Zu ihrer Lesung im Bistro der Sauna im Mücker aquariohm hatte Traudi Schlitt die Band "Jam session" mitgebracht. (Foto: sf)
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Zu ihrer Lesung im Bistro der Sauna im Mücker aquariohm hatte Traudi Schlitt die Band "Jam session" mitgebracht. (Foto: sf)

Aus anderem Blickwinkel

Mücke (sf). Am Sonntagabend konnte Bürgermeister Matthias Weitzel im Namen des Fördervereins Hallenbad und der Bürgergenossenschaft Hallenbad Traudi Schlitt zu einer Lesung begrüßen.

Mitgebracht hatte sie die Band "Jam session" (Christoph Euler, Dennis Becker und Hendrik Schlitt), die begeistert im Bistro der Sauna im aquariohm von den Zuhörern aufgenommen wurde. "Was mich antreibt, ist die Lust am Ausdruck, die Suche nach genau dem richtigen Wort, das Spiel mit Worten und ihren Synonymen sowie der Ehrgeiz, schöne Texte zu verfassen, die man gerne liest, die bewegen und die einen vielleicht ein Stück begleiten", so steht es auf ihrer Homepage zu lesen und man kann es wirklich bestätigen: Traudi Schlitt hat die Gabe, Gewöhnliches und Belangloses so aufzubereiten, dass man großen Spaß dabei empfindet, wenn man ihr zuhört. Ihre authentischen Geschichten beschreiben Situationen aus dem Leben, die aber jeweils von einem anderen Blickwinkel beäugt werden. Mit dieser Betrachtungsweise lenkt sie ihre Leser und Zuhörer geschickt in eine andere Position.

Man kann Traudi Schlitt als Powerfrau beschreiben. Sie wurde 1967 geboren, und lebt im Haushalt mit ihren drei Jungs, dem Ehemann, der Schwiegermutter und dem Hund. Ihre Kolumnen handeln vom ganz normalen täglichen Wahnsinn. Aufs Korn nimmt sie beispielsweise den Frauenfußball, der werbetechnisch nicht ausgeschlachtet werde, es fehlten die Sammelbilder, es gebe kein Public Viewing, und auch die Spielerinnen würden nur "weiblich dotiert". Die Endspiele der Frauen-WM würden nachts gesendet, denn dann hätten die Frauen ihren Haushalt erledigt und könnten in aller Ruhe fernsehen. Der Sommer und seine Figurtücken, die Frühlingsdiäten und die schwarzen Männersocken - auch sie wurden thematisiert. Über das Fasten sprach sie sich ebenso aus, und am Strand schlägt dann die Stunde der Wahrheit: Die Bikinizonen, Tattoos, beschriftete Körper und das letzte Arschgeweih werden erblickt. Der Vor-Ferien-Marathon mit Grillen, Salate machen, Kuchen backen, Kindergarten, Vereine... und dann das Kofferpacken für den Urlaub. Das schöne Thema über den positiven Müßiggang und die gute Nachricht vom Leerlaufmodus im Gehirn wurden als Fortschritt für die Welt eingeordnet. Das "schildkröteln", so nannte Traudi Schlitt diese Art der vollen Entspannung.

Auch die erotische Werbung wie "Sex sales" und der Playboy als Urvater aller Männerthemen fanden in ihren Ausführungen Platz. Ihre Liebe für ein schwedisches Möbelhaus besteht nun schon seit 40 Jahren. In dem Möbel- und Krimskramshaus wurden in Smalland schon ganze Generationen von Menschen sozialisiert. Abschließend gab es noch auf Wunsch eines Fans die Geschichte des FC Bayern München. Dabei ist Traudi Schlitt immer auf der Seite der Bayern-Gegner.

Die einzelnen Kolumnen wurden musikalisch angerichtet, und es gab großen Beifall vonseiten des Publikums. Mit ihrem Sprach- und Wortschatz erfreute sie die Zuhörer. Während der Pause wurden kleine Salate vom aquariohms gereicht. Für das Publikum war es ein wundervoller Abend. Ihr Buch "Alles Gute" konnte man kaufen, und sie signierte gerne die Bücher und schrieb auch gerne eine Widmungen in die Bücher.

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