A 49

Die Menschen haben nichts begriffen

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Die Zukunft der Verkehrswende entscheidet sich in Hessen. Ruft man sich noch mal die heutigen Klimaauswirkungen vor Augen, die schon jetzt gravierende Auswirkungen auf die Erde haben und bedenkt man, dass der Weg zu einer klimafreundlichen Infrastruktur zwar recht steinig, jedoch machbar und notwendig ist, so ist die momentan durchgeführte Rodung im Dannenröder Wald mehr als nur inakzeptabel.

Wie kann es dazu kommen, dass etwa 85 Hektar gesunder alter Laubmischwald für eine unzeitgemäße Autobahn teils bereits gerodet wurden bzw. werden sollen. Das Stichwort ist Dannenröder Wald - kurz Danni. Der Forst ist ein Paradebeispiel für zukünftige Waldwirtschaft: Überwiegend Laubbäume, darunter uralte Eichen und Buchen - zum Teil bis zu 250 Jahre alt.

Gerade solche Wälder könnten den Klimawandel noch am ehesten meistern. Der benachbarte Herrenwald gehört sogar zum FFH-Schutzgebiet; dies spielt bei den jetzigen Beschlüssen jedoch keine Rolle mehr. Der Eingriff an sich gefährdet nicht nur das Ökosystem, sondern ebenfalls die Trinkwasserversorgung von über 500 000 Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet.

Der Wald liegt genau über dem Wasserschutzgebiet. Es gibt eine gut begründete Alternative, welche statt einem vollständigen Bau der A 49 lediglich einen Stutzen vorsieht. Der Wald bliebe verschont, die Region bekäme eine Autobahnanbindung, und Schätzungen zufolge würde sich auch die momentan sehr starke innerörtliche Verkehrsbelastung verbessern.

Außerdem würden sehr hohe Bau- und Unterhaltungskosten gespart. Zusammenfassend lässt sich die Logik der Rodungen nicht gänzlich erschließen, denn dieser Wald steht für den Klimaschutz. Die Regierung investiert mittlerweile Milliarden in ein Programm, deutsche Wälder in klimaresilientere Mischwälder umzuwandeln. Nun gibt es einen Wald, der die Bedingungen erfüllt und er wird gerodet. Die Rodung dient keinem Nutzen und hindert unsere Gesellschaft, sich für die Auswirkungen des Klimawandels stark zu machen. Es ist an der Zeit, dass die Politik dies einsieht und ihre Pflicht umsetzt, das Abkommen von Paris einzuhalten. Dass wir Bäume und Wälder nicht nur als nutzbare Fläche brauchen, sondern auch damit wir überhaupt existieren können, haben die Menschen wohl immer noch nicht begriffen.

Niklas Grüterich, Gießen

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