Parkverkehr

Fußgänger kommen in Nieder-Ohmen nur schwer an Autos vorbei

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Morgens, wenn die Nieder-Ohmener ihre Brötchen holen, dann ist es besonders eng. Dann stehen die Autos entlang der Bernsfelder Straße halb auf dem Gehweg und Fußgänger haben es schwer.

Doch auch am Freitag, wenn der traditionelle Wochenendstau die Autobahn verstopft, herrscht Hochbetrieb auf der Hauptstraße von Nieder-Ohmen, hat Apothekerin Annette Vaupel-Naumann immer wieder beobachtet. Deshalb hat die SPD im Ortsbeirat die Initiative gestartet, um eine Verkehrsberuhigung in der Ortsmitte zu erreichen.

Doch ein Halteverbot für Pkw hatte keine Chance, zu sehr sind die Geschäftsleute in dem Bereich auf die Haltemöglichkeiten angewiesen, wie Ortsvorsteher Jörg Matthias nach der Sitzung erläutert. Bürgermeister Andreas Sommer sagte aber zu, eine Geschwindigkeitsbegrenzung zumindest in den Nebenstraßen zu prüfen.

Gehwege nicht zuparken!

Er steht einer Verkehrsberuhigung sehr kritisch gegenüber, weil man dort Parkplätze für die Geschäfte brauche und keinen Platz hat, weitere einzurichten.

Im Ortsbeirat herrschte bei der Sitzung am Montag Konsens, dass die Autofahrer doch bitteschön die Gehwege nicht zuparken sollen. Denn an den Engstellen kommen zum Beispiel Frauen mit Kinderwagen nicht weiter, was Matthias kritisiert. Bei einem Ortstermin zeigt sich, dass der Gehweg auf der einen Seite recht schmal ist. Autos werden hier schnell zum Hindernis, wenn sie halb auf dem Fußweg abgestellt werden.

"Es ist ein Wunder, dass noch keine schweren Unfälle in diesem Bereich passiert sind", meint eine Passantin. Sie wartet gerade auf ihre Kinder, die von der nahen Kindertagesstätte herüberkommen. Auch für Schulkinder führt der Weg Richtung Klassenzimmer zunächst durch den Engpass an der Bernsfelder Straße, wie sie erzählt. Die Kinder müssten schon sehr aufpassen zwischen den halb auf dem Gehweg stehenden Wagen. Andererseits sind die Geschäftsleute auf die kostenlosen Parkplätze vor der Ladentür angewiesen. Das bestätigt die Verkäuferin der Bäckerei, denn viele Kunden kommen mit dem Auto.

Apothekerin Vaupel-Naumann unterstreicht das. So gibt es einige Geschäfte im unteren Bereich der Bernsfelder Straße, dazu eine Arztpraxis und eine Bankfiliale. Die Kunden würden keine längeren Wege akzeptieren, die Stellflächen am Alten Rathaus sind meist besetzt und die 400 Meter zum Festplatz zu weit. Direkt nebenan ist zudem das Gemeinschaftshaus. "Wenn dort eine Beerdigungsfeier ist, parken die Leute die ganze Umgebung zu", meint sie. Geschäftsleute und Lehrerinnen der Grundschule belegen über längere Zeit einige Stellflächen. Es wäre aus Sicht der Geschäftsfrau "eine Katastrophe, wenn es keine Haltemöglichkeiten gibt, dazu zählt auch der Lieferdienst für die Apotheke". Ein Tempolimit sei nicht nötig, denn wegen der parkenden Fahrzeuge fahre niemand zügig durch die Ortsmitte, sagt Vaupel-Naumann. Manchmal steht alles, wenn sich die Schranken am Bahnübergang geschlossen sind. Das gilt auch, wenn auf der Autobahn am Freitagnachmittag Stau ist. Dann fahren viele in Richtung der Bundesstraße.

Unglücklicherweise werden auch Lkw-Fahrer per Navigationsgerät durch Nieder-Ohmen weiter in Richtung Elpenrod gelotst. Die 40-Tonner sorgen dann für Verkehrsberuhigung der besonderen Art, "dann stehen alle".

Vielleicht ist es ganz gut, dass die Autofahrer im unteren Bereich der Bernsfelder Straße langsam fahren müssen. Am Bahnübergang ist eine scharfe Kurve zu passieren, in der andere Fahrzeuge schlecht zu sehen sind. "Diese Kreuzung ist lebensgefährlich", meint Vaupel-Naumann. Ortsvorsteher Jörg Matthias sieht das genauso, zumal seine Tochter erst vor einigen Wochen einen schweren Unfall an der Kreuzung hatte.

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