A 49

Menschenverachtend

  • vonRedaktion
    schließen

Volkstrauertag in Dannenrod: ein Tag, den die Dannenröder und auch alle knapp 2000 Menschen, die am 15. 11. am Sonntagsspaziergang teilnahmen, so schnell nicht vergessen werden.

Ungeachtet dieses besonderen Sonntages gingen Polizeieinsatz und Baumfällarbeiten am südlichen Rand des "Danni" in voller Härte weiter. Bereits am Vormittag stürzte eine Aktivistin aus vier Metern Höhe von einem Tripod und musste schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden, weil ein Polizist grob fahrlässig ein als solches gekennzeichnetes Sicherungsseil durchschnitten hatte.

Der Unfall war allerdings nicht Grund genug für die politischen Verantwortlichen bei der Polizei, DEGES und der hessischen Landesregierung die Baumfällarbeiten an jenem Sonntag zu stoppen.

Alle Spaziergänger wurden Zeugen von diesem menschenverachtenden Vorgehen, als sie stundenlang an Polizeiketten standen und der Vernichtung des jahrhundertealten Baumbestandes ohnmächtig zuschauen mussten.

Es ist kein Wunder, dass sich die Ohnmacht und Wut in vielfältigen verbalen Schmähungen der Polizeibeamt*innen äußerte, die immer wieder mit der überaus berechtigten Forderung konfrontiert wurden, ihren Einsatz zur Vernichtung von Teilen des Dannenröder Waldes zu verweigern. Alle anwesenden Bürger und Anwohner waren fassungslos über die Arroganz der Macht, die mit ihrem brutalen Vorgehen die Gefühle vieler Menschen an diesem Volkstrauertag mit Füßen getreten hat.

Mit dieser dumpfen Machtdemonstration haben sich die politischen Verantwortlichen allerdings ein großes Eigentor geschossen: In Gesprächen mit der Dorfbevölkerung machte sich eine zunehmende Politikverdrossenheit und Wut breit, die nur allzu verständlich ist. Viele Bürger, unter anderem in Dannenrod, verstehen ob des permanenten Belagerungszustandes und des rücksichtslosen Verhaltens der Polizei die Welt nicht mehr. Dies umso mehr, weil die regionale Presse "Alsfelder Allgemeine Zeitung" in ihrer Berichterstattung am folgenden Tag neben der Erwähnung des oben beschriebenen Unfalls nichts anderes einfiel als sämtliche Ermittlungsverfahren, die gegen A 49-Gegner eingeleitet wurden, akribisch aufzuzählen.

Hier werden A 49-Gegner, die mit ihren Körpern die Bäume schützen, einmal mehr als Straftäter verunglimpft. Kein Wort von dem erwähnten Sonntagsspaziergang und der großen Betroffenheit der Menschen über den Polizeieinsatz und dass die Gewalt an diesem Sonntag eindeutig vom Staat ausging.

Diese Form der Berichterstattung ist an Peinlichkeit und Einseitigkeit nicht zu überbieten und bestärkt uns letztendlich in unserem Widerstand gegen die A 49 und in unserem Einsatz für eine Verkehrswende nach der Devise: Wald statt Asphalt!

Danni bleibt!

Jürgen Bender, Wohratal

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare