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Ortsvorsteher Jörg Irzinger (2. v. l.) und Staatssekretär Mark Weinmeister (3. v. l.) mit Bürgern, rechts Bürgermeister Andreas Sommer.

Damit der Schornstein wieder raucht

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Mücke-Ober-Ohmen (pm). Die Interessengemeinschaft Backhaus in Ober-Ohmen kann sich über einen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro freuen. Freudig nahm Ortsvorsteher Jörg Irzinger den Förderbescheid aus dem Programm "Starkes Dorf" aus den Händen des hessischen Europa-Staatssekretärs Mark Weinmeister entgegen.

Das Geld soll dazu dienen, das alte Backhaus im Dorf umfassend zu sanieren. "Die Landesregierung unterstützt dieses Projekt sehr gern, weil wir bürgerschaftliches Engagement fördern. Außerdem ist das Backhaus eine schöne Tradition, die in den vergangenen Jahren an vielen Orten in Hessen wiederbelebt worden ist. Solche althergebrachten Bräuche stärken das Gemeinschaftsgefühl. Gerade auf dem Land ist Zusammenhalt sehr wichtig, um Aufgaben zu erledigen, die anders nicht zu bewältigen sind", sagte Weinmeister in Ober-Ohmen. Außer dem Förderbescheid überreichte Weinmeister noch ein entsprechendes Schild.

Ober-Ohmen hat etwa 680 Einwohner und ein reges Vereinsleben. Im Dorfzentrum liegt das letzte von einstmals drei Backhäusern. Es ist beliebter Mittelpunkt vieler Dorffeste. Inzwischen sind aber umfangreiche Reparaturarbeiten notwendig, damit das Gebäude auch künftig benutzt werden kann. Unter anderem muss das Dach abgedichtet und das Fachwerk des Giebels erneuert werden. Diese Arbeiten sollen von ehrenamtlichen Helfern unter fachkundiger Anleitung durch einen Zimmermann erledigt werden.

Ortsvorsteher Jörg Irzinger und der Bauleiter des Projektes, Michael Horst, gaben Infos über den seitherigen Bauverlauf. Für den Termin habe man sich nach dem Ofenbauer richten müssen. Bei den Renovierungsarbeiten wurde festgestellt, dass doch weitaus mehr erneuert werden musste als zunächst gedacht. Der Ringanker wurde aus Stahlbeton gefertigt, die Statik stand nämlich auf wackeligen Füßen. Es stehen noch Dacharbeiten an.

Bürgermeister Andreas Sommer lobte das Engagement des Ortsbeirats und der Bürger, die sich für ihr Backhaus einsetzen. "Die Bürger arbeiten, die Gemeinde und das Land zahlen, das ist eine gute Kooperation", so Sommer. Man werde auch eine Nutzungsvereinbarung mit den Vereinen schließen, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind. Erstaunt war der Staatssekretär auch, denn ganz viele Vereine und Privatnutzer zaubern Leckereien aus dem Backhaus. Dort werden Hähnchen gegrillt, Backhauskuchen und Brote gebacken oder Haxen gegrillt.

"Gerade auf dem Land ist es vielerorts noch üblich gemeinsam anzupacken. Nur so können Projekte umgesetzt werden, für die sonst das Geld oder die Möglichkeiten fehlen. Das stärkt aber auch das Zusammengehörigkeitsgefühl", meinte der Gast aus Wiesbaden und fügte noch scherzhaft an: "Im Dorf leben ist nichts für Feiglinge, denn jeder Nachbar oder auch darüber hinaus weiß alles von einem. Was man beruflich macht und auch viele private Geschichten".

Vonseiten des Ortsbeirates hatte man süßen und herzhaften Kuchen gezaubert und dazu gab es Kaffee und kalte Getränke. Nach einer Stärkung besuchte man die Kirche und den Turm. Aus einem Abstellraum wird ein Kulturdenkmal. Mit den schönen Fresken und Wandmalereien aus dem 14, Jahrhundert, die teilweise freigelegt sind, entstand Ende 2018 die Elisabethenkapelle. Die Gäste waren ganz angetan und erstaunt.

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