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Teilnehmer der »Online-Küchenparty« haben viel Spaß, hier Sven Shaw und Frau Beate im Vordergrund..

Auf zur großen Küchenschlacht

  • vonJutta Schuett-Frank
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Mücke-Groß-Eichen (sf). Früher verabredete man sich im Lokal, bestellte einen Tisch entsprechend der Personenanzahl und verlebte einen Abend in Gesellschaft sowie mit leckerem Essen. An diese Zeiten erinnert man sich derzeit eher wehmütig zurück. Denn seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist alles anders.

Seit Monaten schon durften Gaststätten und Lokale nicht mehr öffnen, auch nicht im Außenbereich. Es gibt nur die Möglichkeit, Speisen abzuholen. Um einmal aus dem seit Monaten anhaltenden Trott etwas auszubrechen und ein wenig Farbe ins Leben bringen, hatte Sven Shaw eine Idee. Er selbst ist ein leidenschaftlicher Koch und der »Küchenchef« daheim im Hause Shaw.

Schnell war seine Idee einer sogenannten Online-Küchenparty geboren. Sven Shaw aus Mücke-Groß-Eichen plauderte daraufhin mit seinen Bekannten und seiner Schwester Svea Shaw im spanischen Städtchen Denia an Ostküste am Mittelmeer , und dann startete das Projekt.

Es wurden Bekannte und Interessierte mit der gleichen Küchenmaschine zum Online- Kochen eingeladen. In der Regel wird immer ein Drei-Gänge- Menü gekocht. Mittlerweile gab es schon einige der Online-Küchenpartys, und der Einladende gibt dabei den Ton an. Die Gäste wechseln, und die Teilnehmer sind sozusagen international von Groß-Eichen über andere Mücker Ortschaften und Frankenberg bis nach Spanien. Es bleibt im Vorfeld spannend, denn anhand der Einkaufsliste, die man einige Tage vor der Küchenparty erhält, kann sich noch niemand der Teilnehmer so recht einen Reim darauf machen, was es genau bei der Onlineparty zu essen geben wird. Um 18 Uhr sind dann alle über die Zoom-Konferenz miteinander verbunden, und man lauscht den Worten der Gastgeberin oder des Gastgebers. Es folgen Schritt für Schritt Anweisungen, und die Küchenschlacht nimmt ihren Lauf. Da brummt es hier und da an Geräten, mal wird nachgefragt, und man hat fast das Gefühl, dass alle wie in einer großen Küche beisammen sind. Dieses miteinander Kochen, denn jeder Teilnehmer hat ja das gleiche Menü, ist eine tolle Sache, und es hebt die Distanz ein wenig auf. Am Ende wird dann der Tisch schön eingedeckt. Der Laptop mit den Bildern der anderen, Teilnehmern wird auf dem Tisch positioniert und dann speist man auch »gemeinsam«. Es wird dann immer ein netter Abend unter Gleichgesinnten, mit Kochgesprächen und interessanten Tipps. Es gibt immer andere Gaumenfreuden, und es werden immer wieder neue Kreationen probiert, das eigene Geschmackserlebnis wird erweitert.

Für alle gibt es die Rezepte

Bevor sich alle online wieder verabschieden, wird der nächste gemeinsame Kochtermin ausgehandelt, der im vierwöchigen Rhythmus stattfindet. Dann wird ein Gastgeber auserkoren, und alle freuen sich auf das kommende Kocherlebnis. Auch Leckereien aus der spanischen Küche wurden schon gezaubert, beim letzten Treffen gab es oberhessische Beulches auf besondere Art. Außerdem werden im Anschluss an die Online-Partys die Rezepte an die Teilnehmer verteilt, so dass man das Menü wiederholen kann.

Das Beulches schmeckte übrigens in Spanien bei Svea Shaw ein wenig anders als beim Bruder Sven in Groß-Eichen. Des Rätsels Lösung: In Spanien gibt es keine oberhessische »Hukki« (Wurst).

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