"Mücker Allerlei"

Brettspiele und Käsekuchen für Senioren

Als hätten sie geahnt, was Gesundheitsforscher immer wieder betonen: Geselligkeit verlängert das Leben. Alle zwei Wochen findet sich in Merlau eine muntere Schar von Senioren zusammen.

Von KOA

Re, Contra, Bock – im Winkel des Gemeindesaales ertönen Männerstimmen. Das Reizen gefällt ihnen heute, denn wer eine ordentliche Partie Skat spielen will, darf damit nicht geizen. Die Frauen an den im Saal wie Konfetti versprengten Tischen sind längst in ihr eigenes Tun vertieft. Kichernd, lachend, sich Anekdoten und neue Geschichten erzählend, versinken sie ebenfalls in Gesellschaftsspielen und in persönlichen Gesprächen.

Gerlinde Weißenfeld strahlt in die Runde, die sich an diesem Nachmittag im evangelischen Gemeindehaus in Merlau versammelt hat. "Ich bin seit Anfang an dabei", verrät sie. Gerade einmal 18 Monate sind vergangen, seitdem die Merlauerin zum ersten Mal eine Kaffeetasse erhob und auf die Taufe des "Mücker Allerlei" angestoßen hat.

Es ist eine Begegnungsplattform für Senioren, die aus der Aktion "Gemeinsam nicht allein" entstanden ist. "Die Besucherzahlen steigen seither stetig", verrät Marion Dettmann, die gemeinsam mit Judith Kämmer alles organisiert. Inzwischen sind wir meist so um die 30 Leute, die sich hier treffen", berichtet Dettmann. Doch es geht längst geht es nicht immer um Kaffeetrinken oder eine ordentliche Partie Rommée.

Schwätzen und Skat kloppen

Die Frauen und Männer aus den Mücker Ortsteilen fahren auch schon einmal gern in die Nachbarschaft. Bereits zwei Mal ging es nach Flensungen ins Backhaus, wo frisches Brot entstanden ist. Auch im Grünberger Museum war die Truppe bereits, und zu Weihnachten gab es Lieder. Dass sich immer ein, zwei oder sogar drei Freiwillige finden lassen, die mit viel Liebe Kuchen zubereiten, freut alle. Denn die Senioren haben längst ihr ganz eigenes Ritual entwickelt. Bevor "Mensch ärgere dich nicht" und Co. auf die Tische kommen, gibt es zunächst einmal dampfenden Kaffee und herrlich duftende Kuchen vom Buffet.

Rolf Dieter Röhrig genießt diesen Auftakt, er schlemmt noch schnell ein Stückchen Käse-Apfel-Kuchen aus der Küche von Marion Dettmann und mischt dann die Karten neu. Mit Heribert Pfeiffer (67) spielt der 71-Jährige besonders gerne. Beiden gefällt aber auch die Gemeinschaft, die hier entstanden ist. "Hier trifft man sich", sagt Röhrig zufrieden, der es gut findet, dass es das "Mücker Allerlei" gibt.

Kuchenrezepte ausprobieren

Angebote für Senioren gäbe es zwar genug, aber es geht auch darum, sie anzunehmen. Sein Skatbruder Erich Sauer nickt. Der 77-Jährige ist zum dritten Mal dabei und will das Treffen alle zwei Wochen gerne fest in seinen Terminkalender verankern – immerhin kommt seine Ehefrau auch immer gleich mit. Gerlinde Weißenfeld hat die Kaffeetassen vom Tisch geräumt, nickt ihren Bekannten aus der Seniorensportgruppe kurz zu und verrät, dass sie gerne Kuchen für die Gruppe backt, denn "so kann man auch einmal ein neues Rezept ausprobieren."

Dann geht das muntere Plaudern an den Tischen weiter, der Austausch ist ihnen allen wichtig. Es hilft auch gegen die Einsamkeit. Denn nicht jeder Mücker Senior kann sich heute noch auf einen festen Familienverband verlassen. "Der harte Kern aber, die hier Geborenen, die halten noch zusammen", das betont Veronika Schneider (69), die selbst vor 54 Jahren nach Mücke gezogen ist. Sie freut sich schon auf den nächsten Treff.

"Wir freuen uns, dass immer mehr Interessierte zu der Gruppe kommen. Es sei nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dieses Angebot für alle Ortsteile von Mücke gilt", ergänzt Marion Dettmann.

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