalb Arbeitskreisleiter Hans-Georg Gückel in Aussicht stellte, der Vortrag solle im Herbst wiederholt werden, wenn die sinkenden Temperaturen vielleicht mehr Interesse an der Heizung von Wohnraum begünstige.

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