Hackschnitzel heizen Schülern und Badgästen ein

Mücke (ks). »Die blaue Meile wird jetzt grün beheizt!« freute sich Bürgermeister Matthias Weitzel am Montag bei der Einweihung des Nahwärmenetzes Mücke. Gespeist wird es von einer Holzhackschnitzelanlage.

An der Einweihung nahmen auch Erster Kreisbeigeordneter Manfred Görig und Schuldezernent Hanns Michael Diening teil, denn Partner beim Projekt ist auch der Kreis.

»Wir sparen Kohlendixid ein und erhoffen uns natürlich auch einen finanziellen Vorteil,« so Bürgermeister Weitzel bei der Feier. Daran nahmen auch die Leitung der Gesamtschule Mücke, Vertreter der Bürgergenossenschaft Hallenbad sowie Mitglieder der Mücker Gemeindegremien teil. Dank gelte allen vier Partnern (ovag Energie AG, Kreis, Gemeinde, Bürgergenossenschaft). »Wir sind alle Gewinner,« stellte Weitzel fest. Gedankt wurde auch dem Team der Bürgergenossenschaft um Burkkard Köhl, Bastian Georg und Gerhard Hübl und anderen, die in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit die Konzeption und Umsetzung begleitet haben.

Schuldezernent Diening freute sich, dass für alle Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung erreicht wurde. Er bezifferte die Beteiligung der jeweiligen Partner auf 50% Kreis, 42% Bürgergenossenschaft und 8% Gemeinde. Für Rainer Schwarz, Vorstand der ovag Energie AG, ist die Anlage »ein weiterer Beitrag zur Verminderung von umweltschädlichen Emissionen.

« Das Nahwärmenetz versorgt vier Gebäude: die Gesamtschule Mücke, die alte Sporthalle, die neue Sporthalle und das Hallenbad »aquariohm«. Zurück gehen die Planungen noch auf den Förderverein Hallenbad Mücke, der im Zuge der Sanierung des Hallenbads von Beginn an eine umweltfreundliche Energieerzeugung in seinem Konzept vorsah. Die Bürgergenossenschaft Mücke setzte die Idee um. Die ovag Energie AG wurde als Projektsteurer und Betriebsführer gewonnen. Dabei hat die Genossenschaft das Projekt finanziert und stellt die Anlage über den Vertragszeitraum für ein Entgelt zur Verfügung. Die ovag Energie AG versorgt die Liegenschaften von Kreis, Genossenschaft und Gemeinde mit Energie. Die bereitgestellte Gesamtwärmeleistung im Nahwärmeverbund liegt bei 2250 kW. Die Einsparung an Kohlendioxid durch Einsatz des Biomassekessels beträgt 566 Tonnen pro Jahr, was einem Rückgang von 72,8 Prozent entspricht. »Durch die Integration der vorhandenen Infrastruktur war die wirtschaftliche Errichtung des Biomassekessels im Zusammenschluss mit der Heizzentrale der Gesamtschule gegeben«, erläuterte Steffen Schmied, Projektleiter der ovag Energie AG. So konnten Teile der vorhandenen Nahwärmeleitungen verwendet werden, die vorhandenen Kessel dienen künftig zur Abdeckung der Spitzenlast.

»Die neue 550 kW große Anlage erzeugt ab sofort über 80 Prozent des Wärmebedarf eines gesamten Jahres«, so Steffen Schmied. Für die kälteren Tage und zur zusätzlichen Versorgungssicherheit stehen zwei Ölbrennwertkessel bereit.

Die Genossenschaft beantragte die Fördergelder für die Heizanlage im Zuge des Neubaus des Hallenbades und verpachtete diese dann an die ovag Energie AG. Die Anlage steht auf dem Gelände der Schule. Der Vogelsbergkreis als Träger der Schule hat den für die Ölheizungsanlage notwendigen Raum zur Verfügung gestellt. Burkhard Köhl, Vorsitzender der Bürgergenossenschaft Hallenbad, zeigte sich erfreut darüber, dass der Kostenrahmen von rund 490 000 Euro eingehalten werden konnte.

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