Aus kleinen Anfängen intakte Truppe aufgebaut

Mücke (sf). Der DRK-Ortsverein Mücke feierte am Samstag sein 25-jähriges Jubiläum der Fernmeldegruppe. Dazu waren auf dem Hof des Dorfgemeinschaftshauses Merlau allerhand Stationen des Fernmeldewesens zur Besichtigung aufgebaut.

Mücke (sf). Der DRK-Ortsverein Mücke feierte am Samstag sein 25-jähriges Jubiläum der Fernmeldegruppe. Dazu waren auf dem Hof des Dorfgemeinschaftshauses Merlau allerhand Stationen des Fernmeldewesens zur Besichtigung aufgebaut. Von Veteranen unter den Anlagen bis hin zur modernen Technikeinrichtungen konnten sich die Zuschauer informieren. Die Resonanz der Bevölkerung war sehr gut, und das freut doch dann die Initiatoren, die sich mit ihrer Ausstellung für die breite Öffentlichkeit auch sehr viel Mühe gegeben hatten. Als offizielle Gäste wurden der Vizepräsident des DRK-Landesverbandes Hessen Norbert Södler, vom Katastrophenschutzteam Detlef Brandt, vom Kreisverband Alsfeld der stellvertretende Vorsitzende Robert Belouschek und der Rotkreuzbeauftragte Manfred Hasemann, Karl Heinz Krebs vom THW Gießen, Gernot Hanitsch vom DRK-Kreisverband Lauterbach, Oberstleutnant Fahl von der Luftlandetruppe der DSO aus Stadtallendorf, stellvertretender Gemeindebrandinspektor Stefan Hahn, der örtliche Wehrführer Ralf Winter und die Ortsvorsteher Willi Scholl, Dieter Daniel, Helmut Reitz und Ehrenortsvorsteher Rudolf Velten begrüßt werden.

Bürgermeister Matthias Weitzel, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins meine, wenn man an das DRK denke, komme man auf Begriffe wie Blutspende und Erste Hilfe. Aber ein ganz wichtiger Baustein des DRK sei eben die IuK (Informations- und Kommunikationstechnik - Fernmeldegruppe). Veit Hans Borgmann und Achim Jakobi hätten mit ihrem Team viel Arbeit in die Ausstellung gesteckt und alle Kräfte mobilisiert, um am Tage des Jubiläums alles in Perfektion glänzen zu lassen.

Einen Rückblick in die Gründerjahre gab Fernmeldeleiter Veit Hans Borgmann selbst. Eigentlich denke man, so Borgmann, bei Begriff DRK an einen Krankenwagen, an Sanitäter, Hilfeleistungen wie Verbände und Pflaster, aber nicht an den Fernmeldedienst. Dieser Fachdienst seiaber ein fester Bestandteil in der Organisation und gewährleistet bei großen Einsätzen eine sichere Kommunikation.

Wie ist nun der Fachdienst im Ortsverein Mücke entstanden? Etwa 1982 wurde Veit Hans Borgmann vom damaligen Bereitschaftsleiter Robert Belouschek angesprochen, einen Fernmeldedienst im Kreisverband Alsfeld neu aufzubauen. Borgmann hatte als ausgebildeter Fernmelder das nötige Wissen und die Möglichkeit eine neue Fernmeldegruppe zu gründen. Das Material, das zur Verfügung stand, waren ein Feldfernsprecher FF54, vier Feldfernsprecher OB 33, vier OB Apparate 33 in ziviler Ausführung, drei amerikanische Feldfernsprecher, eine Feldvermittlung unbekannter Herkunft, eine Feldvermittlung ohne Abfrageeinrichtung (konnte aus Wehrmachtsbeständen sein), drei Hellschreiber in Transportkisten und gebrauchtes Feldkabel mit gebrauchten Kabeltrommeln und diverses Baumaterial.

Mit diesem Material konnte man nicht ohne weiteres arbeiten. Es galt zunächst weitere Geräte und Material zu beschaffen. Es fehlte auch der Nachweis, was eine Fernmeldegruppe Draht an Ausstattung überhaupt benötigt, eine sogenannte STAN, ein Stärke- und Ausstattungsnachweis. Durch den Landesverband wurden die Unterlagen vervollständigt und durch die guten Beziehungen von Veit Hans Borgmann konnten nach und nach neue Geräte, vorwiegend Feldfernsprecher, in den Besitz des Ortsvereins gelangen.

Das vorhandene Feldkabel wurde instandgesetzt und das Verlegen von Kabeln trainiert. Das Auslegen des Feldkabels erfolgte überwiegend im Tiefbau. Die ersten Hochbauversuche in Merlau wurden von den Hausbesitzern mit Argwohn beobachtet. Der eine oder andere hatte Angst um seine Dachrinne. Da kein eigenes Fahrzeug zur Verfügung stand, nahm Borgmann seinen OKW und einen geliehenen Anhänger, um Material und Personen zu befördern. 1983 meldete Borgmann dem Kreisbereitschaftsleiter, dass die Mannschaft einsatzfähig sei. Vom Kreisverband konnte dann ein Hanomag AL 28 Allrad Baujahr 1964 in Empfang genommen werden. An diesem Wagen wurden dann die entsprechenden Ein- und Umbaumaßnahmen vorgenommen.

Ende 1985 besuchte Borgmann einen Lehrgang zum DRK-Ausbilder Funk/Draht, und somit hatte der Kreisverband auch einen qualifizierten Ausbilder. Um den Gerätebestand aufzuwerten, wurden Behörden und Dienststellen, die Bereitschaftspolizei, der Bundesgrenzschutz, die Bundeswehr sowie das Zeugamt aktiviert, und die dort ausgesonderten Geräte fanden dann im Ortsverein Mücke ihr neues Domizil. Manche Geräte wechselten für zwei gute Flaschen Wein den Besitzer. Es wurden dann auch Übungen ausgerichtet, und bei einer Großübung namens "Fabel" knüpften die Mückener Kontrakte zu der Ortsgruppe in Bad Nauheim.

Bei allem Betreiben des Aufbaues der Fernmeldegruppe, darf man nicht vergessen, wie schnell der Fortschritt in der Kommunikationstechnik voranschreitet. Allerdings hat sich bei den Hochwasserkatastrophen an Elbe und Oder sowie bei dem Zugunglück in Eschede gezeigt, wie schnell die moderne Technik an ihre Grenzen stößt und die alte Technik ein wertvoller Ersatz sein kann. Aus diesem Grunde hat der Ortsverein Mücke die entsprechenden Geräte beschafft, die den nötigen Übergang zu Mobilfunk und ISDN-Technik ermöglichen, nicht zu vergessen die drahtlose Kommunikation, der BOS-Funk. Durch die Initiative von Michael Kühnen, dem Landesbeauftragten der Fernmelde- und Funktechnik, verfügt der Oortsverein über den Zugang zum BOS-Kurzwellenfunk.

Landesvizepräsident Södler gratulierte zum Jubiläum und betonte den hohen Stellenwert der Fernmeldegruppe. Die Kommunikation Draht müsse, trotz GPS, erhalten bleiben. Eine erfreuliche Nachricht brachte Södler außerdem mit. In den nächsten Tagen werde ein Fernsprechbauwagen von IVECO mit Kofferaufbau vom Landesverband Hessen in Mücke eintreffen. Dieser war von Seiten der Ortsvereinigung Mücke schon seit langem gewünscht worden.

Vom DRK-Kreisverband sprach Robert Belouschek der IuK-Gruppe Mücke seinen Dank aus. Veit Hans Borgmanns unermüdlichem Einsatz sei es zu verdanken, dass die Gruppe derart gut ausgerüstet und einsatzfähig sei. Die Gruppe sei wohl auch ein Stück seines Lebens. Dann wurde Veit Hans Borgmann die Goldene Ehrennadel überreicht.

Für Speisen und Getränke hatten die Veranstalter bestens gesorgt. Der DRK-Ortsverein Atzenhain hatte in der Gulaschkanone eine sehr schmackhafte Suppe zubereitet. In den Nachmittagsstunden wurden dann noch Kaffee und frischer Kuchen gereicht.

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