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Bestattungen können je nach Variante viel Geld kosten.

Friedhofsgebühren steigen

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
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Mücke (rs). Wie teuer darf eine Bestattung sein? Darüber hatten sich die Gemeindevertreter in den vergangenen Tagen mehrfach bei Ausschusssitzungen gestritten. Dabei war es phasenweise auch sehr emotional zugegangen. Umso erfreulicher ist, dass die neue Friedhofssatzung und -gebührenordnung mit großer Mehrheit verabschiedet wurde.

Anlass für die neue Gebührenordnung nach rund zehn Jahren Konstanz war eine Unterdeckung von deutlich über 200 000 Euro im Jahr. Seither waren von den Angehörigen rund 34 Prozent der tatsächlichen Kosten erstattet worden. In der Gemeindeverwaltung hatte eine Arbeitsgruppe eine neue Satzung mit einem Kostendeckungsgrad von rund 54 Prozent ausgearbeitet, dem die Koalition aus SPD und FW kurz vor den Abschlussberatungen eine eigene Version mit einer Kostendeckung von 43 Prozent entgegensetzte.

In der Abschlussdebatte begrüßte Dr. Anneliese Brunn (CDU) die neue Möglichkeit einer Baumbestattung und die Anlagemöglichkeit eines Memorialgartens. Die Friedhofsordnung werde mitgetragen. Aber zu den Gebühren habe die Koalition »eine gefühlte Gebührenanpassung vorgelegt«. Die CDU stimme der zwar zu, aber es sei sicher, dass in zwei oder drei Jahren das Thema wieder auf der Tagesordnung stehen werde. Der von der Koalition erweiterte CDU-Vorschlag, die Bestattungskosten von bis zu 14-Jährigen, erweitert durch die Koalition bis zur Volljährigkeit, auszusetzen, werde ebenfalls mitgetragen.

Kommunaler Ruheforst möglich

Grünen-Vertreter Dr. Udo Ornik wies auf die jährliche Unterdeckung von seither rund 200 000 Euro hin sowie auf die neue von rund 130 000 Euro. Laut Gutachten seien die Friedhöfe nur zu 29 Prozent ausgelastet, normal seien es rund 70 Prozent.

Die Grünen hätten schon seit Jahren darauf hingewiesen, dass viele Mücker Bürger sich in einem der benachbarten Ruheforste bestatten lassen würden, die fehlten jetzt bei den kommunalen Einrichtungen. Ornik appellierte, man müsse sich für die neuen Bestattungswünsche öffnen, aber es sei unsicher, ob die neuen Angebote entsprechend angenommen würden. Gegebenenfalls würden sich die Grünen erneut für einen kommunalen Ruheforst einsetzen. Außerdem regte er an, bei der Kostenseite nach Einsparungen zu suchen. Für die Koalition erläuterte Günter Zeuner (FW), eine so starke Erhöhung wie aus der Verwaltung vorgeschlagen sei nicht machbar. Jetzt müsse man die Sätze niedriger fassen, aber beizeiten wieder die Positionen überprüfen.

SPD-Sprecher Dirk Neumann nahm erfreut wahr, dass sich die CDU den Koalitionsvorschlägen anschließe. Er wies darauf hin, dass sich SPD und Freie Wähler an der Zumutbarkeit für die Bevölkerung orientiert hätten, und man so allgemein nur bei einer Erhöhung von zehn Prozent (die Verwaltung hatte 20 Prozent angeregt) gelandet sei.

Bürgermeister Andreas Sommer nannte den Schritt richtig, allerdings müssten Überarbeitungen öfter erfolgen. Denn es stünden sehr hohe Investitionen an, man habe sehr hohe Kredite laufen, und auch die 22 neuen Erzieherinnen im kommenden Jahr müssten finanziert werden.

Die Satzungsänderungen wurden mehrheitlich angenommen.

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