Grüne: "Mücke als attraktiven Standort besser vermarkten"

Mücke (pm). Die Mücker Grünen werden wieder zur Kommunalwahl kandidieren.

Mücke (pm). Die Mücker Grünen werden wieder zur Kommunalwahl kandidieren. Ziel sei eine "grundlegende Veränderung der Verhältnisse in Gemeindevertretung und -Vorstand. Die Blockadepolitik des Bürgermeisters und des Gemeindevorstands muss ein Ende haben, damit es in der Gemeinde wieder voran geht". Mit diesen Worten läutete Spitzenkandidat Dr. Udo Ornik den Wahlkampf ein.

Erstmals hätten die Grünen aufgrund politischer Rahmenbedingungen die Möglichkeit einer wesentlichen Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse und die möchten sie auch nutzen. Schulden von rund 17,5 Mio. Euro lähmten die Gemeinde zunehmend. Statt nützlicher Investitionen müssten Zinsen und Tilgung gezahlt werden und Genehmigungen von Aufsichtsbehörden eingeholt werden.

Die bisher betriebene Politik, "Mehrausgaben auf Pump zu Lasten der Bürger", müsse ersetzt werden durch klare Zielvorgaben und offensives Kostenmanagement. Eine verstärkte Qualifizierung werde das Potenzial der Verwaltungsmitarbeiter stärker und ermögliche Einsparungen, wo freiwerdende Stellen nicht neu besetzt werden.

Im Bereich Energieeinsparung und -Erzeugung habe die Gemeinde erhebliche Defizite. Die Gemeinde verschenke seit Jahren Einnahmen aus möglichen Windkraftbeteiligungen sowie der Nutzung von Sonnenergie und Biomasse. Es sollte ernsthaft geprüft werden, "ob es in Mücke die Möglichkeiten eines Energieeffizienzdorfes geben kann, welches langfristig seine komplette Energie selbst produziert". Vorgeschlagen werden auch ein Umwelt- und Naturschutz-Entwicklungsplan für die nächsten 20 Jahre entgegengewirkt sowie ein Naturschutzlehrpfad in der Nähe des Autohofs als touristischer Anziehungspunkt und Bildungsstätte für Kinder. Ein Ruheforst dürfe nicht länger aus ideologischen Gründen vom Bürgermeister verhindert werden. Der Einsatz der Grünen gilt auch dem zunehmenden Bevölkerungsrückgang in der Region. Diese müsse durch eine familien- und kinderfreundliche Politik auch im Bereich der Gebühren gestärkt werden. "Mücke ist ein attraktiver Wohnort inmitten intakter Natur, mit wenig Verkehrslärm und am Rande des idyllischen Vogelsbergs". Dazu müsse begonnen werden, Vorteile der Gemeinde zu vermarkten.

Dazu gehörten unter anderem das Hallenbad, die neue Sporthalle und der Hartplatz in Nieder-Ohmen. Diese gewollten Investitionen müssten aber auch Einsparungen und ehrenamtliches Engagement in anderen Bereichen zur Folge haben. Dazu sollten Vereine gezielt für Kinder-, Jugendarbeit und ortsübergreifende Initiativen gefördert werden. Weitere Verbesserungen seien in der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur notwendig.

Dazu gehörten mehr Dialog mit Unternehmen in Mücke, die Verbesserung der Situation der Pendler und die Vermarktung der freien Flächen im Industriegebiet Gottesrain, ferner die Erstellung eines Katasters leerer Wohnungen von Gewerbeflächen und Betriebsgeländen. Insgesamt müssten öffentliche Einrichtungen familienfreundlicher gestaltet werden. Verbleibende Dorfgemeinschaftshäuser müssten von einer kahlen und rein funktionalen Ausstattung hin zu familienfreundlichen Zentren entwickelt werden. Frühförderung im Kindergarten sei notwendig. Die Grundschulstandorte in Ober-Ohmen und Nieder-Ohmen und die Gesamtschule müssten unbedingt erhalten bleiben und die Schul- und Gemeindebibiothek dürfe nicht länger nur stiefmütterlich behandelt werden. Mit einem Bürgerbüro, Gebäudemanagement, dem Einsatz moderner EDV-Lösungen sowie Teilzeit- und Telearbeit böten sich Chancen.

Die Bürger erwarten nach Auffassung der Grünen nachvollziehbare Informationen, um Entscheidungen und Verwaltungsschritte mittragen zu können. Mücke 2020 hat viele Ansätze für eine neue Politik aufgezeigt, doch nun fehle den anderen vertretenen Parteien der Mut, sich an die Umsetzung zu machen.

Die Kandidatenliste

Die Kandidatenliste von Bündnis 90/Die Grünen: Dr. Udo Ornik (IT-Manager), Katharina Schwarz (Rechtsreferendarin), Peter Schäfer (Lehrer), Manuela Berry (Lehrerin), Rolf Schwarz (kauf. Angestellter, Systembetreuer), Georg Gückel (selbstständig), Harald Nicklas (Arzt), Rainer Löser (Berater), Karin Brand (Krankengymnastin), Irmgard Gückel (Steuerfachgehilfin), Eva Korte (Psychotherapeutin), Ricarda Heintz-Ornik (Bauzeichnerin), Jörg Phillip (Krankenpfleger), Christine Schäfer (Krankenschwester), Ralf Ziegenhirt (Elektroniker), Andrea Nicklas (Fachkrankenschwester), Michael Blanke (Geschäftsführer, Pfarrer i.R.).

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