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Baumbestattungen sind nun möglich

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Bürgermeister Andreas Sommer besucht mit Vertretern des Ortsbeirates und des Bestattungsunternehmens Euler die Arbeiten auf dem Friedhof in Nieder-Ohmen. Drei Linden stehen dort bereits für Urnenbestattungen zur Verfügung. Auf dem Foto: René Kratz, Andreas Sommer, Jörg Matthias, Mustafa Sevik, Eva Metz, Birgit Euler, Andre Euler (v. l.). © René Kratz, Andreas Sommer, Jörg Matthias, Mustafa Sevik, Eva Metz, Birgit Euler, Andre Euler (v. l.. FOTO: PM

Mücke (pm). Seit nunmehr schon rund 20 Jahren erfreut sich eine alternative Bestattungsform in Deutschland einer großen Beliebtheit: die Bestattung einer Urne in Wäldern unter dem schattigen Dach alter Buchen oder Eichen. Die Gründe für diesen Trend sind offensichtlich: geringe Kosten, kein Aufwand der Grabpflege für die Angehörigen und keine Grabräumung nach dem Ablauf der Ruhezeit.

Keine weiten Wege

Auch im Vogelsberg gibt es verschiedene Anbieter, die hier mittlerweile ihre Dienste anbieten, meist in Zusammenarbeit mit großen Waldbesitzern im Privat-, Kommunal- oder Staatswald. Aber diese Bestattungsform bringt auch Nachteile mit sich: die Entfernung zum Grab der Verstorbenen ist oft weit, ohne Auto mit längerer Anfahrt nicht leistbar, die Wege im Wald für ältere Menschen oft sehr beschwerlich.

Was bedeutet zudem diese Bestattungsform für die Friedhöfe in den Ortschaften? Friedhöfe sind für die Angehörigen oft Stätten der Begegnung, der Gespräche und auch der gegenseitigen Trauerbewältigung, sind somit Orte der Stärkung und der Kommunikation. »Verlagern wir die Bestattung unserer Angehörigen in entfernte Wälder, dann geht auch ein Stück dörfliche Friedhofskultur verloren«, meint der Bürgermeister der Gemeinde Mücke, Andreas Sommer. Die Gemeinde Mücke biete daher als Alternative zur Waldbestattung eine neue Form der Friedhofskultur an: die Baumbestattung einer Urne unter einer Linde.

Bereits im vergangenen Jahr wurden auf dem Friedhof in Nieder-Ohmen mehrjährige Sommerlinden gepflanzt, die künftig als Bestattungsbäume genutzt werden sollen. Hier können Angehörige die Asche ihrer Verstorbenen in einer Urne entlang eines gesetzten Steinkreises beisetzen lassen. Ein auf dem Steinkreis angebrachtes Schild mit den Lebensdaten des Verstorbenen erinnert an den geliebten verstorbenen Menschen.

Auf dem Friedhof in Nieder-Ohmen ist ein separater Bereich ausschließlich für diese Lindenanpflanzung reserviert, Ziel ist Anlage eines kompletten Lindenhains, in dessen Schatten die Angehörigen Ihrer Verstorbenen gedenken können.

Urnenbestattung an Steinkreis

»Ich bin mir sicher, dass wir mit dieser neuen Bestattungsform den Menschen in Nieder-Ohmen eine interessante Alternative zur Waldbestattung anbieten können«, meint der Nieder-Ohmener Ortsvorsteher Jörg Matthias.

Bürgermeister Andreas Sommer besuchte dieser Tage gemeinsam mit Vertretern des Ortsbeirates und dem Bestattungsunternehmen Thomas Euler die Arbeiten auf dem Friedhof in Nieder-Ohmen, die von dem örtlichen Landschaftspflegeunternehmen Alexander Bast umgesetzt wurden. Drei Linden sind bereits fertig gestellt und stehen ab sofort für Urnenbestattungen in Nieder-Ohmen zur Verfügung.

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