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Die Palliativ- und Hospizversorgung ist jetzt auch in Mücke Thema. Die Palliativ-Versorgung sieht der Bürgermeister als bereits gewährleistet, bis zum Sommer soll es zu dem Themenkomplex eine Infoveranstaltung geben, auf dieser Basis sollen dann gegebenenfalls weitere Angebote angestoßen werden.

Kein weißer Fleck: Palliativ-Versorgung in Mücke gewährleistet

Mücke (rs). Die Gemeinde Mücke ist kein weißer Fleck auf der Karte der Palliativ-Versorgung (ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer voranschreitenden oder bereits weit fortgeschrittenen schweren Erkrankung sowie einer nur noch begrenzten Lebenserwartung). Darauf hob Bürgermeister Matthias Weitzel am Mittwochabend in der Gemeindevertretersitzung im Dorfgemeinschaftshaus von Bernsfeld ab.

Anlass war ein Antrag der CDU-Fraktion, die diesen bereits im Vorfeld der Sitzung in der Zeitung erläutert und dabei Mücke als weißen Fleck auf der Karte der Palliativ-Versorgung eingeordnet hatte. Die letzte Sitzung der Legislaturperiode verfolgte ein Zuhörer.

Den CDU-Antrag Palliativ-/Hospiz-Versorgung in der Gemeinde Mücke begründete Dr. Hans Heuser so, es solle ein Anschub für Mücke sein, die entsprechende Versorgung sei nicht gegeben. Man könne sogar von einem weißen Fleck sprechen, wiederholte der CDU-Vertreter. Diese Informationen habe eine CDU-Besuchergruppe am Alsfelder Kreiskrankenhaus von einem Oberarzt bekommen. Bundesweit würden sich 94 Prozent der Menschen dafür aussprechen, ihr Leben zu Hause beschließen zu wollen, immer mehr Menschen würden aber heutzutage in Krankenhäusern oder Senioreneinrichtungen sterben. Deshalb solle der Gemeindevorstand abklären, in wie weit die palliative Versorgung und/oder ein Hospizdienst auch für Mücke eingerichtet werden kann.

Bürgermeister Matthias Weitzel benannte die palliative Versorgung sowie die Hospizbetreuung als wichtiges Thema, stellte aber richtig, dass der Begriff des weißen Flecks nicht zutreffe. Man habe bereits eine funktionierende Palliativ-Versorgung. Für den Vogelsbergkreis würden drei Palliativteams arbeiten, für den westlichen Vogelsbergkreis sei das Gießener Team mit rund einem Dutzend Pflegekräften zuständig. Der CDU-Antrag tue den Leuten, die diese Dienste bereits erbringen, unrecht. Weitzel appellierte an die CDU, den Antrag zurückzuziehen. Leider habe sich die CDU, bevor sie mit dem Thema an die Öffentlichkeit gegangen sei, nicht hinreichend informiert. Der Bürgermeister stellte in Aussicht, dass er bis zum Sommer einen Termin organisiert, bei dem sich das Gießener Team einer breiten Öffentlichkeit vorstellen kann.

Ulf-Immo Bovensmann (Freie Wähler) äußerte, dass die Gemeinde Mücke und die Stadt Homberg hinreichend durch die Fachkräfte aus Gießen versorgt werden. Auch Bovensmann appellierte an die CDU, den Antrag zurückzuziehen. Dr. Udo Ornik unterstützte für Bündnis 90/Die Grünen den Ansatz des Bürgermeisters, über das seit Jahren bestehende Angebot in nächster Zeit zu informieren.

So eine Veranstaltung könne zum Ergebnis haben, ob sich die betroffenen Bürger mit dem bei der Veranstaltung geschilderten Angebot zufriedengeben würden.

Dr. Hans Heuser stellte klar, dass sie der Auskunft eines Oberarztes am Kreiskrankenhaus Alsfeld Glauben geschenkt hätten, der Begriff weißer Fleck sei von dem Mediziner ins Gespräch gebracht worden. Auch wenn der Bürgermeister von einer hinreichenden Versorgung spreche, bleibe immer noch offen, ob die Gießener Mediziner mit eigenen rund 270 000 Einwohnern die Mücker Randlage genügend betreuen könnten. Kurt Stiehler stellte für die SPD klar, dass einerseits sicher die Versorgung gegeben sei, andererseits die Diskussion gezeigt habe, dass es durchaus Informationsbedarf gebe. Insoweit sei der CDU-Antrag zu begrüßen. CDU-Vertreter Irfan Bhatti, Medizinstudent und mit den Gießener Verhältnissen vertraut, machte deutlich, dass aus Gießen die palliative Versorgung komme, der CDU-Antrag erstrecke sich aber auch auf einen Hospizdienst. Karin Brand von den Grünen, selbst arbeitend bei der Palliativ-Station in Gießen, wies darauf hin, dass der CDU-Antrag insofern sinnvoll sei, als es auch um Hospiz-Betreuung und palliative Versorgung zu Hause gehe.

Da gebe es sicher noch einen Erweiterungsbedarf, von dem offenkundigen Informationsdefizit ganz abgesehen.

Ein Änderungsantrag der Grünen, sich erst zu informieren und dieses dann als Basis für eventuelle Veränderungen nehmen, wurde einstimmig angenommen.

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