Grüne fürchten unnötige Kosten durch Hallenbad-Betrieb

Mücke (pm). Bündnis 90/Die Grünen der Gemeindevertretung Mücke kritisieren die Informationspolitik von Gemeindevorstand und der Hallenbadgenossenschaft in Mücke. Hindergrund sind fehlende Hinweise auf die finanziellen Risiken, die bei der Sanierung des Hallenbades auftreten können.

Mücke (pm). Bündnis 90/Die Grünen der Gemeindevertretung Mücke kritisieren die Informationspolitik von Gemeindevorstand und der Hallenbadgenossenschaft in Mücke. Hindergrund sind fehlende Hinweise auf die finanziellen Risiken, die bei der Sanierung des Hallenbades auftreten können. Die Grünen vermuten, dass die wahren Kosten der Sanierung verschwiegen werden sollen. So kommt das ursprünglich von der SPD als nicht notwendig angesehene Gutachten über die Dachkonstruktion zu dem Schluss, dass eine Wiedereröffnung des Bades ohne weitere Maßnahmen nicht zu empfehlen ist, heißt es in einer Mitteilung der Grünen. Die vom Förderverein in einer Presseerklärung mit 14 000 ¤ angegebenen Sanierungskosten betreffen aber nur einen Teil der Risiken. So wurde in der Presserklärung nicht über weitere Ergebnisse des Gutachtens berichtet.

Da hieß es, dass bestimmte Bereiche der Statik im Bereich der Umkleideräume erst während der Umbauphase für Untersuchungen zugänglich seien. Im Besonderen werden Untersuchungen auf mögliche Feuchtigkeitsschäden der tragenden Binder außerhalb der Gebäudehülle und eine statische Prüfung an einem unfachmännisch ausgeführten Binder als dringlich dargestellt. Da am 30 Jahre alten Dachaubau Wärmedämm-Maßnahmen notwendig sind, müsse die gesamte Statik neu gerechnet und geprüft werden. Diese Kosten seien in der jetzigen Kalkulation der Sanierung nicht eingeplant.

Erhebliche Kosten werde auch der Austausch der Außenstützen verursachen, die laut Gutachten offensichtlich durch mangelnde Pflege irreparabel geschädigt sind. Die Frage stellt sich also, wieso man den Mücker Bürgern diese doch wichtigen Details verschweigt.

Es ist nach Ansicht der Grünen davon auszugehen, dass das Finanzierungsmodell der Genossenschaft nicht trägt und viele der geplanten Einkünfte und Kosten nur auf viel zu optimistischen Annahmen beruhen. So hofft man trotz klarer Absage aus dem Kreis weiterhin auf Mittel aus dem Kreis, geht von nicht haltbaren Energiekostenentwicklungen aus und hat in vielen Bereichen die Hausaufgaben noch nicht gemacht. So stehen Gutachten zur Mehrwertsteuer-Pflicht aus und ein neues Finanzierungskonzept trotz zu erwartender Einnahmeverluste wurde bisher nicht vorgelegt.

Die Fraktion der Grünen kommt zu dem Schluss, dass im Moment jeder Diskussion ausgewichen werde, um so schnell wie möglich mit der Sanierung zu beginnen. Habe man erst einmal einen Millionenbetrag verbaut, werde man die zusätzlichen Kosten auf jeden Fall tragen müssen, die durch die genannten Risiken entstehen können. In dieses Bild passe auch, dass die Vertragsverhandlungen mit der in Gründung befindlichen Hallenbad-Genossenschaft seit einiger Zeit nicht mehr öffentlich geführt werden.

Schlimmer noch sei, dass der Gemeindevertretung kein unterschriftsreifer Vertragsentwurf vorgelegt wird. Entgegen ursprünglichen Ankündigungen "wurde der Vertrag durch eine offenbar nicht beschlussfähige Minderheit im Gemeindevorstand durchgepeitscht". Die vertraglich vereinbarten Folgekosten für die Gemeinde seien auf diese Weise nicht absehbar.

Offenbar hätten sich auch FWG und Teile der CDU in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung dieser Position angeschlossen, da sie zusammen mit der SPD gegen eine von den Grünen geforderte Information der Gemeindevertretung gestimmt haben. Bündnis 90/Die Grünen sehen in dieser Vorgehensweise ein System, das den Mücker Bürgern auf Jahrzehnte unnötige Kosten aufbürdet.

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