Hüttensänger überraschten beim Kulturringnachmittag

Mücke-Nieder-Ohmen (ng). Menschliche Erfahrungen wolle man bei dem sehr gut besuchten Kulturringnachmittag am Donnerstag mit der Liebe und der Vergebung betrachten, betonte Vorsitzender Diakon i.R. Hans-Peter Schucker bei der Eröffnung und Begrüßung der Veranstaltung in einem Bezug auch zur Heimatverbundenheit.

Mücke-Nieder-Ohmen (ng). Menschliche Erfahrungen wolle man bei dem sehr gut besuchten Juni-Kulturringnachmittag am Donnerstag im Dorfgemeinschaftshaus mit der Liebe und der Vergebung betrachten, betonte Vorsitzender Diakon i.R. Hans-Peter Schucker bei der Eröffnung und Begrüßung der Veranstaltung in einem Bezug auch zur Heimatverbundenheit. In seiner Andacht trug Schucker eine Geschichte von Werner Bergengruen vor. Eine eigenartige Gewohnheit, die unter den Bewohnern einer kleinen Fischerinsel herrschte, so berichtete Schucker, war es, dass eine Frau, die des Ehebruchs schuldig geworden war, ohne Gerichtsverhandlung vor Sonnenaufgang vom sogenannten Schwarzen Felsen ins Meer hinabgestoßen wurde. Eine Frau der Insel war schuldig geworden, während ihr Mann mit seinem Boot zum Fischen aufs Meer hinausgefahren war. An dieser Frau sollte ein Urteil der geschilderten Art vollstreckt werden. Vom Fischen heimgekehrt, berichtete man dem Mann vom Vergehen seiner Frau. Wortlos ging er fort. Keiner sah ihn mehr an diesem Abend, und er fehlte auch, als die Männer im Morgengrauen seine Frau vom Felsen herab ins Meer stießen. Doch in den späten Vormittagsstunden verbreitete sich im Ort die Neuigkeit, man habe den Fischer und seine Ehefrau gesehen; sie befänden sich in ihrer Behausung.

Und tatsächlich fand man das Ehepaar, als sei wenig passiert, in seiner Hütte. Sie hinkte ein wenig und trug an Armen und Gesicht Spuren blutiger Abschürfungen, sonst aber schien sie wohlbehalten.

Was war geschehen? Die ganze Nacht über hatte der Mann gearbeitet, hatte Netze geflickt und verstärkt, Seile verknüpft und Säcke und Bettzeug mit Heu, Stroh und Moos gestopft. In der Morgendämmerung war er dann in den Schwarzen Felsen gestiegen und hatte die Netze gespannt, um damit seine Frau vor dem Tod zu bewahren. Die Erzählung veranschauliche einprägsam, welche Kräfte frei werden, wenn Menschen aus Liebe einander vergeben können, äußerte Schucker. Es folgte eine weitere Geschichte über eine goldene Taschenuhr.

Vorsitzender Schucker leitete dann mit der Begrüßung der Hüttensänger und ihres Chorleiters, des 2. Vorsitzenden Berthold Sohl, die angekündigte Überraschung des Unterhaltungsnachmittages ein. Sohl eröffnete in seiner Ausführung zu dem Programmpunkt, erstmals wollten die Hüttensänger mit ihren Liedbeiträgen einen Kulturring-Unterhaltungsnachmittag unterstützen. Eine kleine Gesangsgruppe habe im Januar 2011 ein Ständchen zu Hans-Peter Schuckers 65.

Geburtstag gebracht. Der Name der lockeren Gesangsgruppe leite sich von der in Nieder-Ohmen bekannten Hütte von Lisa und Erwin Reitz ab, wo man jeweils die Lieder einübe.

Im ersten Teil wurden heimatverbundene Lieder mit "Hessenland, du bist mein Heimatland", "Die alte Mühle" und das "Vogelsberglied" gesungen. Hans-Peter Schucker trug zum Begriff "Heimat" ältere Gedichte vor.

Die Hüttensänger griffen in ihrem zweiten Teil Lieder aus der "Spinnstubenzeit" auf mit "Klinge hell, ja hell, du mein Feinsliebchen", "Ach bleib bei mir und geh nicht fort", "Wie die Blümlein draußen zittern", "Nach meiner Heimat kam ich wieder" und "Häi bei is, do eass halt lustig".

Es folgte das Kaffeetrinken, für das die Frauen des Vorstandes verantwortlich zeichneten. Im Schlussteil des Nachmittages trug Thea Hofmann das Gedicht von Nils Randers vor. Ausführlich vorgestellt wurde eine geplante Tagesfahrt vom 2. Vorsitzenden Berthold Sohl. Zwei Halbtagsfahrten wurden ebenfalls bekanntgegeben.

Der Vorsitzende dankte für den sehr guten Besuch, die Unterhaltungsbeiträge und allen Helfern für ihre Mitarebeit.

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