Am Sonntag wollen sich wieder Hunderte A 49-Gegner schützend vor den Dannenröder Wald stellen. FOTO: KS
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Am Sonntag wollen sich wieder Hunderte A 49-Gegner schützend vor den Dannenröder Wald stellen. FOTO: KS

Menschenkette schützt "Danni"

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Homberg(pm). Während am Donnerstag ein Trauermarsch von A 49-Gegnern auf der B 62 bei Lehrbach auf die laufenden Baumfällarbeiten im Herrenwald bei Stadtallendorf aufmerksam machte, steht heute eine Kundgebung von Anliegern der neuen Autobahn in Homberg an. Auch am Sonntag soll es eine Aktion geben, wie am Donnerstag bekannt wurde.

"Bis hierhin und nicht weiter!" lautet das Motto einer Veranstaltung am Sonntag, dem 25. Oktober, ab 12.30 Uhr. Treffpunkt ist am Dannenröder Sportplatz in der Straße Zur Waldecke.

Hintergrund ist nach Angaben der Organisatoren, dass am Wochenende Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), verkündet hatte, dass die Grünen keine "Straßenbaupartei" seien. Doch seit dem 1. Oktober werde ein intakter, gesunder Laubmischwald für den Weiterbau der A 49 gerodet. Unter großem Polizeiaufgebot rode die Projektgesellschaft Deges weite Areale des Herrenwaldes und komme dem Dannenröder Wald täglich näher. Das lokale Aktionsbündnis "Keine A49" sowie zahlreiche Umweltaktivisten aus den Baumcamps fordern einen sofortigen Stopp der Baumfällungen. Aus Protest gegen die Rodung und für eine klima- gerechte Verkehrspolitik stellen sich am Sonntag Menschen aus der Region schützend vor den Dannenröder Wald. Die Demonstrierenden wollen ganz deutlich machen, dass dies die rote Linie ist, die nicht überschritten werden darf: "Bis hierhin und nicht weiter! Stoppt die A49!", heißt es in einer Pressemitteilung.

Den Veranstaltern ist der Schutz aller Beteiligten vor dem Coronavirus wichtig: Daher finden sich für die Menschenkette nur Demonstranten direkt aus der Umgebung ein, die während der gesamten Aktion auf die Einhaltung des Mindestabstands und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes achten.

Die Strecke beginnt an der Mahnwache in Dannenrod und führt am Waldrand des Dannenröder Forsts entlang. Barbara Schlemmer vom lokalen Bündnis "Keine A49!" teilt dazu mit: "Wir Bürgerinnen und Bürger aus der Region rund um den ›Danni‹ stellen uns zwischen die Bäume und die Räumpanzer. Wir zeigen: Wer den Wald roden will, muss erst an uns vorbei! Wir nehmen die Zerstörung unserer Umwelt nicht hin. Die hessische Landesregierung muss jetzt Verantwortung übernehmen und den Polizeieinsatz sofort beenden."

Linke für Prüfen von Alternativen

Über 200 000 Unterzeichner tragen nach Angaben des lokalen Aktionsbündnisses "Keine A49" bisher den gemeinsamen Appell von Campact, Greenpeace und BUND, um den Wald zu retten und den Weiterbau der A 49 zu stoppen, mit.

Der Konflikt um die A 49 eskaliere zunehmend und es sei zu befürchten, dass dies so weiter geht, heißt es in einer Pressemitteilung der Linken. In dieser Situation ruft der Kreisvorstand der Partei Die Linke dazu auf, nach Kompromissen zu suchen.

"Es liegen zwei Vorschläge auf dem Tisch, wie der Konflikt entschärft werden könnte", berichtet Christian Hendrichs. Die berechtigten Wünsche nach weniger Verkehr auf der B 62 und der B 3 könnten ebenso wie die ökologischen Bedenken gegen das Abholzen von wertvollen Wäldern und die Gefährdung von Trinkwasservorkommen erreicht werden. Auch wenn die Vorschläge - der Dannenröder Appell und die Variante von Reinhard Forst - im Detail differieren, sei der Kern identisch: Die A 49 ab Neustadt/Stadtallendorf nicht als Autobahn, sondern als zweispurige Straße weiterführen.

Andernfalls stelle sich die Frage, ob es bei der A 49 gar nicht um Verkehrsberuhigung gehe, sondern nur um eine Verlagerung des Transitverkehrs auf eine weitere Nord-Süd-Trasse. "Damit wäre den Anwohnern nicht gedient."

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