Schulleiterin Claudia Wolf gibt einen Überblick zu den Hintergründen und Anfängen der Mittelpunktschule. (Foto: sf)
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Schulleiterin Claudia Wolf gibt einen Überblick zu den Hintergründen und Anfängen der Mittelpunktschule. (Foto: sf)

50 Jahre Schule Oberes Ohmtal: Weniger Schüler – mehr Angebote

Mücke-Ober-Ohmen (sf). "Es geht los, und unser Fest beginnt für Groß und Klein" mit diesem Lied nahmen die Schüler der Grundschule Oberes Ohmtal am Freitag die Gäste mit auf die Reise zum Jubiläum "50 Jahre Grundschule". Das Moderatorenteam, Helen Schön und Lasse Stiehler (4. Klasse) führten durch das Programm.

Begrüßen konnte Schulleiterin Claudia Wolf unter den offiziellen Gästen unter anderem vom Staatlichen Schulamt Schulamtsdirektor Rolf Heckeroth, vom Schulträger Vogelsbergkreis den bisherigen Schuldezernenten und Ersten Kreisbeigeordneten Peter Zielinski, Bürgermeister Matthias Weitzel, den Vorsitzenden der Gemeindevertretung Thomas Röhrich sowie stellvertretend Ortsvorsteher Albert Tröller von Ruppertenrod auch für die Orte Ober-Ohmen, Unter-Seibertenrod und Ober-Seibertenrod. Ebenso gekommen waren Vertreter aller Kooperationspartner aus benachbarten Schulen und Kindergärten sowie Pfarrer Markus Witznick. Ein Dank ging an die Kirchengemeinden Ober-Ohmen und Sellnrod, welche das Musikprojekt "Orchesterwerkstatt" gemeinsam mit der Kunst- und Musikschule Grünberg fördern. Es war Schulleiterin Claudia Wolf zudem eine besondere Freude, die ehemaligen zu begrüßen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte der ehemalige Schulleiter Werner Döring der Feierstunde nicht beiwohnen. Begrüßt wurde auch das aktuelle Mitarbeiterteam rund um die Schule Oberes Ohmtal.

Den historischen Rückblick der Schule, mit Text und Bildern, so Claudia Wolf, sei den Besuchern und Gäste ans Herz gelegt. Man habe sich nicht für die traditionelle Papierform entschieden, sondern alles auf einen Stick gepackt, den man kaufen konnte. Sie selbst hatte das erste Tagebuch der Schule zur Hand genommen und trug daraus einige Passagen vor. So mussten die Schüler von damals Steine lesen oder gemeinsam mit Lehrer Jürgen Reissner Schulmöbel von den einzelnen Ortsschulen an die damals neue Mittelpunktschule holen.

Erste Schulträger, so erinnerte Claudia Wolf, waren die Gemeinden, und das waren Ruppertenrod, Ober-Ohmen, Unter-Seibertenrod und Ober-Seibertenrod. Sie hätten damals bei den ersten Vorbereitungen 1963 schon mit sehr viel Weitblick gehandelt. Die Chronik der Schule zeig, dass sich damals viele Ortsbürger mit Arbeitseinsätzen in den Schulbau eingebracht hätten. In Jahre 1970 ging die Trägerschaft dann an den Landkreis über, und die Mittelpunktschule wurde schrittweise eine Grundschule mit einem größeren Einzugsgebiet.

Aufgrund der anfangs steigenden Schülerzahlen standen Veränderungen an, zumeist Erweiterungen. Seit Anfang des neuen Jahrtausends sind erneut Veränderungen eingetreten, diesmal allerdings vor dem Hintergrund eines kontinuierlichen Rückganges der Schülerzahlen. Die Ulrichsteiner Schüler gehen beispielsweise seit Jahren alle an die Schlossbergschule. In 2007 wurden alle Klassen mit elektronischen Tafeln ausgestattet, und Ende 2011 wurde ein Computerraum mit 20 Arbeitsplätzen eingerichtet. Im Jahre 2013/14 erhielt die Schule das Siegel "Inter-ABC-Schule". Im Jahre 2012 wurde die Außensportanlage erneuert, und es entstand auch ein Kleinsportfeld. Ende 2015 wurden in vier Klassen sowie in der Aula neue Raumdecken eingezogen, und die Beleuchtung wurde auf LED umgestellt. Mit der Aufgabe der Hortbetreuung 2008 wurde der Förderverein Schulkindbetreuung gegründet. Seit dieser Zeit gibt es eine gemeinschaftliche Mittagsverpflegung mit täglich frisch gekochtem Essen. Die ehemalige Hausmeisterwohnung wurde zum Bistro mit Küche. Ab 2010/11 wurde von der Grundschule das Ganztagesangebot des Landes Hessen aufgenommen, und so wird an Unterrichtstagen die Hausaufgabenbetreuung sichergestellt.

Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski lobte die Schüler, dass sie ihre Schule für das große Jubiläum so schön geschmückt hatten. Bislang habe der Schulträger 2,5 Millionen Euro an der Grundschule investiert, doch in den Jahren 2017/18 würden für den energetischen Umbau und neue Fenster der Sporthalle weitere 600 000 Euro bereitgestellt. Er selbst habe seinen ersten offiziellen Einsatz bei der Einweihung des Kleinfeldes und der Laufbahn gehabt. Auch sein letzter offizieller Termin sei wieder an der Grundschule - jetzt zum 50-jährigen Jubiläum.

Mit den Worten "Nichts ist so teuer wie die Bildung", wandte sich Schulamtsdirektor Heckeroth an die Kinder und die Gäste der Feierstunde. Eine Schule bleibe immer jung, denn es kämen immer wieder neue Schüler, das sei wie eine Frischzellenkur. Man sollte an den Schulen das Selbstbewusstsein stärken, Talente sehen und fördern. Die bildungspolitischen Neuerungen würden an der Grundschule Oberes Ohmtal stets umgesetzt.

Die Sieger der Vorlesewettbewerbe Lukas Hofmann und Lilli Schöner (2. Klassen), Anna Becker und Hannes Liehr (3. Klassen) sowie Helen Schön und Johann Schmidt (4. Klassen) trugen Gedichte vor. Von einer prägenden Schulzeit sprach Schulelternbeirats-Vorsitzende Astrid Kratz. Heute seien schon die Enkel der damaligen Schüler an der Grundschule. Auch lobte sie die Zusammenarbeit der Schule mit der Elternschaft. Man habe so schon einige Projekte verwirklichen können.

Schule zur "Völkerverständigung"

Auch Bürgermeister Matthias Weitzel lobte das tolle bunte Programm beim Festakt. Die damaligen Förderer der Schule hätten damals für die ländliche Region viel Weitblick bewiesen. Noch heute habe man ein Lebendiges Schulwesen, das mit den Orten rund um die Schule gut vernetzt sei. Ortsvorsteher Albert Tröller erinnerte sich, dass er einst von der Dorfschule zwei Kilometer weiter in die neue und große Mittelpunktschule kam und dort seine eigentlich erste Fremdsprache, Deutsch, erlernte. Auch habe der Schulbau für die "Völkerverständigung" von Ruppertenrod und Ober-Ohmen einen großen Beitrag geleistet.

Von den verschiedenen Klassen gab es tolle Gesangvorführungen, und die 3. Klassen hatten ein Sockentheater zur Musik "Manna Mana" vorbereitet. Alle Vortragenden erhielten großen Applaus. Abschließend dankte Schulleiterin Wolf allen Organisatoren und auch ihren zwei Männern an der Schule, die für die handwerklichen Belange einspringen mussten.

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