Fasching

Ehestand statt Fertiggerichte

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Hoffentlich sind Bedenken des Pfarrers unbegründet: Das Volk Israel zog 40 Jahre durch die Wüste, die Koalitionsverhandlungen könnten länger dauern. Außer Bedenken gab es Reden und Tänze.

"Mickie Krause" und "Roland Kaiser" mit "Maite Keller" als Gäste, herrliche Tänze, gesungene Büttenreden mit Bibellektüre, das konnte man am Wochenende in der restlos ausverkauften Narrhalla des Ruppertenröder Karnevals-Vereins (RKV) im Sportheim erleben. Loris Plate und Lucian Schindler präsentierten als die Moderatoren der närrischen Veranstaltung ein prall gefülltes Faschingsprogramm und ein Kinderprinzenpaar.

Den tänzerischen Auftakt machten die Sternchengarde und die sich anschließende Funkengarde. Sie stellten tolle Leuchtsterne dar und erhielten viel Applaus. Der junge und der alte Narr (Nico und Christian Horst), plauderten anschließend aus dem Nähkästchen. Da ging es unter anderem um "Abhappen" (Essen) oder auch um "Karussellfleisch" (Döner) bis dahin, dass die "Kornboil" keine Brezel essen können, denn sie können die Brezel nicht entknoten.

Pfarrer zu Groko-Gesprächen

Fein hatten sich die singenden Nachtigallen herausgeputzt und sie sangen Lieder wie "Skandal um Rosi" oder "Tausendmal berührt". Klaus Werner wurde noch ausgezeichnet, er steht seit über 25 Jahren auf der Narrenbühne. Mit viel Schwung und Elan eroberten im Anschluss die Silberfunken das Narrenhaus. Cool sah er aus und er outete sich sogleich: Pfarrer Markus Witznick. Seine Helden der Kindheit stehen im Alten Testament, so sagte er. Er habe das Bibelwort mit der Mutterbrust aufgesaugt. Er sang dann allerdings mit sehr politischem Anstrich über die Bundespolitiker Sigmar Gabriel, Angela Merkel und Christian Linder, fand aber sogleich den Schlenker zum Alten Testament. Das Volk Israel zog nach dessen Angaben immerhin 40 Jahre durch die Wüste, und Pfarrer Witznick hoffte, dass die Regierungsbildung nicht so lange dauern möge. Aus Gemünden hatte man ein tolles Gastgeschenk mit einem Showtanz geschickt. Ohne Zugabe durften die Tänzerinnen die Narrenbühne nicht verlassen. Die Gruppe "Natural Moves" war schon eine besondere Schau. Die typischen Themen einer Ehe dröselten Ehefrau Fanzi (Tobias Hof) und ihr Eheman Karl (Axel Becker) auf. Er hatte seine Frau nicht aus Liebe geheiratet, beichtete der dem närrischen Publikum, sondern aus dem Grunde, dass es damals noch keine Fertiggerichte gegeben habe. Das Publikum hatte auch bei diesem gekonnten Vortrag viel zu lachen und sparte nicht mit Beifall. Die Prinzengarde ist das Aushängeschild des Ruppertenröder Karnevals-Vereins, und sie wird von Antonia Raßner trainiert. Ohne Zugabe durften die Damen die Bühne nicht verlassen, denn sie hatten ihren Gardetanz glänzend auf die Bretter gebracht.

Pressköpp bieten Hitparade

Als Entertainer eroberte im Anschluss Felix Wetzstein die Bühne, und als "Felix Fusel" stellte er das Mücker Faschingslied vor. Es folgten noch weitere Hits. Den Kindergarten habe er erfolgreich abgeschlossen, berichtete Mirko Faust, und nun beginne der Stress mit der Schule. Zudem berichtete er von einem Besuch im Freudenhaus. Dort habe er für acht Euro Freude gekauft – acht Schokoladenbrote. Davon habe er allerdings nur sechs essen können, gestand er ein. Bei den verbliebenen zwei habe es nur zum abschlecken gereicht. Mit Schneewittchen und den sieben Zwerge ging es anschließend in die Märchenwelt, und man endete im Dschungelbuch. Zu diesem Thema musste das Männerballett eine Zugabe tanzen. Den krönenden Abschluss bildeten die Pressköpp mit einer stolzen Hitparade. Es wurde dabei an nichts gespart, denn es wurden sehr viele Stars auf die Narrenbühne geholt: Das reichte von Roland Kaiser, über Maite Kelly und Mickey Krause bis zu Peter Wackel, sämtlich präsentiert von Dieter Thomas Heck. Die musikalischen Akteure mussten eine Zugabe geben, und dann wurde das große Finale eingeläutete.

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