Weg frei für Sauna am Hallenbad aquariohm

Mücke (rs). Der Weg ist frei für eine moderne Sauna am Hallenbad aquariohm. Mit breiter Mehrheit stimmten am Mittwoch Abend die Gemeindevertreter für eine Bürgschaft der Gemeinde, weil die Bürgergenossenschaft Hallenbad Mücke das Vorhaben umsetzen möchte.

Im Dorfgemeinschaftshaus von Nieder-Ohmen verfolgten auch mehrere Dutzend der "Genossen" die Sitzung, in der sich die Grünen in der entscheidenden Abstimmung zwar der Stimme enthielten, aber keine grundsätzlichen bedenken gegen das Vorhaben aussprachen. Allgemeines Lob fand die bisherige Arbeit der Genossenschaft, die aus dem maroden Bad wieder eine vielbeachtete Erholungs- und Sportstätte gemacht habe. Im März sollen die Bauarbeiten beginnen, mit einer Einweihung Ende 2013 wird geliebäugelt.

Grundlage des Themas war ein gemeinsamer Antrag von SPD, CDU und FW auf eine Bürgschaftsübernahme für den Saunaanbau am Hallenbad Mücke. Demnach sollte das Bau- und Betriebskonzept der Bürgergenossenschaft (die AZ berichtete umfassend) zustimmend zur Kenntnis genommen werden. Der Bau einer Saunaanlage am aquariohm sollte befürwortet, und dazu eine Bürgschaft über 1,5 Millionen Euro für einen noch abzuschließenden Kredit bewilligt werden.

In einem Änderungsantrag zur Bürgschaftsübernahme wollten die Grünen den gemeindlichen Zuschuss auf jährlich 185000 Euro festgeschrieben haben, außerdem sollte der Gemeindevertretung jährlich über Bilanz und aktuellen Status berichtet werden, grundsätzlich müsse der Genossenschaftsverband eine positive Prüfung vorlegen, und das Saunagebäude solle, weil energieintensiv, als Passivhaus erfolgen und eine thermische Solaranlage vorsehen. Wünschenswert sei ferner eine externe Expertise, etwa durch die Hessenenergie.

Für die FW erinnerte Günter Zeuner in einem Rückblick an den Werdegang des einst maroden Komplexes Hallenbad/Sauna. Vor Jahren habe man im Dorfgemeinschaftshaus Nieder-Ohmen den Teilabriss und Wiederaufbau des Hallenbades auf den Weg gebracht, inzwischen sei die Einrichtung eine Erfolgsgeschichte. Bei der Neuausrichtung des Hallenbades habe man immer den Anschluss einer Sauna im Blick gehabt. Nachdem jetzt die Stadt Grünberg in der Vorwoche den Neubau eines Hallenbades abgelehnt habe, stelle sich die Gesamtsituation für Mücke sehr günstig dar. Außerdem folge man mit der Ergänzung des Hallenbades dem zunehmenden Bedürfnis der Menschen nach neuen Entspannungsformen.

Zum Änderungsantrag der Grünen stellte Zeuner klar, mehr als einen Jahreszuschuss von 185000 Euro könne es nicht geben, die Bürgschaft werde nicht erhöht, und energetisch sei der Gebäudekörper wohl von der Bürgergenossenschaft hinreichend abgeklopft worden. Gleichwohl werde man den Änderungswünschen der Grünen nicht nachkommen. Zeuner informierte noch, dass es in der FW-Fraktion teilweise heftige Diskussionen zu dem Thema gegeben habe.

SPD-Sprecher Siegfried Lang stellte fest, dass die Fraktion voll hinter dem Konzept stehe, die Fraktion habe das am Montag einstimmig befürwortet. Vor dem Hintergrund des aktuellen Zinsmarktes müsse man feststellen, dass man das Vorhaben nie umsetzen werde wenn nicht jetzt.

Zwischen einem "tollen Konzept" und kritischen Anmerkungen, dass es zu einer Erhöhung des jährlichen Zuschusses von bis zu 20000 Euro kommen könne, lag die Spannbreite des Beitrages von Dr. Udo Ornik von den Grünen. Grundsätzlich müsse den Engagierten der Genossenschaft ausdrücklicher Dank abgestattet werden. Allerdings bleibe das Risiko, dass es nicht zu den angenommenen 45 Saunabesuchern je Tag kommen werde, und auch die 69000 Euro für Personal im Jahr schienen nicht hinreichend.

Ausgehend von einem fantastisch funktionierenden Hallenbad gehe die CDU davon aus, dass das Vorhaben einen guten Weg nehme, äußerte Dr. Anneliese Brunn für die CDU. Nachdem jetzt Grünberg kein Hallenbad mehr habe, sei der Bedarf nach einer entsprechenden Einrichtung in der Region gestiegen. Der Bau der Sauna jetzt sei eine sinnvolle Komplettierung des Gesamtkomplexes, und das Vorhaben fuße auf einem sehr ausgereiften Konzept.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare