Erstmals wieder "bescheidener" Überschuss

Mücke (ks). Einen "ganz normalen" Haushalt und keinen Doppelhaushalt legte Bürgermeister Matthias Weitzel am Mittwoch den Gemeindevertretern im Gemeinschaftshaus Bernsfeld vor.

Er kündigte zudem an, dass Mücke als dritte Kommune im Kreis eine geprüfte Eröffnungsbilanz vorlegt. Danach betrug das Vermögen der Gemeinde zum 1. Januar 2008 immerhin rund 41 Millionen Euro, das Eigenkapital rund 7,5 Millionen Euro. Leider zeigten sich bei der Doppik immer mehr Unzulänglichkeiten, klagte Weitzel.

Neben der enormen Mehrbelastung für die Mitarbeiter von Verwaltungen müsse man ernsthaft fragen: "Was haben die Bürger davon?" Die Kritik an dem neuen System nehme immer mehr zu, Vereinfachungen im Sinne der Gemeinden seien angebracht.

Der Haushalt 2011 falle wahrscheinlich um 400 000 Euro besser aus als in der Planung. "Wir gehen momentan davon aus, dass der Jahresfehlbetrag 2011 bei etwa einer Million Euro liegen wird," so Weitzel.

Die "verhalten positive" Tendenz setze sich im Haushalt 2012 fort. Erstmals scheine sogar im Ergebnishaushalt wieder ein bescheidener Überschuss möglich zu sein.

Im Finanzhaushalt sind in diesem und den nächsten Jahre keine Kreditaufnahmen vorgesehen.

Der Ergebnishaushalt hat ein Volumen von rund 15,925 Mio. Euro bei den Erträgen und rund 15,9 Mio. Euro bei den Aufwendungen. Das ergibt einen Überschuss von rund 25 000 Euro. Erfreulicherweise boome die Wirtschaft im Moment, was sich in einer deutlich höheren Gewerbesteuereinnahme für dasd laufende Jahr 2012 bemerkbar macht. Weitzel erinnerte an die Verfassungsklage gegen das Land, anders könne "der kommunalfeindlichen Politik mit dem steten Griff in die Kassen nicht Einhalt geboten werden."

Weitzel mahnte, die Gemeinde habe nur wenige Mittel zur Verfügung und könne mit dem neuen Haushalt "beileibe nicht alle Wünsche oder Begehren erfüllen." Die großen Posten bei den Ausgaben sind Kindergärten, Wasser, Kanal, Straße, neue Sporthalle und der Zuschuss für die Bürgergenossenschaft Hallenbach.

Der Finanzhaushalt liegt diesmal knapp unter zwei Millionen Euro, wie Weitzel weiter mitteilte. Wegen des Neubaus der Sporthalle waren es vergangenes Jahr noch rund fünf Mio. Euro. Größere Maßnahmen sind die Restabwicklung des Brunnenneubaus in Merlau mit rund 235 000 Euro, die Dorferneuerung mit rund 100 000 Euro, Anschaffung eines Unimog für 190 000 Euro und Ausgaben für Wasser, Kanal und Straße sowie 225 000 Euro für den Digitalfunk. Mit dem Zahlenwerk könne man "halbwegs zufrieden" sein, so Weitzel.

Doch auch dieser Haushalt ist genehmigungspflichtig, da ein Höchstbetrag für die Kassenkredite festgelegt wurde. Er hoffe sehr, dass nicht wieder unnötig Zeit ins Land geht, bis man mit der Umsetzung des Haushalts beginnen kann. Der Haushalt wurde einstimmig zur Beratung an den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen.

Der Schuldenstand der Gemeinde betrug zum Jahresende rund 10,5 Mio. Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1119 Euro.

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